1776

In Ingolstadt wird der radikal-aufklärerische Geheimbund der Illuminaten gegründet.

Adam Weishaupt (1748–1830), Patenkind von Johann Adam von Ickstatt und Professor für Kirchenrecht, gründete 1776 zusammen mit einigen älteren Studenten in Ingolstadt den radikal-aufklärerischen Geheimbund der Perfektibilisten, kurze Zeit später Illuminaten genannt. Dessen Ziel war es, durch ein Erziehungs- und Überwachungssystem eine Elite heranzubilden, die schließlich Schlüsselpositionen im Staat übernimmt. Dadurch sollte die Fürstenherrschaft Schritt für Schritt ausgehöhlt werden.

Der Geheimbund konnte sich anfangs rasch verbreiten, befand sich aber ab Mitte der 1780er Jahre im Niedergang. 1785 verlor Weishaupt nach der Ordensaufdeckung seine Professur in Ingolstadt. Kurze Zeit später ließ Kurfürst Karl Theodor Illuminaten und Freimaurer verbieten. Nach dem Tod des Kurfürsten berief dessen Nachfolger Max IV. Joseph 1799 den ehemaligen Illuminaten Maximilian von Montgelas zum leitenden Minister. Dadurch wurden viele Ex-Illuminaten rehabilitiert, einige sogar an Lehrstühle an der Universität Ingolstadt beziehungsweise Landshut berufen.

Zusammenhänge

Aufklärung

Adam Weishaupt, der Gründer des Illuminatenordens

© Stadtarchiv Ingolstadt

Decke des Illuminatensaals in Ingolstadt. Hier trafen sich die Geheimbündler.

© Konstantin Dobeleit