Die ersten Jahre der LMU im 21. Jahrhundert standen ganz im Zeichen von „Exzellenz“ und „Bologna“. Diese beiden Schlagworte prägten die Universität entscheidend. 2004 beschloss die bayerische Staatsregierung drastische Sparmaßnahmen in allen Landesministerien. Die LMU reagierte entschlossen: Mit dem Programm „LMUinnovativ“ startete sie einen umfassenden Profilbildungsprozess, der bis heute Wirkung zeigt. In vier Fächergruppen wurden mit Unterstützung von Gutachtern Forschungsschwerpunkte definiert und gezielt gestärkt – ein entscheidender Schritt, um im internationalen Wettbewerb der Spitzenforschung bestehen zu können, ohne die Grundstrukturen aus den Augen zu verlieren.
Mit Erfolg: Die LMU schnitt 2006 mit ihrer Strategie in der Exzellenzinitiative sehr gut – „LMUinnovativ“ bildete das Fundament für diesen Erfolg.
Neuausrichtung mit 50-40-10
2008/09 konnte die LMU mit dem „50-40-10-Prozess“ ihre Profilbildung weiterentwickeln. Die Idee: Rund 50 Prozent der bis 2016 freiwerdenden Professuren sollten in bewährter Ausrichtung bleiben, 40 Prozent in neuen Feldern besetzt und 10 Prozent gezielt für die Exzellenzinitiative eingesetzt werden. Diese mutige Neuausrichtung stärkte das Forschungsprofil der LMU, half beim Aufbau nachhaltiger Strukturen und verschaffte ihr internationales Renommee. Die zweite Phase der Exzellenzinitiative bestätigte den Erfolg eindrucksvoll.
Bologna-Reform, Studienbeiträge und Proteste
Auch in der Lehre und Studierendenkultur bewegte sich viel: Im Zuge des Bologna-Prozesses stellte die LMU zum Wintersemester 2009/10 den Großteil ihrer Studiengänge auf die neuen Strukturen um – ein Schritt, der viele Studierende und Dozenten zunächst verärgerte. Schon 2007 hatte die Einführung von Studienbeiträgen für Proteste gesorgt. Ende 2009 kulminierte der Unmut in der Besetzung des Audimax. Doch mit der Zeit gewann Bologna an Akzeptanz, die Studienbeiträge wurden ab 2013/14 wieder abgeschafft. Lehrkräfte und Tutoren, die mit den Studienbeiträgen finanziert worden waren, blieben teilweise erhalten.
Neues Erscheinungsbild
Gleichzeitig wuchs die internationale Vernetzung der LMU: Kooperationen mit Universitäten in den USA und China, ein hoher Anteil internationaler Studierender und Spitzenplätze im Erasmus-Programm belegen die Bedeutung der Münchner Universität in der internationalen Wissenschaftslandschaft.
2007 verlieh sich die LMU mit dem „LMU Corporate Design“ ein unverwechselbares Erscheinungsbild: Das grüne LMU-Logo ist heute auf Briefbögen, T-Shirts, Uhren und im Internet allgegenwärtig.
Die Website der LMU entwickelte sich in den letzten Jahren zu einer zentralen Plattform für Studierende, Forschende, Medien und alle, die sich für die LMU interessieren.
Lehre@LMU: Neue Impulse für die Lehre
Auch die Lehre@LMU-Initiative brachte wichtige Impulse: 2012 erhielt die LMU im bundesweiten Qualitätspakt Lehre 46 Millionen Euro Fördergelder, die bis 2021 in die Verbesserung der Lehre flossen. Die Maßnahmen reichten von der Stärkung der Forschungs- und Praxisorientierung über den Ausbau der Beratung bis hin zu gezielten Weiterbildungsprogrammen für Lehrende und Tutoren. Ziel war es, Studierende auf ihrem Weg zu unterstützen, kritische Übergangsphasen abzufedern und die Vielfalt der Studierendenschaft aktiv zu nutzen.
Ein weiterer wichtiger Service für die Studierenden war die Einführung des Semestertickets im Wintersemester 2013/14. Es ermöglicht ihnen für ein ganzes Semester das Fahren im MVV-Netz.
Exzellenzuniversität und LMUexcellent: Eine Erfolgsgeschichte wird fortgeschrieben
2019 wurde die LMU erneut als Exzellenzuniversität ausgezeichnet – ein Ritterschlag für die langjährige strategische Arbeit. Mit „LMUexcellent: A New Perspective“ entwickelte die Universität ihr Profil konsequent weiter. Das Ziel: flexiblere Berufungsverfahren, schnelle Besetzungen neuer Forschungsfelder und die gezielte Gewinnung exzellenter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Die LMU im Ausnahmezustand: Corona und die digitale Wende
Dann kam die Corona-Pandemie – und die LMU musste ihren Betrieb in kürzester Zeit komplett umstellen. Präsenzveranstaltungen wurden gestrichen, Gebäude geschlossen, die Lehre auf digitale Formate verlagert. Für viele Studierende platzten die Pläne: Auslandsaufenthalte wurden gestrichen, stattdessen gab es nur Online-Kurse.
Gleichzeitig stand die LMU auch im Rampenlicht: Als Forschungsuniversität leistete sie einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Corona – wissenschaftlich und gesellschaftlich: Mit den „Corona Lectures“ schuf die LMU 2020 ein öffentliches Online-Format, in dem renommierte Forschende ihre Erkenntnisse präsentierten und über den Umgang mit der Pandemie informierten – fächerübergreifend und für ein breites Publikum
2025: Sieben Exzellenzcluster für die Zukunft – große Chancen bei der Bestätigung als Exzellenzuniversität
2025 schließlich ein weiterer Höhepunkt: Die LMU setzte sich in der zweiten Wettbewerbsrunde der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern durch – alle sieben beantragten Exzellenzcluster wurden bewilligt. Damit stärkt die LMU ihre internationale Spitzenposition. Die Schwerpunkte der Exzellenzcluster der LMU reichen von der Systemneurologie und der Nukleinsäureforschung über Fragen der Energiekonversion, des Bioengineering und der Entwicklung des Universums bis hin zu Quantenwissenschaften und kulturübergreifender Philologie. Mit den geförderten Exzellenzclustern erfüllt die LMU nun auch die Voraussetzung für die Weiterführung ihrer Förderung als Exzellenzuniversität, deren Evaluation im weiteren Jahresverlauf stattfinden wird. Seit dem Start des deutschen Exzellenzwettbewerbs im Jahr 2006 ist die LMU durchgehend gefördert.