Verleihung der Deutschlandstipendien 2022

Am 27. Juli 2022 konnten die Deutschlandstipendien-Urkunden wieder persönlich überreicht werden – dieses Mal im Nymphenburger Schloss. LMU-Vizepräsident Oliver Jahraus dankte den Fördernden, aber auch den engagierten Studierenden. Die LMU war 2022 wieder eine der erfolgreichsten deutschen Universitäten bei der Anzahl der Deutschlandstipendien.

Gemeinsam für den Zusammenhalt der Gesellschaft

Lustwandeln im Schloss Nymphenburg, die Sommerfrische im weitläufigen Schlossgarten genießen und im Hubertus Saal des Schlosses unter großen Kronleuchtern klassische Musik genießen. Was klingt wie ein Tag der Wittelsbacher aus dem 19. Jahrhundert, war in Wirklichkeit die diesjährige Verleihung der Deutschlandstipendien der LMU. Nach der zweijährigen Corona-Pause konnten die rund 300 Stipendiatinnen und Stipendiaten dieses Jahr ihre Urkunden endlich wieder persönlich von den Fördernden in Empfang nehmen.

Förderinnen und Förderer bei der Stipendienverleihung 2022

Fördernde und Geförderte vor dem Schloss Nymphenburg

Führung im Schloss Nymphenburg

Fördernde und Geförderte im Schloss Nymphenburg

Fördernde und Geförderte bei einer Führung im Schloss Nymphenburg

Vizepräsident Oliver Jahraus im Hubertussaal von Schloss Nymphenburg

Musikalische Begleitung bei der Verleihung 2022

Orangeriasaal vor dem Empfang

Stipendiatinnen der Münchener Universität Gesellschaft

Stipendiatinnen Justine Seibert und Alina Bredderman

Stipendiatinnen und Stipendiaten des LMU Managemet Alumni

Stipendiatinnen und Stipendiaten nach der Verleihung der Urkunden 2022

Fördernde und Geförderte 2022

Empfang bei der Verleihung der Stipendien-Urkunden 2022

Etablierte Stipendienkultur an der LMU

Professor Oliver Jahraus, LMU-Vizepräsident für den Bereich Studium, war sichtlich begeistert von der „Location“, auch wenn ihm dieses Wort als Germanist nur schwer über die Lippen kam. Er war sehr froh, trotz der nicht einfachen Situation während der Corona-Krise auch in diesem Jahr wieder genauso viele Stipendien vergeben zu können wie vor der Pandemie. „Damit sind wir eine der erfolgreichsten deutschen Universitäten beim Deutschlandstipendium“, betonte Jahraus. Dies liege auch an der unter seinem Amtsvorgänger Professor Martin Wirsing über Jahre kultivierten Stipendienkultur an der LMU.

Jahraus nannte das Deutschlandstipendium eine „geniale Idee der Politik“ – „und das sage ich wirklich nicht oft“, schob er lachend hinterher. Das Engagement für die Gesellschaft halte diese zusammen. Dabei reiche es nicht, nur auf den Idealismus der Gesellschaft zu bauen. Jeder müsse etwas für den Zusammenhalt tun. Der Bund stelle mit dem Deutschlandstipendium eine Hebelwirkung bereit. „Alles, was investiert wird, wird vom Bund verdoppelt“, erklärte Jahraus. So würde soziales Engagement gefördert und gleichzeitig belohnt.

Neben der finanziellen Entlastung für Studierende, die sich neben dem Studium ehrenamtlich engagieren oder besondere Hürden im Lebenslauf gemeistert haben, unterstrich der Vizepräsident auch die Bedeutung für Unternehmen. „Durch die Förderung der Studentinnen und Studenten kommen sie mit den Talenten von morgen ins Gespräch, auf sie dringend angewiesen sind.“ Wie erfolgreich dieses Konzept ist, habe auch der letzte Career-Talk an der LMU gezeigt, bei der sich Firmen jährlich zum Speeddating mit Studierenden treffen.

Vizepräsident Jahraus und Professor Kramer

Festvortrag über die Olympischen Spiele von München 1972 und die Modernisierung Bayerns

Anschließend hielt LMU-Professor Ferdinand Kramer vom Institut für Bayerische Geschichte, der als Student ebenfalls von einem Stipendium profitierte, den traditionellen Festvortrag. Er ging dabei auf die Olympischen Spiele von München 1972 und die damit einhergehende Modernisierung Bayerns ein. Der Zusammenhang zum Schloss Nymphenburg ergibt sich, weil es im Schlossgarten vor 50 Jahren eine olympische Sportstätte gab: ein Parkour für Dressurreiterinnen und Dressurreiter inklusive Zuschauertribünen für 8000 Menschen.

Kramer beschrieb den Modernisierungsprozess Münchens nach den kargen Nachkriegsjahren, der durch die Vergabe der Olympischen Spiele noch mal beschleunigt wurde. Statt wie geplant in 30 Jahren, mussten Infrastrukturprojekte wie der Mittlere Ring oder die U-Bahn plötzlich in sechs Jahren fertig sein. Hinzu kamen Sportstätten wie das Olympiastadion oder das Olympische Dorf. Dass dies trotz teils heftigem Streit im Stadtrat in so kurzer Zeit und unter Einhaltung der Kosten gelang, erscheint aus heutiger Sicht undenkbar.

Stipendiatin Ceren Latife Tas

Stipendiatin kämpft für Bildungsgerechtigkeit

Nach der Vorstellung der neuen Förderinnen und Förderer beschrieben exemplarisch eine Stipendiatin und ein Stipendiat, wie sie vom Deutschlandstipendium profitieren. Ceren-Latife Tas ist die erste in ihrer Familie, die ein Studium begonnen hat. Sie kam vor zwei Jahren aus Nordrhein-Westfalen für ihren Master in Wirtschaftspsychologie nach München – genau zum Corona-Lockdown. Sie kannte niemanden, saß den ganzen Tag zum Lernen allein zu Hause vor dem Laptop und musste zur Finanzierung ihres Lebensunterhalts neben dem Vollzeitstudium noch in Teilzeit arbeiten. „Ich war unmotiviert und frustriert“, erinnert sie sich.

Dann erfuhr Ceren-Latife Tas, dass sie durch das Deutschlandstipendium gefördert wird. „Die Nachricht kam genau zum richtigen Zeitpunkt“, sagte sie. Die Anerkennung habe sie sehr gerührt. „Ich habe gemerkt, dass mein Engagement gewürdigt wird und wir als Gesellschaft zusammenstehen.“ Durch die finanzielle Unterstützung hatte sie außerdem mehr Zeit, sich ehrenamtlich bei Arbeiterkind.de zu engagieren. Die 25-Jährige geht regelmäßig in Schulen, um andere junge Menschen aus Nichtakademikerfamilien für ein Studium zu motivieren.

Ein Zeichen der Wertschätzung

Der Politikwissenschaftsstudent Cuichi Nathanael Miess ist ebenfalls der erste Akademiker in der Familie, in der der Vater aus Ecuador und die Mutter aus Rumänien stammt. Er ist sehr dankbar für die finanzielle Unterstützung. Zwar ist er es gewohnt, zu arbeiten. Mit 18 Jahren musste er bereits die Hälfte der Miete der elterlichen Wohnung übernehmen, weil das Geld sonst nicht gereicht hätte. Aber durch das Deutschlandstipendium kann er sich besser auf sein Studium fokussieren. Und sein soziales Engagement.

Cuichi Nathanael Miess ist seit sieben Jahren Box- und Kickboxtrainer. In seinem Verein, der Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund ist, unterrichtet er in einem Integrationsprojekt in Zusammenarbeit mit Schulen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, um sie durch den Sport stark fürs Leben zu machen. „Am Ende profitieren vom Deutschlandstipendium also nicht nur die Stipendiatinnen und Stipendiaten, sondern auch andere Menschen in sozialen Projekten.“

Vizepräsident Jahraus ist nach eigenen Worten jedes Mal berührt von den bewegenden Biografien und vom sozialen Engagement der Deutschlandstipendiaten. Er bedankte sich bei allen, die ein Stipendium gestiftet haben. Aber auch bei den Studierenden, die durch ihr Talent, ihren Einsatz und trotz Hürden im Lebenslauf keine Zweifel ließen, förderwürdig zu sein. „Ich hoffe, wir konnten Ihnen mit dieser Veranstaltung etwas bieten“, sagte Jahraus, „um unsere Wertschätzung für Ihre Leistungen auszurücken.“

Wir danken unseren Förderinnen und Förderer

Allianz SE • Allen & Overy LLP • Amazon Deutschland Services GmbH • Amgen Research (Munich) GmbH • Avanade Deutschland GmbH • Bayerische Landesbank • BSI Business Systems Integration Deutschland GmbH • CHECK24 • CODEX Partners GmbH • dental:spiegel - Gebr. Franz Druck & Medien GmbH • d-fine gmbH • DPE Investment Gesellschaft mbH • Fujitsu Technology Solutions GmbH • Infineon Technologies AG • PERCONEX GmbH • Prankl Consulting GmbH • QuantCo Deutschland GmbH • Samsung Semiconductor Europe GmbH • Santander Universitäten • Stadtsparkasse München • Vetoquinol GmbH • Wacker Chemie AG

Anna Maria Eva Schleip-Stiftung • Anna Ruths Stiftung • Artan-Stiftung • Dr. Democh-Maurmeier-Stipendienstiftung • Dr. Gerhard Weil-Stiftung • Dr. In-Wha Lee-Weigand Stiftung • Dr. Rolf und Hildegard und Günter Scheunert Stiftung • Eberhard-Strieder-Stiftung • Ebner-Stiftung • Eginhard und Franziska Jungmann-Stiftung • Franz von Holtzendorff ‘sche Stiftung • Freiherr von Handel‘sche Stiftung • Hans Jürgen Schulz Stiftung • Hans Rudolf Stiftung • Heinz und Sybille Laufer Stiftung für politische Wissenschaft • Herbert Lutz-Gedächtnis-Stiftung • LMU Klinikum • Moll-Stiftung • Nachlass Joehn Loesch • Prof. Hans van Thiel Stipendium • Rosa-Schneider-Stiftung • Sachiko Shioda-Krach Stipendien-Stiftung Japan • Strathmann-Stiftung • Vereinigte Stipendienstiftung der Universität München

Alumni der Münchener Tierärztlichen Fakultät e. V. • Collegium Aegyptium - Förderkreis des Instituts für Ägyptologie e. V. • Erzdiözese München und Freising • Freunde der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie München e. V. • Förderkreis der Deutschen Journalistenschule e. V. • Gesellschaft der Münchner Landeshistoriker e. V. • Gesellschaft für Archäologie in Bayern e. V. • Johann Ressler Bildungsförderwerk e. V. • LMU Management Alumni - ForumMünchner Betriebswirte e. V. • Münchner Universitätsgesellschaft e. V. • Münchner Volkswirte Alumni-Club e. V. • Rotary Club München-Martinsried • Soroptimist Club München Schwabing • Spätantike Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte e. V. • Studentenhilfe der tierärztlichen Fakultät

Dr. Katharina Briller-Freidmann • Dr. med. Gabriele Etzel-Kuchtner • Anton Gschwendtner • Caroline und Falk Husemann • Susanne und Maximilian Lang • Prof. Dr. Dr. Frank Müller-Römer • Prof. Dr. Hans-Werner und Gerline Sinn • Prof. Dr. Heinrich Steinlein • Ulrike Scheer • Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Wirsing und Sabine Wirsing • Prof. Dr. Bernhard Zwißler

Ein weiterer Dank gilt den vielen Spendern des Deutschlandstipendiums, die anonym bleiben wollen.

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