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Arbeitsgruppe erhält hohe Förderung

16.07.2018

Die Arbeitsgruppe von Professor Thomas Carell vom Department Chemie der LMU hat eine millionenschwere Förderung der Volkswagenstiftung eingeworben.

Die Mittel von 1,1 Millionen Euro sollen über einen Zeitraum von fünf Jahren für die Erforschung der Ursprünge des Lebens verwendet werden. Im Fokus der Forscher steht der Prozess, der sich innerhalb der Phase der chemischen Evolution vollzog, die der biologischen Evolution vorausging. Während dieser chemischen Evolution entwickelten sich die zentralen Bausteine des Lebens, die sich schließlich zu komplexeren Strukturen wie RNA und Peptide zusammenschlossen. Durch Wechselwirkungen dieser Moleküle miteinander beschleunigten sie die jeweils eigene Bildung – ein Prozess, der heute an den Ribosomen stattfindet, dergestalt dass Aminosäure-tragende RNAs (tRNA) an einen RNA-Protein-Komplex – dem Ribosom – anbinden, der die Bildung von Peptidbindungen katalysiert. Das ist der Moment wo der Genotyp sich seinen Phenotyp erschafft, um die eigene Replikation zu ermöglichen. Die Forscherinnen und Forscher um Carell wollen den Ursprung dieses zentralen und heute universalen Prozesses erforschen, indem sie prebiotisch plausible Wege aufzeigen, die zur Bildung zuerst von Protoribosomen und dann Ribosomen führen. Sie möchten des weiteren lernen, wie komplexe molekulare Machinen evolvieren, ausgehend von einfachen Ausgangsmaterialien. Diese vollzogen dann den Schritt von der Chemie zur lebenden Materie. Die Resultate sollen zeigen, wie sich Leben in der Frühzeit der Erde unter den entsprechenden Gegebenheiten entwickeln konnte.

Die 1961 in Hannover gegründete VolkswagenStiftung fördert Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre. Sie ermöglicht Forschungsvorhaben in zukunftsträchtigen Gebieten und hilft wissenschaftlichen Institutionen bei der Verbesserung der strukturellen Voraussetzungen für ihre Arbeit. Besondere Aufmerksamkeit widmet sie dem wissenschaftlichen Nachwuchs sowie der Zusammenarbeit von Forscherinnen und Forschern auch jenseits wissenschaftlicher, kultureller und staatlicher Grenzen.

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