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„KI Lectures“: KI-Verfahren können im politischen Kontext eine wichtige Rolle spielen

03.02.2022

Datengestützte Verfahren sind bei gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem Klimawandel von hohem Nutzen. Doch ihr Einsatz ist an das Vorhandensein verlässlicher Daten geknüpft, setzt klare Zielkriterien und eine Fehleranalyse voraus.

Prof. Dr. Helmut Küchenhoff

Helmut Küchenhoff, Professor für Statistik an der Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik an der LMU | © LMU

Datengestützte Verfahren und KI-Systeme können auch im politischen Kontext von großem Nutzen sein. „In komplexen politischen Situationen kann KI eine wichtige Rolle spielen. KI-Systeme können die menschliche Entscheidungsfindung zum Beispiel durch die Berechnung von Szenarien und Prognosen unterstützen, ohne dass sie dem Menschen die Entscheidung abnehmen“, sagte Helmut Küchenhoff, Professor für Statistik an der Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik an der LMU bei seiner „KI Lecture“.

In der Klimaforschung leisten KI- und Machine-Learning-Verfahren bereits wichtige Beiträge, so Küchenhoff. Auch im Bereich der Gesundheitsforschung sieht der LMU-Statistiker Potenzial für den Einsatz von KI.

Frage der Datenqualität und Zielkriterien

Für den Einsatz von KI seien verlässliche Lerndaten und klar definierte Zielkriterien erforderlich, so Küchenhoff. Der LMU-Statistiker warnt jedoch vor unrealistischen Erwartungen angesichts der besonderen Bedingungen im politischen Kontext. „Wir werden mit KI nicht alle Probleme lösen können.“ So gebe es für viele Fragestellungen nicht ausreichend Daten, um Algorithmen zu trainieren.

Selbst der Zugang zu Daten reiche nicht aus. Denn in komplexen Situationen seien Entscheidungskriterien schwer zu fassen, zudem gebe es – Beispiel Coronapandemie – mitunter große Unsicherheiten und laufend neue Entwicklungen. Dabei sei gerade ein stabiles Umfeld wichtig für die Übertragbarkeit von Entscheidungen, die mithilfe von KI getroffen werden. Dennoch könnten gerade in einer komplexen Datenlage Algorithmen wichtige Berechnungen liefern.

Der LMU-Statistiker wies auch auf die Bedeutung der Fehleranalyse bei KI-Verfahren hin: „Es ist ein fundamentaler Irrtum, zu glauben, dass KI-Systeme keine Fehler machen.“

Der Vortrag und die anschließende Diskussion mit Prof. Oliver Jahraus, Vizepräsident der LMU, und dem Publikum sind auf dem Youtube-Kanal der LMU abrufbar.

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02.02.2022

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