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"Mehr als ein zusammengemoodletes Semester"

19.04.2020

Das Sommersemester startet ohne Präsenzveranstaltungen und viele fragen sich: Kann das klappen? Oliver Jahraus, Vizepräsident für Studium und Lehre, ist zuversichtlich. Warum? Weil alle an einem Strang ziehen. Deshalb hier ein Einblick in die Arbeit h...

Professor Oliver Jahraus, Vizepräsident für Studium und Lehre: „Die LMU wird ein außergewöhnliches Sommersemester 2020 erleben. Es sollten im Sommersemester rund 8.000 Lehrveranstaltungen an der LMU stattfinden. Wir werden nicht für alle Präsenzveranstaltungen eine digitale Alternative finden können, aber wir sind bestrebt, möglichst vielen Studierenden die Möglichkeit zu geben, ein reguläres Semester zu absolvieren und ihre Leistungen zu erbringen. Wo Präsenzlehre unabdingbar ist, beispielsweise bei praktischen Veranstaltungen in der Human-, in der Zahn- oder in der Tiermedizin, werden wir auf der Basis der neuen Regelungen und unter Beachtung von Hygiene-Standards nach praktikablen Lösungen suchen - und sie finden.

Seit Beginn der Krise arbeiten die Kolleginnen und Kollegen – in der Professorenschaft, ebenso im Mittelbau wie in der Verwaltung, in allen Fakultäten und Fächern, in vielfältigsten Formaten und Initiativen – mit Hochdruck an Alternativen zur Präsenzlehre: sei es die Aufzeichnung einer 'Konserve' über die Anpassung vorhandener Angebote aus dem Fundus der Virtuellen Hochschule Bayern (vhb) bis hin zu genuinen online-Kursen beispielsweise auf der Basis von und in allen Formen von moodle, moocs, inverted classrooms und blended learning. Wir unterstützen die Fakultäten dabei technisch und finanziell in erheblichem Ausmaß und haben, als sich das Ausmaß der Krise abzeichnete, umgehend mit einem Soforthilfeprogramm begonnen. Die Krise hat völlig andere Voraussetzungen geschaffen. Zugegeben, als Philologe gehörte ich zu denen, die nicht so viel mit digitalen Lehrangeboten gearbeitet haben, die zum Teil auch sehr skeptisch waren, inwieweit man diese Angebote sinnvoll einsetzen könnte. Viele, wie ich auch, haben aber die Herausforderung angenommen und lassen sich von denen leiten, die schon weiter sind. Wir sind alle dabei, uns auf einen neuen, den neuesten, Stand zu bringen. Wer hätte vor wenigen Wochen gedacht, dass wir jemals vor einer solchen Herausforderung stehen würden und sie meistern können? Wer hätte gedacht, dass wir ein Semester ohne Präsenzlehre überhaupt beginnen können? Ich nicht. Aber alle zusammen haben wir es ermöglicht. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das Sommersemester weit mehr als ein ‚zusammengemoodletes’ Semester wird.

Deswegen bin ich überzeugt, dass die jetzige Krise auch eine große Chance birgt, das Portfolio des digitalen Angebots der Lehre an der LMU zukünftig noch breiter und besser zu gestalten. Wir werden die Erfahrungen, die wir jetzt überall an der Universität sammeln können, gründlich auswerten müssen. Was wir jetzt technisch erreicht haben, müssen wir in Zukunft gestalten – im Hinblick auf die Weiterentwicklung unserer hochschuldidaktischen und Menschenführungs-Kompetenzen. Dazu stehen einige Initiativen an der LMU bereit: vom Center for Leadership und People Management über PROFiL und den DigiLLabs bis hin zum MZL und anderen mehr, vielfach unterstützt durch die ZUV. Dann werden – jenseits der schnellen Suche nach Alternativen zu Präsenzveranstaltungen – innovative, sinnvolle und ergänzende Lehrkonzepte entstehen. Ich danke jedenfalls allen, die sich im Moment, in dieser schwierigen Zeit, unter diesen ungekannten Umständen, so sehr ins Zeug legen, um für unsere Studierenden trotz der Coronakrise ein Sommersemester auf die Beine zu stellen.“

Digitales Arbeiten und Lehren: Lena Daumann und ihre Forschungsgruppe

Professorin Lena Daumann, Department Chemie: "Wir machen bereits seit Mitte März alle Oberseminare und unseren „Friday Group Lunch“ online und seit ein paar Wochen sogar jeden Abend eine Stunde online Sport mit unserer Forschungsgruppe. Ich bin so dankbar für mein großartiges Team und wir haben uns alle irgendwie mit der Situation arrangiert. Ich arbeite schon seit Wochen daran, meine Veranstaltungen neu zu konzipieren und beispielsweise Lernpakete mit Adobe Captivate oder Camtasia für Moodle zu erstellen, die Audio und Video unterstützte Folien, unterbrochen durch interaktive Aufgaben, beinhalten. Zusätzlich plane ich über Zoom kurze Einheiten à 20 Minuten aus Live-Vorlesungen mit Socrative Live-Feedback. Diese Einheiten werde ich aufnehmen und zur Verfügung stellen für die, deren Bandbreite nicht fürs Live-Streaming ausreicht. Ob dieser Mix funktioniert, wird sich zeigen, und ich bin hier sehr auf das Feedback der Studierenden gespannt. Gegebenenfalls ändere ich das Konzept auch nochmal. Ich denke Flexibilität ist jetzt wichtig, auch wenn es uns allen gerade sehr viel abverlangt.

All diese Angebote können natürlich keine persönlichen Interaktionen und auch kein Praktikum ersetzen. Ich hoffe, ich schaffe es trotzdem meinen Enthusiasmus für mein Fach online zu transportieren und dass ich bald wieder live vor den Studierenden stehen kann. Was in diesen Zeiten nicht vergessen werden darf, es geht jetzt nicht nur darum Inhalte zu vermitteln, sondern eine Online-Lerngemeinschaft zu schaffen, in der sich Studierende untereinander und mit den Dozierenden austauschen können. Deswegen biete ich jetzt auch jeden Dienstag virtuelle office hours an. Zwar kenne ich mich ganz gut mit Digitalisierung und eLearning aus, aber ganze Vorlesungen und Seminare nur noch online stattfinden zu lassen, ist nochmal eine ganz andere Herausforderung. Es kommt ja nicht nur auf die technischen Voraussetzungen an, sondern auch auf eine ganz andere didaktische Gestaltung! Ich bin so dankbar über die Unterstützung von Lehre@LMU, eUniversity, Multiplikatorenprojekt, MZL & Co über die letzten Jahre. Diese Einrichtungen und deren Knowhow sind jetzt wirklich Gold wert."

Franziska Fassbinder diskututiert mit den Dozentinnen und Dozenten an der Juristischen Fakultät die Wünsche der Studierenden im hinblick auf die Digitalisierung der Lehrveranstaltungen

Franziska Faßbinder, Koordinatorin für die digitale Lehre an der Juristischen Fakultät: "Spätestens zu dem Zeitpunkt an dem die Bibliotheken – ausgerechnet an einem Freitag dem 13. – geschlossen wurden, war mir als Koordinatorin für die digitale Lehre an der Juristischen Fakultät klar: Wir müssen uns nun so schnell wie möglich das notwendige Know-how aneignen, damit wir auch für ein digitales Semester gerüstet sind. Bisher waren wir mit unserem umfangreichen Podcast Angebot an der juristischen Fakultät schon ganz gut aufgestellt. Aber das betraf nur einzelne Lehrveranstaltungen und für ein digitales Semester müssen wir natürlich mehr anbieten.

In persönlichen Gesprächen mit Studierenden, der Fachschaft, Auswertung der Evaluation von einer ersten Testveranstaltung, aber auch durch die Nutzung der Social Media Kanäle haben wir versucht herauszufinden, was sich die Studierenden im Bereich digitale Lehre wünschen. Podcasts, live Übertragungen aber auch die Möglichkeit sich mit den Dozierenden austauschen zu können und interaktiv an Veranstaltungen teilzunehmen, wurden immer wieder genannt. Daraufhin haben die Dozierenden der Juristischen Fakultät in den letzten Wochen viel Zeit damit verbracht, sich in die Produktion von Podcasts am PC einzuarbeiten, Zoom für das Abhalten von synchronen online Veranstaltungen zu testen und Moodle-Kurse für ihre interaktiven asynchronen und synchronen Veranstaltungen angelegt. Um die Dozierenden dabei zu unterstützen haben wir Anleitungen geschrieben und in insgesamt sieben Zoomseminaren die wichtigsten Anwendungen vorgestellt.

Die Juristische Fakultät begreift die Krise als Chance alte Routinen zu hinterfragen und neue Lehr- und Lernkonzepte auszuprobieren. Das wird trotz des ambitionierten Einsatzes aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Fakultät -gerade zu Beginn – bestimmt nicht ohne Probleme ablaufen. Trotz aller Probleme und im Bewusstsein, dass die digitale Lehre die Präsenzlehre nicht ersetzen kann: Wir bieten ein digitales Semester an und nutzen diesen Zeitpunkt um mutig neue Konzepte auszuprobieren!"

Professor Frank Fischer, Fakultät für Psychologie und Pädagogik:

„Vor einem Jahr wurde das DigiLLab gegründet, ein interdisziplinäres und forschungsbasiertes Kompetenzzentrum für digitales Lehren und Lernen für alle Lehramtsstudierende. Gemeinsam mit dem Münchener Zentrum für Lehrerbildung und seiner Direktorin Christiane Lütge hatten wir dort vor ein paar Wochen die Idee, Lehrenden der LMU mit wenig Erfahrung mit dem digitalen Lehren sehr schnell einfache Beispiele und Vorlagen zur Verfügung zu stellen, an denen sie sich bei Ihren ersten eigenen Schritten entlang hangeln können. Oliver Jahraus, der Vizepräsident für Studium und Lehre hat angeregt, die Beispiele und die zugehörigen didaktischen Empfehlungen allen Dozierenden an der LMU verfügbar zu machen und nicht nur denen in der Lehrerbildung. Das haben wir gemacht. Im Augenblick berät das Team des DigiLLab Lehrende aus verschiedenen Fakultäten zu didaktischen Fragen in Online-Workshops, die mehrmals pro Woche stattfinden. Da geht es dann auch schon um Fragen, die auf dem Fortgeschrittenen-Level angesiedelt sind: Wie strukturiere ich eine Kleingruppenarbeit online? Was sagt die Forschung zu den Bedingungen für die Lernförderlichkeit synchroner Meetings?

Das digitale Lehren und Lernen ist seit vielen Jahren mein wichtigstes Forschungsthema. Es gibt Studien in unserem Feld, die zeigen, dass über digitales Lehren und Lernen bedeutsame Innovationen in die Lehre kommen. Wichtig sind strategische Überlegungen dazu, wo Schwerpunkte bei der technischen Ausstattung gesetzt werden und – noch wichtiger – wie die Lehrenden systematisch qualifiziert und angeregt werden, digitale Medien zur Förderung des fachlichen Lernens und der Medienkompetenz ihrer Studierenden einzusetzen. An der LMU schlagen wir uns in dieser Krisensituation meines Erachtens bisher auch in der Lehre wacker. Aber natürlich sind wir keine Fernuniversität - und wollen es ja auch nicht werden. Viele Bereiche der LMU zeigen sich derzeit „anspielbar“ bezüglich unmittelbarer „Notmaßnahmen“ für ein digitales Sommersemester. Es entstehen dort derzeit auch viele gute Ideen für eine zeitgemäße Lehre in einer digitalisierten Welt. Natürlich hoffe ich, dass wir diese virenbedingt schwierige Zeit bald hinter uns haben werden. Und ich hoffe auch, dass dann das digitale Lehren und sein Innovationspotenzial einen Platz auf der Agenda der Universität und ihrer Fakultäten behaupten kann.“

Julia Küfner, Johannes Albert und Joachim Siegert vom Team der eUniversity der LMU: „Normalerweise fängt die Digitalisierung der Lehre mit engagierten Dozentinnen und Dozenten an. Diese übernehmen oft die Rolle der Koordinator*innen für Digitale Lehre und bauen Strukturen an den Fakultäten auf und schaffen ein Forum zum Austausch unter den Dozierenden. Seit Covid-19 ist es nun so, dass alles im Hau-Ruck Verfahren komplett digitalisiert wird. Normalerweise würden wir das nicht machen und auch gar nicht empfehlen, denn sowohl Präsenz- als auch digitale Lehrformate haben ihre jeweiligen Potentiale und sollten je nach Lehrvorhaben optimal kombiniert werden und das sollte man mit Ruhe und Zeit umsetzen. Aber es freut uns auch, dass Vieles voran geht. Die Helden der Stunde sind für uns momentan die Koordina-tor*innen für Digitale Lehre, meist aus freiwilligen und oft ehrenamtlichen Dozierenden beste-hend, die an den Fakultäten versuchen, digitale Lehre zu etablieren und zu organisieren. Diese werden nun mit Anfragen überhäuft und geben gerade alles, ihre jeweiligen Kolleginnen und Kollegen mit passenden Lösungswegen zu unterstützen. Oft braucht es hierbei pragmatische Lösungen. Wir tauschen uns eng mit unseren Koordinator*innen aus und unterstützen sie mit zentralen Lösungen und unserem Support.

Einer der von uns betreuten Online-Dienste ist die zentrale Moodle-Lernplattform. Mangels rea-ler "Lernräume" ist die Nachfrage nach den virtuellen Kursräumen, die Moodle bietet, gerade natürlich stark gestiegen. Konkret bedeutet das nicht nur deutlich höhere Nutzungszahlen, sondern auch veränderte Nutzungsweisen: weg von der einfachen Dateiablage hin zu der interaktiven und kollaborativen Plattform, als die Moodle von Beginn an konzipiert war. Das heißt aber auch: Die technische Infrastruktur muss dem veränderten Last-Charakter des kommenden Semesters Rechnung tragen. Dazu zählt selbstverständlich die Erweiterung von Serverkapazitäten, darüber hinaus aber die stärkere Integration der LMU-weiten Online-Dienste untereinander. Lehrende und Lernende sollen den für ihren jeweiligen Anwendungsfall vorgesehenen - und optimierten - Dienst schnell identifizieren und niedrigschwellig nutzen können. Gemeinsam mit dem Leib-niz-Rechenzentrum und den Kolleginnen und Kollegen der anderen Referate im Dezernat VI haben wir mit Hochdruck daran gearbeitet, die technische Infrastruktur weiter auszubauen und zu optimieren. Nach unserem Empfinden klappt die virtuelle Zusammenarbeit dabei, dank der Vielfalt an digitalen Kommunikations- und Kollaborationswerkzeugen, die uns zur Verfügung stehen, mindestens genauso gut wie zuvor. Was Aufzeichnungen von Vorlesungen betrifft, diese waren im Präsenzbetrieb ein Zusatzangebot, das für rund fünfzig große Veranstaltungen genutzt wurde. Nun aber sehen wir, wie in LMUcast, unserem zentralen Video-Management-System, jeden Tag Dutzende neue Playlists für Lehrveranstaltungen aller Art entstehen. Wir unterstützen diesen Umschwung zur selbstständigen Erstellung von Videos durch neue Fea-tures, durch zusätzliche Anleitungen und durch direkten technischen Support für die Dozieren-den.

Das gesamte Team der eUniversity freut sich auf die Zeit nach der Krise, in der wir alle neue Erfahrungen sammeln durften. Wir hoffen, dass dann wieder Raum und Zeit sein wird, diese Erfahrungen zu verarbeiten, daraus zu lernen und in Ruhe Schritt für Schritt die vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Lehre mit unseren Dozierenden weiter zu erforschen und umzusetzen.“

Monika Aidelsburger, Professorin an der Fakultät für Physik: "Das Sommersemester 2020 stellt uns alle vor neue Herausforderungen! Gleichzeitig bietet uns diese Situation aber auch die Chance neue Konzepte auszuprobieren, die digitale Lehre weiterzuentwickeln und auch den wissenschaftlichen Austausch im Allgemeinen neu zu organisieren. Internationale Konferenzen und Meetings wurden schnell durch virtuelle Treffen und Diskussionsrunden ersetzt. Jetzt versuchen wir das auf ähnliche Weise für das neue Semester umzusetzen. Auch wenn virtuelle Meetings die persönlichen Treffen nie völlig ersetzen können, hilft uns diese außergewöhnliche Situation dennoch neue Wege zu finden unsere Arbeit wirtschaftlicher und vor allem ökologischer zu gestalten. In unserer Arbeitsgruppe organisieren wir sehr erfolgreich seit vielen Wochen Gruppenmeetings über Zoom, in denen einzelne Teammitglieder, egal wo sie sich gerade in der Welt aufhalten, ihre Arbeit präsentieren. Wir besprechen aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichungen und diskutieren Strategien, wie wir unsere Projekte voranbringen können. Jeder kann auf diese Weise aktiv teilnehmen, auch wenn die meisten im Moment von zu Hause arbeiten müssen.

Die Vielzahl an virtuellen Treffen hat uns bereits die Möglichkeit gegeben, verschiedene Programme und Geräte auch für das neue Semester zu testen. Für die Vorbereitungen zur virtuellen Lehre möchte ich mich bei allen Verantwortlichen ganz herzlich bedanken, insbesondere bei unserem Studiendekan. Ich denke wir können als Fakultät sehr stolz sein, dass wir nicht nur die Pflichtvorlesungen sondern voraussichtlich auch eine Vielzahl an Wahlpflichtvorlesungen anbieten können. Auch die Bibliotheken bieten eine Reihe von neuen e-Books an, damit alle Studierenden Zugang zu den wichtigsten Vorlesungsmaterialien bekommen. Wir als Dozenten sind seit Wochen dabei unsere Vorlesungen und Seminare neu zu organisieren. Ich selbst werde versuchen meine Vorlesung live über Zoom zu halten, zumindest solange es die Internetverbindung zulässt. Dabei werde ich versuchen Vortragsfolien und live-Notizen über ein Tablet zu kombinieren. Die Vorlesungen sollen außerdem aufgenommen werden, um sie später über LMUcast bereitzustellen, damit auch Studierende mit einer weniger stabilen Internetverbindung an der Vorlesung teilnehmen können. Diskussionsforen, Vorlesungsmaterialien und Übungen, werden über Moodle organisiert. Die verschiedenen Möglichkeiten, die diese Plattform bietet, lerne ich gerade erst kennen. Ich bin aber überzeugt, dass sie sich noch als sehr nützlich erweisen werden.

Insgesamt bin ich sehr beeindruckt über die effiziente Organisation des neuen Semesters – vielen Dank dafür! Das neue Semester wird für uns alle sicher noch einige Herausforderungen bieten. Die Motivation, der Enthusiasmus, aber vor allem das Engagement vieler Kollegen, weckt vor allem die Hoffnung, dass wir auch Positives aus dieser schwierigen Situation ziehen können."

Dr. Christian Riepl, Leiter der IT-Gruppe Geisteswissenschaften: „IT-Infrastruktur - Forschung & Lehre digital - Forschungsdatenmanagement: Das sind die Aufgabenbereiche, für die die IT-Gruppe Geisteswissenschaften in den sechs Fakultäten der Fächergruppe Geistes- und Kulturwissenschaften schon seit vielen Jahren zuständig ist. Leitend in allen Vorhaben ist für uns das Prinzip ‚digital first‘, das wir mit Hilfe geeigneter informatischer Konzepte umzusetzen versuchen. Durch die Verwendung von Server-Client-Architekturen, Web-, Datenbank-, Schnittstellen- und Virtualisierungstechnologien werden informatische und statistische Methoden im virtuellen Raum nutzbar, wird digitalisiertes Kulturgut zeit- und ortsunabhängig erschließbar, auffindbar, verfügbar, zitierbar, (maschinell) weiterverwertbar und - Wissenschaftsdomänen übergreifend - nachnutzbar. Voraussetzung für die Nutzung dieser Dienste sind lediglich ein Rechner und ein Datennetz.

Seit Beginn der Corona-Krise musste sich an unserer Arbeitsweise also grundlegend nicht viel ändern. Server und Arbeitsplatzrechner können weitgehend remote und online gewartet werden. Unsere Erreichbarkeit über Telefon und Mail haben wir angepasst und optimiert. Für die einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der ITG bedeutet dies in den aktuell noch andauernden Phasen der Einführung der Online-Lehre: Geduldiges Beantworten von Fragen und Helfen bei Problemen verschiedenster Art: Mailclient, Netzverbindung, Zugriff auf Ressourcen des MWN, Moodle, Screencasts, DFNConf, LRZMeet, Zoom, Datenschutz, Urheberrecht, Server- und Netzauslastung, Bestellung von Notebooks, Webcams und Headsets… Alle Anfragen kommen kontinuierlich und in hoher Dichte auf Telefon, Hotline, persönlicher Mailbox und Hotlinemailbox, zwischendrin wieder Abstimmung mit den Kolleginnen und Kollegen auf Mattermost, Videokonferenzen mit den Projektpartnern. Beunruhigend nur, dass währenddessen auf dem zweiten Monitor die nächsten Mails auftauchen. Zeit für Evaluationen bleibt nicht, es muss gehandelt werden! Erfahrungswerte werden wichtig. Alle Anliegen sind dringend und werden nach Möglichkeit sofort bearbeitet. Unser Angebot wird von den Fakultäten angenommen, durchweg erhalten wir positives Feedback: ‚Helden des Alltags‘ und ‚Perle der LMU‘ sagen uns manche. Das motiviert uns alle in unserer Arbeit!

Wir hoffen, dass unsere Arbeit in den vergangenen Wochen den geisteswissenschaftlichen Fakultäten geholfen hat und hilft, wissenschaftliches Arbeiten im HomeOffice fortzuführen, digitale Kommunikationsformen zu nutzen, Lehrinhalte in der digitalen Welt aufzubereiten und anzubieten. Wir hoffen auch, dass in Zukunft Konzepte und Infrastrukturen für digitale Methoden in Forschung und Lehre ausgebaut werden. Wir hoffen weiter auf die wachsende Einsicht in die Notwendigkeit, Kulturgüter in Archiven, Bibliotheken, Museen usw. umfassend und flächendeckend zu digitalisieren und zugänglich zu machen. Und wir hoffen, dass wir irgendwann wieder unter Leute kommen.“

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