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Promotionsstipendium für LMU-Doktorandin

26.01.2017

Anika Reifschneider, Doktorandin am Lehrstuhl für Stoffwechselbiochemie von Professor Christian Haass, ist mit einem Promotionsstipendium der Hans und Ilse Breuer-Stiftung, Frankfurt am Main, ausgezeichnet worden.

Sie erhält das Stipendium für Promotionsprojekt Cellular and molecular mechanisms of Parkinson’s and Alzheimer’s disease and frontotemporal lateral degeneration. Der Schwerpunkt ihrer Doktorarbeit ist der molekulare Mechanismus der frontotemporalen Lobärdegeneration (FTLD). FTLD gehört wie die Alzheimer Erkrankung zu den neurodegenerativen Erkrankungen und ist zudem die zweithäufigste Form präseniler Demenz. Wie auch bei Alzheimer leiden betroffene Patienten unter der Bildung von Proteinablagerungen im Gehirn, welche, aufgrund der betroffenen Hirnbereiche, vor allem zu Sprachstörungen und auch zu Verhaltensauffälligkeiten und Persönlichkeitsänderungen führen können. FTLD kann sowohl sporadisch als auch in einer genetisch vererbten Variante auftreten. Um sowohl eine sichere Diagnostik als auch eine Therapie der Krankheit zu ermöglichen, ist es wichtig, dass wir zuerst die molekularen Mechanismen verstehen, die die Krankheit verursachen. Die Krankheits-assoziierten Gene könnten dabei ein entscheidender Schlüssel sein.

Eines dieser krankheitsspezifischen Gene ist Progranulin. FTLD-relevante vererbte oder spontan erworbene Veränderungen in diesem Gen führen häufig zu einer starken Reduzierung des Progranulin Proteins (PGRN). PGRN scheint eine wichtige Rolle bei Entzündungsprozessen, der Wundheilung und dem Zellwachstum zu spielen. Es wurde außerdem beschrieben, dass ein kompletter Verlust des Proteins im Körper zu einer lysosomalen Speicherkrankheit, der neuronalen Ceroid-Lipofuszinose, führt. Zudem wurde festgestellt, dass auch in Mausmodellen der FTLD die Expression von lysosomalen Proteinen verändert ist. Deshalb wird vermutet, dass PGRN zusätzlich zu den bereits bekannten Funktionen, eine wichtige Aufgabe bei dem Abbau zellulärer Proteine hat. In meinem Projekt werde ich daher den Einfluss von PGRN auf die Aktivität lysosomaler Enzyme untersuchen. Zudem werde ich die funktionellen Konsequenzen von zwei bisher unbekannten Mutationen im GRN Gen untersuchen.

Die Hans und Ilse Breuer-Stiftung wurde im Jahr 2000 von dem Unternehmer Hans Breuer gegründet.Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Angehörigen entscheidend zu verbessern. Dafür verfolgt die gemeinnützigen Stiftung mit Sitz in Frankfurt zwei Ziele: Helfen und Forschen - mit dem Engagement in der Betroffenenhilfe und der Förderung wissenschaftlicher Grundlagenforschung zu Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen.

Um den wissenschaftlichen Nachwuchs auf dem Gebiet der Alzheimer-Forschung in Deutschland zu fördern, vergibt die Hans und Ilse Breuer-Stiftung seit 2006 bis zu drei Promotionsstipendien pro Jahr für herausragende Leistungen.