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Wie Erfahrung trügen kann

24.04.2015

Beim Einschätzen von Entfernung oder Zeitdauer machen wir systematische Fehler. Hirnforscher der LMU und ETH Zürich liefern nun einen neuen Erklärungsansatz für dieses Phänomen.

Schätzen wir Entfernungen, passiert etwas Kurioses: Kurze Strecken erscheinen uns länger, als sie tatsächlich sind – und lange Strecken kürzer. Auch bei der Beurteilung von Lautstärke, Helligkeit oder Zeitdauer tritt dieses Phänomen auf, das als Vierordtsches Gesetz in der Psychologie bekannt ist. Wissenschaftler um Professor Stefan Glasauer von der LMU und dem Bernstein Zentrum sowie der ETH Zürich liefern nun ein neues Erklärungsmodell dafür, bei dem Erfahrung eine wichtige Rolle spielt. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher aktuell in der Fachpublikation Trends in Cognitive Sciences.

„Unser Ansatz basiert auf der Wahrscheinlichkeitstheorie und ermöglicht, zwei scheinbar widersprüchliche klassische Theorien neu zu interpretieren und zu vereinen“, erläutert Stefan Glasauer. Im Gegensatz zu den bisherigen Ansätzen berücksichtigt das neue Modell außerdem erstmals, wie sich Vorwissen auf die Beurteilung von physikalischen Größen auswirkt.

Zur Meldung beim Bernstein Netzwerk:

Wie Erfahrung unsere Wahrnehmung trügen kann