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Blockbücher: Religiöse Comics des 15. Jahrhunderts

27.05.2026

Die UB zeigt in einer Ausstellung Schätze aus ihrer Sammlung von Blockbüchern, die fast 600 Jahre alt sind.

Die UB hat die drittgrößte Blockbuchsammlung Deutschlands. Eine Auswahl ist in der aktuellen Ausstellung zu sehen. | © LMU

Die Universitätsbibliothek (UB) lädt aktuell zu einer Zeitreise in die Frühphase des Buchdrucks ein. Noch bis 28. Juni sind in der Ausstellungshalle Werke aus der Blockbüchersammlung der UB zu entdecken – der drittgrößten in ganz Deutschland.

Blockbücher stammen aus der Frühdruckzeit. Sie wurden auf Holztafeln gedruckt. Dabei gab es zwei Arten der Herstellung. Entweder wurden Bild und Text aus Holz geschnitten oder, in der zweiten Variante, die Bilder gedruckt und der Text von Hand geschrieben.

Das erste Verfahren wurde in China bereits im 7. Jahrhundert zur Zeit der Tang-Dynastie entwickelt. In Europa kamen die Blockbücher erst im 15. Jahrhundert auf. Inhaltlich dominierten religiöse Thematiken: Bibelgeschichten, Gebete oder moralische Lehrstücke, die zugleich belehrten. Mit ihnen sollte der Bedarf an geeigneter Literatur für eine breite Masse gedeckt werden.

Die Bücher mussten ihre Themen hauptsächlich über Bildsprache transportieren, um auch die Bevölkerungsschichten zu erreichen, die des Lesens nicht mächtig waren. Sie gaben den Lesenden Orientierung und sollten ihnen ermöglichen, sich schon zu Lebzeiten auf den Tod und das Jenseits vorzubereiten.

Raritäten in der Münchner UB

Weltweit sind nur knapp 40 Titel in 100 Blockbuch-Ausgaben bekannt, noch weniger haben die Jahrhunderte in gutem Zustand überlebt. Umso bemerkenswerter ist die Sammlung der Unibibliothek: Mit neun Titeln in elf Ausgaben beherbergt die UB die drittgrößte Blockbuchsammlung Deutschlands – nur die Bayerische Staatsbibliothek und das Berliner Kupferstichkabinett verfügen über größere Bestände.

Wer die Blockbücher erleben möchte, sollte nicht zu lange warten. Laut Sven Kuttner wird es in den nächsten 20 Jahren voraussichtlich keine weitere Ausstellung zu den Büchern geben.

Mehr zur Ausstellung:

Ausstellung: „Die Blockbücher der Universitätsbibliothek der LMU München"

Die Ausstellung läuft noch bis 28. Juni 2026.

Blockbücher: Die Schätze der LMU

Diese Abbildung stammt aus dem Blockbuch mit dem Titel „Ars moriendi“, das vermutlich um 1450 entstanden ist. Auf dem Bild geht es um den Glauben (Fides). Die drei lateinischen Spruchbänder zeigen die Verlockungen der Dämonen, um den Sterbenden vom rechten Weg abzubringen („In der Hölle gibt es Gebratenes“; wörtlich: „Die Hölle ist gebraten“), („Mach‘ es wie die Heiden“, „Töte Dich selbst“).

Der Holztafeldruck könnte aus dem Zisterzienserkloster Raitenhaslach stammen. Er ist um 1470 entstanden. Zu sehen sind Johannes und die von ihm Bekehrten sowie die Taufe der Drusiana (Götzenanbeter forschen die heilige Handlung aus.)

Das Blockbuch stammt vermutlich aus der Bibliothek des Franziskanerklosters Landshut. Es ist in Nürnberg um 1471 entstanden. Abgebildet ist Mariä Verkündigung (daneben sind zu sehen: Eva, von der Schlange verführt, sowie Gideon).

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