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Chemie-Praktikum: Virtuelle Reaktionen

28.07.2021

Laborpraktika mit Online-Videos bereichern – das haben sich LMU-Chemiker zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus Paris, Murcia und Cardiff zum Ziel gesetzt. Ihr mehrsprachiges Projekt LABVIRT wird von einem ERASMUS-Programm unterstützt.

„Häh?“, hört man am Anfang des Lehrvideos, dann den leicht verzweifelten Ausruf: „Oh no!“ In knapp drei Minuten werden zu schwungvoller Musik Grundlagen des Filtrierens erklärt – und die Dinge, die man dabei dringend vermeiden sollte: zu kleine Filter etwa, die ins Reagenzglas sacken, Säuren, die Filterpapier zerfressen, und mancher andere Fauxpas im Labor. Dutzende Online-Tutorials zu Arbeitstechniken der organischen Chemie sind in den letzten Jahren am Department Chemie der LMU entstanden. Die Laborvideos unter dem Titel „VidBibOCP“ reichen von „Trocknen im Exsikkator“ über „Säulenchromatographie“ bis hin zu „Wiegen und Pipettieren“ und sind in deutscher Sprache gehalten.

Im Rahmen eines aktuellen Kooperations-Projekts mit den Universitäten Murcia, Cardiff und Sorbonne (Paris) werden diese Videos nun sprachlich angepasst und gebündelt. Unterstützt durch ein ERASMUS+-Programm der EU soll „LABVIRT“ damit auch spanisch-, englisch- und französischsprachigen Studierenden zugutekommen. Ziel sei es dabei, die digitalen Inhalte mit der Ausbildung im realen Labor zu integrieren, erklärt der Projekt-Leiter auf LMU-Seite, Professor Hendrik Zipse. „Gerade unter den aktuellen herausfordernden Bedingungen in der Pandemie, mit nur reduzierten Präsenzstunden im Labor, können wir so die beste Ausbildung erzielen.“

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1:10 | 20.07.2021

Die Video-Bibliothek der LMU, auf der das neue Angebot basiert, wurde in den letzten drei Jahren von Professor Zipse und seinem Kollegen Benjamin Pölloth am Department Chemie erstellt. Sie richtet sich an Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Grundpraktikums Organische Chemie – der Phase des Studiums, in der die angehenden Chemikerinnen und Chemiker zum ersten Mal im Labor experimentieren. Um den Studierenden das Erlernen der vielen neuen Handgriffe zu erleichtern, wurden drei Arten von Videos produziert: Tutorials zu grundlegenden Arbeitstechniken, humorvolle Clips zu den „Don’ts“, also typischen Fehlern und Gefahrenquellen, sowie Schritt-für-Schritt-Erklärungen ganzer Experimente. Unterstützt durch das Programm „Lehre@LMU“ wurde dabei ein Großteil der Versuche des Grundpraktikums in aller Kürze dargestellt – vom Ansetzen einer Reaktion bis hin zur Aufreinigung chemischer Produkte.

Im Rahmen von LABVIRT arbeiten die vier Universitäten derzeit daran, die wichtigsten Videos sprachlich so zu adaptieren, dass sie im Wintersemester 2021 auch für die Laborpraktika in Paris, Murcia und Cardiff zur Verfügung stehen. Einige Videos sind bereits auf der LABVIRT-Webseite zu sehen – etwa die französische Variante zu den „Don’ts“ beim Filtrieren: „Comment fait-on… Une filtration?“ heißt es dort, bevor ein knallrotes „NON!“ darüber springt. In den kommenden Wochen sollen stetig weitere sprachlich adaptierte Videos hinzukommen. Nebenbei können deutsche Studierende so auch einen Einblick in andere europäische Fachsprachen erhalten.

Im Projekt LABVIRT werden Lehr-Videos für Grundpraktika in der Organischen Chemie entwickelt. Das Projekt basiert auf einer an der LMU München entwickelten Video-Bibliothek, deren Entwicklung durch das Lehre@LMU-Programm gefördert wurde. Aktuell wird die Weiterentwicklung und sprachliche Adaptierung der Videobibliothek auf Englisch, Französisch und Spanisch durch das ERASMUS+-Programm unterstützt. Hierbei sind Cardiff University (Cardiff, UK), Sorbonne Université (Paris, France), und die Universidad de Murcia (Murcia, Spain) als Partneruniversitäten beteiligt.

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