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Der Klang des Verschwindens

11.08.2026

Was hören wir in Zeiten von Klimakrise und Artensterben? Studierende des Instituts für Musikwissenschaft an der LMU widmen sich der Frage im Rahmen einer Kooperation mit dem Lenbachhaus München.

Wie hört es sich an, wenn ein Eisberg schmilzt? Merken wir erst, dass eine Insektenart ausgestorben ist, wenn wir sie nicht mehr hören? Und welche Geräusche macht eigentlich ein Ameisenhaufen?

Vieles, was man nicht unmittelbar sieht, hinterlässt doch deutliche akustische Spuren. Offenkundig wird diese klangliche Ebene dann, wenn sie in Zeiten von Klimakrise, Flächenversiegelung, Verstädterung und Biodiversitätsverlust verschwindet oder unter Druck gerät: Bäume im Trocken- oder Hitzestress klingen anders als gesunde Pflanzen. Das Verschwinden des Summens, Brummens, Zirpens oder Grillens der Insekten, die surrealen Geräusche eines schmelzenden Gletschers, das Abnehmen klingender Biodiversität in zunehmend übernutzten Wirtschaftswäldern machen die Krisen unserer Zeit hörbar. Diese Klänge und Geräusche werden als Teil von Kompositionen und Klanginstallationen wiederum künstlerisch weiterverarbeitet und damit Forschungsgegenstand der Musikwissenschaft.

Studentin der Musikwissenschaften beim Kooperationsprojekt mit dem Lenbachhaus München

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11.08.2026

In einem Kooperationsprojekt zwischen dem Lenbachhaus München und dem Institut für Musikwissenschaft der LMU ergänzen Studierende im Rahmen einer Lehrveranstaltung die Ausstellung „Was zu verschwinden droht, wird Bild" um die Dimension des Klangs. Zu verschiedenen Landschaftsbildern und Naturstudien der Ausstellung haben die Studierenden gemeinsam mit Dr. Stefanie Strigl, der Leiterin des Kurses, kurze Hörstücke mit Texten, Bioakustikaufnahmen und Musikbeispielen erarbeitet, die während der restlichen Laufzeit der Ausstellung über Audioguide oder Smartphone angehört werden können.

Gleichzeitig setzen sich die Studierenden mit der Frage auseinander, wie die aktuellen ökologischen Krisen die Musikwissenschaft betreffen und wie nachhaltiges Handeln in diesem Fachbereich aussehen kann. So lädt das aus dem Nachhaltigkeitsbudget der Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften der LMU geförderte Projekt dazu ein, die Auswirkungen des Klimawandels und des Biodiversitätsverlusts nicht nur mit den Augen, sondern auch mit den Ohren wahrzunehmen.

Die Ausstellung „Was zu verschwinden droht, wird Bild“ läuft noch bis Frühjahr 2027 im Lenbachhaus München. Die Hörstücke können ab September über Audioguide oder Handy angehört werden.

Teile des Projekts werden außerdem in der Vier-Augen-Galerie am Aufgang des U-Bahnhofs Giselastraße ausgestellt.

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