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Erfolgreicher Forschungstransfer: US-Konzern Gilead kauft LMU-Spin-off Tubulis

08.04.2026

Im Rahmen eines milliardenschweren Deals übernimmt das US-amerikanische Biopharmaunternehmen die LMU-Ausgründung Tubulis GmbH, die Anti-Krebs-Medikamente der nächsten Generation entwickelt.

Gilead hat eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme der Tubulis GmbH geschlossen. Der Kaufpreis für die Transaktion beträgt rund 3,15 Milliarden US‑Dollar; hinzu kommen bis zu 1,85 Milliarden US‑Dollar an erfolgsabhängigen Meilensteinzahlungen. Tubulis wurde 2019 gemeinsam von LMU-Molekularbiologen um Professor Heinrich Leonhardt am Biozentrum der LMU und Professor Christian Hackenberger vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie Berlin (FMP Berlin) gegründet. Das Unternehmen entwickelt Antikörper‑Wirkstoff‑Konjugate (ADCs) der nächsten Generation, die darauf ausgelegt sind, verschiedene Wirkstoffe selektiver an Tumore abzugeben und den Nutzen für die Patientinnen und Patienten zu maximieren.

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„Von der Forschung in die Wirtschaft, diesen Schritt katalysieren, beschleunigen und damit einen großen positiven Impact erzielen, das ist unsere Mission als LMU - damit das Wissen, das wir hier generieren, möglichst vielen Menschen zur Verfügung steht und in Therapien fließt, die Menschen wirklich helfen“, sagt Dr. Philipp Baaske, Vizepräsident für Entrepreneurship der LMU. „Dass ein US-amerikanischer Biotech-Riese ein Spin-Off der LMU übernimmt, zeigt, dass diese Rechnung aufgeht.“

Die Übernahme umfasst TUB‑040, das führende Produkt von Tubulis. Der Wirkstoff-Kandidat richtet sich gegen ein Molekül, das besonders häufig bei Eierstockkrebs und Lungenkrebs vorkommt und befindet sich derzeit in Phase-1b/2 der klinischen Entwicklung. Ebenfalls übernommen wird TUB‑030, ein Wirkstoff mit vielversprechenden frühen klinischen Daten, der auf ein Molekül abzielt, das bei zahlreichen soliden Tumoren vorkommt.

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Eine Schlüsselrolle in der Produktentwicklung von Tubulis spielt die innovative P5‑Konjugationstechnologie, die die präzise Verknüpfung von Antikörpern mit hochpotenten Wirkstoffen ermöglicht. Entwickelt wurde sie in der Grundlagenforschung von Tubulis-Mitgründer Christian Hackenberger und seinem Team am FMP Berlin. Tubulis hat die P5‑Technologie in Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Tubulis-Mitgründer Heinrich Leonhardt, Leiter des LMU-Lehrstuhls für Humanbiologie und BioImaging, für die klinische Forschung und Anwendung weiterentwickelt. „Diese erfolgreiche Technologie-Entwicklung zeigt die Bedeutung interdisziplinärer Kooperationen über Fakultäts- und Institutsgrenzen hinweg“, sagt Leonhardt.

Nach Abschluss der Transaktion wird Tubulis als eigenständige ADC‑Forschungsorganisation innerhalb von Gilead agieren, wobei der Standort München als Drehscheibe für ADC-Innovationen dient. Dabei wird auf bestehende integrierte Kompetenzen in Forschung, Produktion und klinischer Entwicklung aufgebaut, um ADCs der nächsten Generation voranzutreiben. Der Abschluss der Übernahme wird für das zweite Quartal 2026 erwartet und steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen und weiterer üblicher Abschlussbedingungen.

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