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EXIST-Förderung in Millionenhöhe für zwei Pharmazie-Teams

20.07.2026

Mit KI und neuen Trägermolekülen: Die Gründungsvorhaben FormulAIte und evoVect entwickeln Ansätze für den gezielten Transport von RNA-Wirkstoffen.

Zwei Teams am Department Pharmazie der LMU erhalten über den EXIST-Forschungstransfer Fördermittel in Millionenhöhe. Das Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler damit bei der Vorbereitung von Ausgründungen im Bereich neuartiger Transportsysteme für Nukleinsäure-Therapien. Das Team FormulAIte erhält rund eine Million Euro, evoVect rund 1,2 Millionen Euro.

Der EXIST-Forschungstransfer unterstützt forschungsbasierte Gründungsvorhaben im Hightech-Bereich. Im Zeitraum von eineinhalb bis drei Jahren sollen die Geförderten ihre Technologien weiterentwickeln, die technische Machbarkeit nachweisen und ein tragfähiges Geschäftsmodell ausarbeiten. Im Mittelpunkt beider LMU-Projekte stehen Technologien, die RNA und andere Nukleinsäure-Wirkstoffe gezielter an den richtigen Ort im Körper bringen sollen.

Fünf Mitglieder eines Teams stehen lächelnd in einem modernen, verglasten Verbindungsgang eines Büro- und Forschungsgebäudes. Das professionelle Gruppenfoto vermittelt Zusammenarbeit, Innovation, Vielfalt und eine freundliche Unternehmenskultur in einem modernen Arbeitsumfeld.

DasTeam von FormulAIte

Schnellere Entwicklung dank KI

Das LMU-Team FormulAIte arbeitet an einer digitalen Plattform für die Entwicklung von Nanocarriern. Diese winzigen Transportsysteme können RNA-Wirkstoffe in Körperzellen bringen und spielen damit eine wichtige Rolle für moderne Therapien. Die Suche nach geeigneten Nanocarriern ist jedoch aufwendig, weil viele mögliche Zusammensetzungen im Labor getestet werden müssen. FormulAIte nutzt Künstliche Intelligenz und Computersimulationen, um vielversprechende Formulierungen schneller zu erkennen und gezielt zu verbessern. Das Herzstück des Gründungsvorhabens ist die ALINA-Plattform, die Datenmodelle mit physikalischen Simulationen verbindet.

Zum FormulAIte-Team gehören Dr. Joschka Müller, Dr. Felix Sieber-Schäfer, Dr. Min Jiang und Florian Orbach. Professorin Olivia Merkel, Inhaberin des Lehrstuhls für Drug Delivery, begleitet die Forschenden als wissenschaftliche Mentorin. Joschka Müller betont die Bedeutung der Förderung für den nächsten Entwicklungsschritt: „Zusammen mit dem gründungsfreundlichen Umfeld an der LMU stellt sie das maßgebliche Fundament dar, mit dem wir in den kommenden zwei Jahren unsere Plattform aufbauen und kommerzialisieren wollen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit sowie die nächsten Schritte hin zu unserem Start-up.“

Das evoVect-Team

Das evoVect-Team vereint pharmazeutisches und biotechnologisches Know-how. Eric Weidinger, Dr. Paul Folda und Dr. Sophie Thalmayr entwickelten im Rahmen ihrer Promotionsarbeiten am Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie und Biotechnologie mit Professor Ernst Wagner eine neue Trägertechnologie für Gen- und RNA-Therapien. Diese soll helfen, therapeutische Wirkstoffe gezielt in bestimmte Gewebe und Organe zu bringen, auch dorthin, wo bisherige Verfahren an Grenzen stoßen. Die Technologie basiert auf speziell aufgebauten Trägermolekülen, die auf Unterschiede im Säuregrad ihrer Umgebung reagieren. Dadurch sollen die Wirkstoffe am gewünschten Ort freigesetzt werden. So könnten Gen- und RNA-Therapien künftig einfacher hergestellt, breiter eingesetzt und für unterschiedliche medizinische Anwendungen angepasst werden.

Vom Labor in die Anwendung

„Der EXIST-Forschungstransfer ermöglicht es uns, unsere Technologie hinsichtlich ihrer Skalierbarkeit und ihres Marktpotenzials außerhalb des Forschungsmaßstabs weiter zu evaluieren“, sagt Sophie Thalmayr von evoVect. „Unser Ziel für die Förderphase ist der Proof-of-Concept für die Anwendung der Träger in mRNA-Impfstoffen sowie die Erstellung eines vollständigen Businessplans.“ Professor Ernst Wagner unterstützt das Team als wissenschaftlicher Mentor. Professorin Olivia Merkel begleitet evoVect als Co-Mentorin; Rika Neumann bringt betriebswirtschaftliche Expertise ein.

Bei der Antragstellung wurden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch den Spin-off-Service der LMU unterstützt. Dieser hilft Forschungsteams bei der Auswahl geeigneter Förderprogramme und bei der Beantragung von Fördermitteln. Über den EXIST-Forschungstransfer werden pro Team drei Forschende sowie eine betriebswirtschaftliche Fachkraft zwei Jahre lang gefördert. In dieser Zeit bleiben die Geförderten am Department Pharmazie der LMU angestellt und können dessen Forschungsinfrastruktur nutzen.

„In der pharmazeutischen Forschung ist der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Anwendung von entscheidender Bedeutung“, betont Dr. Philipp Baaske, Vizepräsident für Entrepreneurship der LMU. „Nur wenn exzellente Forschung den Weg in neue Therapien, Technologien und Produkte findet, kann sie ihr volles gesellschaftliches Potenzial entfalten.“ Dass sich mit FormulAIte und evoVect gleich zwei Teams aus der Pharmazie im Wettbewerb um das EXIST-Förderprogramm durchgesetzt haben, freue ihn deshalb besonders. „Der Erfolg zeigt eindrucksvoll, welches Innovationspotenzial in der Forschung an der LMU steckt.“

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