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Hans Maier verstorben

10.06.2026

Der renommierte Wissenschaftler und Bildungspolitiker starb am 8. Juni 2026 im Alter von 94 Jahren.

„Wir haben einen großen Gelehrten und prägenden Lehrer verloren“, sagt LMU-Präsident Matthias Tschöp zum Tod von Hans Maier. Seit den 1960er-Jahren forschte und lehrte Professor Hans Maier am Institut für Politische Wissenschaft der LMU – dem späteren Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft – zu politischer Theorie, Ideengeschichte und Fragen von Staat und Gesellschaft.

Maier gehörte zu jener Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die nach dem Zweiten Weltkrieg den Aufbau der Politikwissenschaft und die Profilierung in Deutschland maßgeblich prägten. Seine Arbeiten zeichneten sich durch historische Tiefenschärfe und einen interdisziplinären Zugang aus. Dabei richtete sich sein Interesse stets auf die geistigen und kulturellen Grundlagen politischer Ordnung.

Armin Nassehi, Vizepräsident für Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der LMU, nennt Maier einen „Vermittler zwischen den Konfessionen, Vermittler von Wissenschaft und Politik und dabei vor allem jemand, der Kultur- und Bildungspolitik in Reibung zum Zeitgeist gemacht hat, aber dennoch immer die Vermittlung gesucht hat. Jemand, der sich nicht an erwartbare Grenzen hielt.“

Porträt Hans Maiers mit weißen Haaren, der in die Kamera blickt und leicht lächelt. Er trägt ein hell gemustertes Hemd unter einem dunkelblauen Pullunder. Im Hintergrund ist unscharfes, grünes Blattwerk zu sehen, das eine natürliche, freundliche Atmosphäre schafft.

Professor Hans Maier ist am 8. Juni 2026 verstorben.

© picture alliance/dpa/Matthias Balk

Besonders verbunden blieb Maier dem Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft. Hier prägte er Generationen von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern. Seine Lehrveranstaltungen eröffneten den Blick auf die großen Traditionen des politischen Denkens ebenso wie auf die Herausforderungen moderner Demokratien. Wissenschaft verstand er nie als bloße Spezialdisziplin, sondern als Beitrag zur Orientierung in gesellschaftlichen und politischen Fragen.

Auch während seiner langjährigen Tätigkeit als Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus blieb die Rückkopplung von wissenschaftlicher Reflexion und praktischer Verantwortung kennzeichnend für sein Wirken. Nach seiner Rückkehr an die LMU widmete er sich am Romano-Guardini-Lehrstuhl verstärkt den Beziehungen zwischen Politik, Religion und Kultur. Seine Forschungen machten deutlich, wie eng politische Entwicklungen mit historischen Erfahrungen, religiösen Traditionen und kulturellen Deutungsmustern verknüpft sind.

Über die Grenzen der Universität hinaus war Hans Maier in zahlreichen wissenschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Institutionen engagiert. Sein Rat war gefragt, weil er politische und gesellschaftliche Entwicklungen stets in größere historische Zusammenhänge einzuordnen wusste. Dabei verband er wissenschaftliche Genauigkeit mit der Bereitschaft zum öffentlichen Dialog.

„Hans Maier war ein Gelehrter von außergewöhnlicher Bildung und beeindruckender geistiger Weite. Er hat das akademische Leben unserer Universität über viele Jahrzehnte hinweg bereichert und wichtige Impulse für die Politikwissenschaft, aber auch für den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gegeben. Die LMU wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, würdigt Matthias Tschöp die Lebensleistung des Verstorbenen.

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