Hochdotierter Nachwuchspreis für LMU-Molekularbiologen Jonathan Bohlen
25.09.2026
Der LMU-Molekularbiologe Dr. Jonathan Bohlen hat den Life Sciences Bridge Award der Aventis Foundation erhalten.
25.09.2026
Der LMU-Molekularbiologe Dr. Jonathan Bohlen hat den Life Sciences Bridge Award der Aventis Foundation erhalten.
Damit wird er für seine Forschung zu den molekularen Grundlagen seltener erblicher Immundefekte geehrt. Die unabhängige gemeinnützige Aventis Foundation vergibt den Preis jährlich an bis zu drei herausragende Nachwuchsforschende der Lebenswissenschaften. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 100.000 Euro dotiert und sollen die Forschenden auf ihrem weiteren Weg in der Wissenschaft unterstützen.
Bohlen leitet eine Forschungsgruppe am Genzentrum der LMU, die zugleich zum Comprehensive Childhood Research Center des Dr. von Haunerschen Kinderspitals gehört. Zusammen mit seinem Team arbeitet er an der Schnittstelle zwischen Molekularbiologie und Humangenetik von Immunkrankheiten. Dabei gelang es ihm erstmals, menschliche Ribosomen dabei zu beobachten, wie sie auf der mRNA nach dem Startpunkt für die Proteinsynthese suchen. Seine Untersuchungen zeigten unter anderem, dass der Translationsfaktor MCTS-1 für die Herstellung bestimmter Proteine entscheidend ist. Bohlen konnte damit einen bislang unbekannten molekularen Mechanismus aufklären, der der seltenen erblichen Immundefekterkrankung „Mendelian Susceptibility to Mycobacterial Disease“ (MSMD) zugrunde liegt. „Wenn sich gezielt beeinflussen lässt, welche Proteine Immunzellen herstellen, könnte dies einen Ansatzpunkt für neue Medikamente bieten“, erklärt Bohlen.
Der Molekularbiologe erstellte seine Doktorarbeit am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, wo er die Grundlagen seiner Forschung zur Regulation der Proteinbiosynthese legte. Anschließend wechselte er als Postdoktorand an das Institut Imagine und das angeschlossene Hôpital Necker-Enfants malades in Paris, wo er in der Arbeitsgruppe des Humangenetikers Jean-Laurent Casanova forschte. Dort verband er seine Forschung zur Übersetzung von mRNA in Proteine mit der Humangenetik seltener erblicher Immundefekte. Seit 2024 leitet Bohlen die Forschungsgruppe „mRNA Translation in Human Immunity“ an der LMU. Seine Arbeit wird seit 2026 zudem über sechs Jahre im Emmy Noether-Programm der DFG gefördert.
Die in Frankfurt am Main ansässige Aventis Foundation dient der Förderung von Kunst und Kultur sowie von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Den Life Sciences Bridge Award vergibt sie jährlich an bis zu drei Nachwuchsforschende an deutschen Universitäten. In diesem Jahr findet die Preisverleihung am 25. September in Frankfurt statt.