Leibniz-Preisträger Michael Seewald kommt an die LMU
28.01.2026
Michael Seewald, renommierter Theologe, forscht zu dogmatischer Entwicklung und Reformdebatten in der katholischen Kirche.
28.01.2026
Michael Seewald, renommierter Theologe, forscht zu dogmatischer Entwicklung und Reformdebatten in der katholischen Kirche.
Zum Sommersemester 2026 wird Professor Michael Seewald einen Lehrstuhl für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der LMU übernehmen. Er kehrt damit gewissermaßen zurück: 2009 bis 2011 absolvierte er ein Promotionsstudium an der LMU, wo er sich 2015 für das Fach Dogmatik und Ökumenische Theologie habilitierte.
Seewald wurde 1987 in Saarbrücken geboren. Nach dem Studium der Theologie, Philosophie und Politikwissenschaft in Tübingen, Pune (Indien) und Frankfurt am Main schloss er 2011 seine Promotion an der LMU ab. Nach der Habilitation 2015 erhielt er 2016 einen Ruf auf den Lehrstuhl für Dogmatik und Dogmengeschichte (W3) an der Universität Münster, den er seitdem innehat. Mit 29 Jahren war er damit deutschlandweit einer der jüngsten Professoren in einer geisteswissenschaftlichen Disziplin. Seit 2017 ist Seewald Principal Investigator am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster, seit 2022 auch dessen Sprecher. Zudem ist Michael Seewald seit 2023 ordentliches Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste sowie seit 2024 Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.
„Ich freue mich auf die Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich an der LMU künftig zusammenarbeiten darf. Und ich freue mich, gemeinsam mit den Studierenden über Fragen des christlichen Glaubens, seiner Entwicklung und seiner Gegenwartsbedeutung nachzudenken", sagt Seewald.
Die LMU bietet ein exzellentes Forschungsumfeld, in das ich mich hochmotiviert einbringen werde.Michael Seewald, ab Sommersemester 2026 Professor für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der LMU
Seewald forscht unter anderem zu Theorien dogmatischer Entwicklung und Reformdebatten in der katholischen Kirche. Seine Bücher wurden in zehn Sprachen übersetzt. Das von ihm verfasste „Dogma im Wandel“ gilt als ein Standardwerk der Dogmengeschichte. Seewalds Forschungen wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Karl-Rahner-Preis für theologische Forschung und dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis der DFG. 2025 erhielt er den wichtigsten deutschen Wissenschaftspreis, den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis. Katja Becker, die Präsidentin der DFG, würdigte bei der Preisverleihung Seewalds „virtuose Innovationskraft“ und bezeichnete seine Arbeiten als bahnbrechend.