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Mit neuen Therapeutika gegen resistente Krebsarten

11.01.2024

Deutsch-israelisches Kooperationsprojekt zur Erforschung aggressiver Tumore erhält Millionenförderung.

Lungentumore, die durch somatisches Engineering von KrasG12D und TP53-Mutanten mittels CRISPR in der erwachsenen Lunge verursacht wurden.

Von Tumoren (große Läsionen) betroffenes Lungengewebe

Deubiquitylierende Enzyme (grün) sind in Tumoren überrepräsentiert und verhindern den Abbau von Onkoproteinen. | © Diefenbacher Lab: Nikolett Pahor & Oliver Hartmann

Ein internationales Forschungsprojekt zum Thema „Abbauresistente Tumore verstehen und gezielt bekämpfen" wird im Rahmen der Deutsch-Israelischen Projektkooperation (DIP) mit 1,655 Millionen Euro gefördert. Beteiligt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der LMU, des Technion - Israel Institute of Technology in Haifa, der Goethe-Universität Frankfurt und des Helmholtz-Zentrums München. DIP wurde 1997 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ins Leben gerufen, um die Exzellenz in der deutsch-israelischen Forschungszusammenarbeit zu stärken.

Das Projekt wird untersuchen, inwieweit kurzlebige, abbaubare Onkoproteine verstärkt stabilisiert werden, was ein typisches Merkmal vieler aggressiver und therapieresistenter Krebsarten ist. „Die Entschlüsselung der molekularen und zellulären Grundlagen der Onkoprotein-Stabilisierungswege und die Entwicklung von Therapeutika, die auf diese Krebsarten abzielen, sind dringend erforderlich und ein ungedeckter klinischer Bedarf“, so LMU-Professor und Gruppenleiter am Helmholtz-Zentrum München Markus Diefenbacher. Die Projektpartner aus Deutschland und Israel wollen ihr Fachwissen zusammenführen, um grundlegende Mechanismen zu erforschen, welche die Tumorentstehung antreiben. Dafür nutzen sie hochentwickelte chemische und biochemische Methoden auf dem Gebiet des gezielten Proteinabbaus in Kombination mit Fliegen- und Mausgenetik sowie klinische Studien und Daten. „Mit unserer gebündelten Expertise werden wir neue Ebenen der Proteinregulierung erforschen, einschließlich Enzymen und Mechanismen, die für die Tumorentstehung von abbauresistenten Tumoren grundlegend sind“, meint Diefenbacher.

Gebündeltes Wissen für neue Therapeutika

Markus Diefenbacher

Prof. Markus Diefenbacher | © Benedikt Knüttel – Bkfotofilm, Würzburg

Bei der Durchführung des Projekts spielen die Experimentelle Pneumologie an der Medizinischen Fakultät der LMU und das Institut für Lungengesundheit und Immunität (LHI) am Helmholtz-Zentrum München eine Schlüsselrolle als Innovationsdrehscheibe. Diefenbachers Arbeitsgruppe wird den Zugang zu modernen Technologien ermöglichen, darunter Adeno-assoziierte Viren für den Gentransfer sowie genetisch maßgeschneiderte vorklinische Modellsysteme. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Medizinerinnen und Medizinern an der KUM und Asklepios werden sogenannte Organoide, also organähnliche Strukturen auf der Basis individueller Zellkulturen von Lungenkrebserkrankten, zusammen mit In-vivo- und Ex-vivo-Modellen eine zentrale Rolle bei der Entdeckung neuer Schwachstellen von Tumoren spielen und es dem Konsortium ermöglichen, innovative Therapeutika in einem frühen Stadium zu testen.

„Indem wir ein umfassendes und grundlegendes Verständnis der zugrunde liegenden molekularen Mechanismen abbauresistenter Tumore generieren, sind wir in der Lage, neuartige Hemmstoffe und Abbauprodukte (PROTACs) zu entwickeln, die für die Entwicklung neuartiger Therapeutika von unmittelbarer Bedeutung sein werden“, sagt Diefenbacher.

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