Munich Climate School: Klimakrise interdisziplinär angehen
01.06.2026
Wie lassen sich die Herausforderungen des Klimawandels verstehen – und lösen? Studierende und Forschende der LMU setzen auf interdisziplinären Austausch.
01.06.2026
Wie lassen sich die Herausforderungen des Klimawandels verstehen – und lösen? Studierende und Forschende der LMU setzen auf interdisziplinären Austausch.
Hitzewellen, Überschwemmungen, Waldbrände, Dürren: Die Herausforderungen des Klimawandels beschäftigen unterschiedlichste wissenschaftliche Disziplinen. Klimaforscher modellieren Temperaturentwicklungen, Juristinnen diskutieren Fragen des Klimastrafrechts, Sozialwissenschaftler untersuchen gesellschaftliche Konflikte, Medizinerinnen erforschen gesundheitliche Folgen zunehmender Hitzeperioden.
Große Probleme lassen sich allerdings nur mit vereinten Kräften lösen. Die hybride Munich Climate School der LMU versammelt darum nun schon zum sechsten Mal Studierende und Forschende aller Fächer, um die Klimakrise aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.
Man lernt nicht nur fachlich viel, sondern bekommt auch ein besseres Verständnis dafür, wie unterschiedlich Herausforderungen und Lösungsansätze weltweit aussehen.Hannah Verse, Teilnehmerin an der Climate School
Eingeladen sind Studierende der LMU, aber auch Interessierte anderer Hochschulen weltweit. So fließen unterschiedliche Erfahrungen mit Klimawandel und Klimapolitik in Diskussionen und Workshops ein. Die Jurastudentin Hannah Verse, Teilnehmerin an der Climate School 2024, kann das bestätigen: „Oft stand man in den Pausen zusammen und diskutierte darüber, wie unterschiedliche Länder mit Klimapolitik, Energie oder Nachhaltigkeit umgehen.“ Sie fand diese informellen Gespräche „unglaublich bereichernd. Dadurch hat man nicht nur fachlich viel gelernt, sondern auch ein besseres Verständnis dafür bekommen, wie unterschiedlich Herausforderungen und Lösungsansätze weltweit aussehen.“
Die Idee für das interdisziplinäre, internationale Format entstand im Klimaforum der LMU, einem losen Zusammenschluss von Forschenden verschiedener Disziplinen. 2021 gründeten der Jurist Professor Helmut Satzger und die Mathematikerin Professorin Francesca Biagini, heute Vizepräsidentin für Mathematik, Informatik, Statistik sowie Internationales der LMU, dann die Climate School der LMU – eine einwöchige, kostenlose Summer School, die allerdings nicht im Sommer, sondern in der ersten Oktoberhälfte stattfindet.
Teilnehmende der Munich Climate School 2025
Naturwissenschaftliche Grundlagen stehen seither ebenso auf dem Programm einer jeden Climate School wie rechtliche, gesellschaftliche, wirtschaftliche oder ethische Fragen. Unter den mehr als zwanzig Professorinnen und Professoren, die in diesem Jahr ihre Forschung vorstellen und mit den Studierenden diskutieren, ist Professorin Julia Pongratz, Direktorin des Departments für Geographie. In der Überblicksvorlesung der renommierten Klimaforscherin geht es um zentrale Themen: Wie funktioniert der Treibhauseffekt? Was genau sind eigentlich Kipppunkte? Woher wissen wir überhaupt, dass der aktuelle Klimawandel menschengemacht ist? Und kann das Zwei-Grad-Ziel noch erreicht werden?
Andere Beiträge beschäftigen sich intensiv mit den gesellschaftlichen und politischen Folgen des Klimawandels. Was bedeuten häufigere Extremwetterereignisse für Landwirtschaft, Gesundheitssysteme oder Finanzmärkte? Wie verändern sich politische Debatten und gesellschaftliche Konflikte? Welche Rolle spielen Fragen globaler Gerechtigkeit?
Auch juristische Perspektiven sind Teil des Programms. So behandeln Professor Helmut Satzger und Dr. Nicolai von Maltitz die Frage, welche Rolle strafrechtliche Verbote und Sanktionen in einer wirksamen Klimapolitik spielen können. Denn mehr und mehr rückt in den Fokus, wer für die Folgen der Klimakrise eigentlich die Verantwortung trägt.
Den Abschluss nach fünf Tagen voller interaktiver, praxisnaher Workshops, interessanter Vorträge und lebendiger Diskussion bildet eine COP-Simulation in Kooperation mit Model United Nations Association Munich (MUNAM). Ziel der UN-Simulation ist es, die Studierenden möglichst realitätsnah mit den Strukturen und Arbeitsweisen der Vereinten Nationen vertraut zu machen.
Für Hannah Verse war die Munich Climate School eine „unglaublich inspirierende Erfahrung“. Die Munich Climate School hat sie nicht nur nachhaltig motiviert, sich weiter mit Klimafragen zu beschäftigen. Sie ist auch selbst aktiv geworden: Heute gehört Hannah Verse als studentische Hilfskraft dem Orgateam der Climate School an.
Die Munich Climate School findet vom 5. bis 10. Oktober an der LMU statt. Bewerbungen für eine Online-Teilnahme sind noch möglich. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Climate School.