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Neue Bäume für den Universitätswald der LMU

30.10.2026

Fördernde des Deutschlandstipendiums und Studierende erkundeten mit LMU-Vizepräsidentin Francesca Biagini die Forschung im Universitätswald und pflanzten neue Bäume.

Fördernde und Studierende des Deutschlandstipendiums mit LMU-Vizepräsidentin Francesca Biagini im Universitätswald bei Landshut.

Fördernde und Studierende des Deutschlandstipendiums mit LMU-Vizepräsidentin Francesca Biagini im Universitätswald bei Landshut.

© LMU

Seit 2023 lädt die LMU Förderinnen und Förderer des Deutschlandstipendiums sowie Stipendiatinnen und Stipendiaten jährlich in ihren Universitätswald ein. Die Baumpatenschaften sind ein Dankeschön für das Engagement der Fördernden: Zu jedem gepflanzten Baum gehören eine Urkunde und eine Namensplakette. Bei der vierten Veranstaltung führte Christoph Dimke, Assessor des Forstdienstes im LMU-Wald, die Gruppe zunächst zu den Pflanzflächen der vergangenen Jahre.

Dort gab es erfreuliche Nachrichten: Sämtliche 2025 gepflanzten Bäume haben den trockenen Sommer überstanden. Manche sind von 50 Zentimetern auf bis zu einen Meter gewachsen. Drahtzäune schützen die Setzlinge vor Wildverbiss. Der rund 470 Hektar große Universitätswald bei Landshut gehört seit 1802 der LMU. Früher halfen seine Erträge, die Universität zu finanzieren; heute dient er neben der Forstwirtschaft auch der Forschung und Lehre.

Klimawandel fordert die Waldwirtschaft heraus

Während des Rundgangs erläuterte Dimke, wie sich der außergewöhnlich heiße und trockene Sommer 2026 auf den Wald ausgewirkt hat. In Bayern lagen die sommerlichen Temperaturen regional um bis zu 3,9 Grad über dem langjährigen Mittel, zugleich fiel etwa ein Drittel weniger Niederschlag. „Vor allem die Küstentanne und die Weißtanne haben sehr gelitten“, berichtete Dimke. Bei einer mehr als 50 Meter hohen Douglasie vermutet er einen Befall mit dem Hallimasch-Pilz.

Um den Wald widerstandsfähiger zu machen, setzen Dimke und sein Team auf verschiedene Baumarten und natürliche Verjüngung. Junge Bäume, die bereits unter älteren wachsen, können nach Stürmen oder Schädlingsbefall deren Platz einnehmen. Artenvielfalt ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Waldentwicklung.

Forschung und Lehre unmittelbar vor Ort

Wie Wälder auf Klimaveränderungen und unterschiedliche Bewirtschaftung reagieren, untersucht auch die LMU. Professor Ralf Ludwig, Geograf und Chief Sustainability Officer der Universität, stellte eine Versuchsfläche des Forschungsprojekts LabForest vor. Forschende vergleichen dort, wie sich Wälder nach Stürmen, Trockenheit oder Schädlingsbefall erholen. Messstationen und Drohnen liefern dafür Daten. Bisweilen erschweren neugierige Wildschweine die Arbeit, indem sie Messgeräte ausgraben.

Zugleich ist der Wald ein Lernort: Im Projekt KLICKS werden fortgeschrittene Studierende zu Waldtrainerinnen und Waldtrainern ausgebildet, die ihr Wissen an jüngere Semester weitergeben. Dimke fasste den Ansatz während der Führung mit den Worten „Wissen ist Begreifen“ zusammen.

Ein besonderer Dank an die Fördernden

LMU-Vizepräsidentin Francesca Biagini freut sich über den neu gepflanzten Baum im Universitätswald bei Landshut.

LMU-Vizepräsidentin Francesca Biagini freut sich über den neu gepflanzten Baum im Universitätswald bei Landshut.

© LMU

Nach dem Rundgang und einer Brotzeit pflanzten die Gäste auf einer dafür vorgesehenen Fläche neue Bäume. Erstmals fand die Aktion im Herbst statt, der angesichts trockener Frühjahre für junge Setzlinge günstigere Bedingungen bieten kann. Zu den bisher gepflanzten Eichen, Rotbuchen, Küstentannen, Weißtannen, Lärchen und Douglasien kamen Edelkastanien hinzu. Dimke hatte sie mit Blick auf die italienische Herkunft von LMU-Vizepräsidentin Francesca Biagini ausgewählt. Für Ludwig, der erstmals dabei war, hatte er zudem einen Riesenmammutbaum organisiert. Für die Baumpatenschaften werden ausschließlich Lücken und Schadflächen genutzt.

Die Teilnehmenden lockerten den Boden, setzten die jungen Bäume ein und brachten die Namensplaketten an. Biagini hob hervor, dass die Unterstützung durch das Deutschlandstipendium Studierenden nicht nur finanzielle Freiräume eröffne, sondern auch Kontakte und Mentoring ermögliche. Der Gedanke einer Entwicklung, deren Wirkung erst mit der Zeit sichtbar wird, verbindet die Förderung mit den neuen Baumpatenschaften. Dazu zitierte Biagini einen Satz ihres Vaters: „Ein Baum, der fällt, macht mehr Lärm als ein Wald, der wächst.“

Das Deutschlandstipendium an der LMU

Das Deutschlandstipendium unterstützt leistungsstarke und engagierte Studierende aller Fachrichtungen mit 300 Euro monatlich. Die Finanzierung übernehmen private Fördernde – darunter Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen – und der Bund zu gleichen Teilen mit jeweils 150 Euro.

Bei der Vergabe zählen neben den Studienleistungen auch gesellschaftliches Engagement sowie besondere persönliche oder familiäre Umstände. Das Stipendium ist unabhängig vom Einkommen und wird nicht auf das BAföG angerechnet. Die Förderung wird in der Regel für ein Jahr gewährt und kann verlängert werden. Darüber hinaus bietet das Programm Möglichkeiten zum Austausch zwischen Studierenden und Fördernden.

Weitere Informationen: Deutschlandstipendium an der LMU

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