Neues EU-Projekt zum Schutz seltener Mittelmeer-Muschel
21.01.2026
LMU-Forschende sind an einem internationalen Konsortium zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Edlen Steckmuschel beteiligt.
21.01.2026
LMU-Forschende sind an einem internationalen Konsortium zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Edlen Steckmuschel beteiligt.
Die Edle Steckmuschel wird bis zu einem Meter groß. | © Dušan Palić
Die Edle Steckmuschel (Pinna nobilis) zählt mit einer Länge von bis zu einem Meter zu den größten Muscheln der Welt und kommt ausschließlich im Mittelmeer vor. Seit 2016 haben krankheitsbedingte Massensterben die Bestände nahezu vollständig zusammenbrechen lassen. Heute überleben nur noch wenige tausend Tiere in isolierten Lagunen, und die Art wurde als vom Aussterben bedroht in die Rote Liste der IUCN aufgenommen.
Ziel des von der EU geförderten LIFE PINNACARE Projektes ist es, die Art und ihre Lebensräume langfristig zu sichern. Dazu vereint das Projekt unter der Leitung der Katholischen Universität Valencia Partner aus sechs europäischen Ländern, um gezielte Schutzmaßnahmen an 32 Standorten des Natura-2000-Netzwerks umzusetzen.
Von Seiten der LMU beteiligt ist Professor Dušan Palić, Inhaber des Lehrstuhls für Fischkrankheiten und Fischereibiologie. Mit seinem Team entwickelt er tierärztliche Biosicherheitsprotokolle, um Krankheitsübertragungen bei der Umsiedlung und Zucht von Steckmuscheln für Wiederansiedlungsprogramme und wissenschaftliche Studien zu minimieren. Darüber hinaus bringen die Forschenden ihre Expertise in moderner molekularer Diagnostik ein und werden in Zusammenarbeit mit anderen Partnern unter anderem die Gesundheit der Muscheln, Krankheitsresistenzen und mögliche Behandlungsansätze untersuchen.
Mit dem Projekt PINNACARE ist die LMU erstmals an einem EU-LIFE-Konsortialprojekt beteiligt. EU-LIFE-Projekte tragen zur Umsetzung, Weiterentwicklung und Aktualisierung der europäischen Umwelt- und Naturschutzpolitik bei. Aufgabe des Bereichs Natur und Biodiversität des Programms ist es, die Natur Europas zu schützen und wiederherzustellen, indem der Verlust der biologischen Vielfalt gestoppt und umgekehrt wird.