News

Summer Schools: Wissen vertiefen, Kontakte knüpfen, Chancen eröffnen

06.07.2026

Egal ob KI, Medizin, Politik oder Völkerrecht: Das Angebot an Summer Schools an der LMU für Studierende, Promovierende und Postdocs ist groß.

An der LMU werden jedes Jahr Dutzende Summer Schools angeboten. Viele davon sind etablierte Formate und werden aufgrund ihres Erfolgs regelmäßig wiederholt. Zugleich kommen neue Angebote hinzu – 2026 etwa die Summer School on Imprecise Probabilities, die von der Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik organisiert wird.

Unsicherheit besser verstehen

Unvollständige Daten, unsichere Modelle, Entscheidungen unter begrenztem Wissen: Mit solchen Fragen beschäftigt sich die Summer School on Imprecise Probabilities, die vom 27. bis 31. Juli erstmals in München stattfindet. Sie bringt Forschende und Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zusammen, die an der Schnittstelle von Wahrscheinlichkeitstheorie, Statistik, Entscheidungstheorie, Logik, Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen arbeiten.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Unsicherheit mathematisch beschreiben lässt, wenn klassische Wahrscheinlichkeitsmodelle an Grenzen stoßen. Die Summer School vermittelt dafür Grundlagen, stellt aktuelle Forschungsfragen vor und ermöglicht den Austausch mit internationalen Fachleuten. Das Programm wird von einem wissenschaftlichen Komitee zusammengestellt, die Referentinnen und Referenten kommen aus unterschiedlichen theoretischen und anwendungsorientierten Bereichen.

Die Teilnehmenden arbeiten mehrere Tage konzentriert an einem Thema und treffen dabei auf Forschende aus unterschiedlichen Ländern und Disziplinen. Das schafft Raum für Fragen, Diskussionen und neue Kontakte. „Sie erhalten nicht nur eine fundierte Einführung, sondern auch Einblicke in aktuelle Forschungsfragen und offene Herausforderungen“, sagt Prof. Dr. Eyke Hüllermeier, Inhaber des Lehrstuhls für Artificial Intelligence and Machine Learning an der LMU.

Das international etablierte Format wird in der Regel alle zwei Jahre an wechselnden Orten organisiert. „Wir freuen uns sehr, dass die Summer School in diesem Jahr in München stattfindet“, sagt Hüllermeier. Für den Standort sei dies eine ausgezeichnete Möglichkeit, lokale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der internationalen Fachcommunity zusammenzubringen und die Sichtbarkeit in diesem Gebiet weiter zu steigern.

Mehr Informationen unter: https://www.ifi.lmu.de/kiml/en/school26/

Internationale Perspektiven für Promovierende

Wie lässt sich Gesundheit erforschen, wenn Medizin, Sozialwissenschaften, Naturwissenschaften, Technik und Geisteswissenschaften zusammenarbeiten? Dieser Frage widmet sich die LERU Doctoral Summer School vom 7. bis 11. September 2026 an der Katholischen Universität Leuven in Belgien. Unter dem Titel „Inter-, Multi- and Transdisciplinary Perspectives on Health“ treffen sich dort fortgeschrittene Promovierende aus den Mitgliedsuniversitäten des europäischen Forschungsnetzwerks LERU, zu dem auch die LMU gehört.

Das Angebot richtet sich an Promovierende aller Fächer, deren Forschung Gesundheit im weiten Sinn betrifft oder sich dafür nutzbar machen lässt. Vorträge, Workshops und Gruppenprojekte führen die Teilnehmenden zusammen. Sie entwickeln dabei fachübergreifende Forschungsideen und stellen diese am Ende der Woche vor. Auch das neue Vesalius Museum für Wissenschaft, Gesundheitswesen und Gesellschaft in Leuven ist Teil des Programms.

Die erste LERU Doctoral Summer School fand 2010 an der Universität Utrecht statt. Seither wird sie jährlich an wechselnden Partneruniversitäten organisiert. An der LMU betreut das GraduateCenter die Ausschreibung und Auswahl für die geförderten Plätze. „Die Summer Schools sind immer sehr interaktiv gestaltet und die Rückmeldung der Teilnehmenden ist ausnehmend positiv“, berichtet Dr. Isolde von Bülow vom GraduateCenter. Die ausgewählten Teilnehmenden erhalten eine finanzielle Förderung.

Bewerbung und Auswahl für die diesjährige Summer School sind bereits abgeschlossen. Die nächste Ausschreibung wird voraussichtlich Ende 2026 über den Newsletter des GraduateCenter LMU bekannt gegeben.

Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis

Die European Summer School in Evidence-Based Public Health findet vom 20. bis 24. Juli 2026 statt und hat ihren Ursprung in einem internationalen Workshop an der Medizinischen Fakultät im Jahr 2010. Weltweit gibt es zahlreiche Weiterbildungsangebote zur evidenzbasierten Medizin – zur evidenzbasierten Entscheidungsfindung im Bereich Public Health dagegen deutlich weniger. „Diese Lücke wollten wir mit der Summer School schließen“, erläutert Professorin Eva Rehfuess, Chair of Public Health and Healthcare Research und Gründerin der Summer School.

Das Programm richtet sich an Forschende und Mitarbeitende von Public-Health-Institutionen, etwa am Robert Koch-Institut oder bei der Weltgesundheitsorganisation. Gerade der Austausch zwischen akademischer Forschung und Praxis ist ein wichtiger Bestandteil des Formats. Neben den Inhalten und unterschiedlichen Lehrformaten schätzten viele Teilnehmende auch das Begleitprogramm und die kollegiale Atmosphäre, sagt Dr. Lisa Pfadenhauer, die die inhaltliche Planung und die Koordination der elf Dozierenden verantwortet.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Munich Advanced Course in International Law (MACIL).

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Munich Advanced Course in International Law (MACIL).

© LMU

Völkerrecht in einer Welt im Umbruch

Was bleibt vom internationalen Recht, wenn sich die Weltordnung verändert? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Munich Advanced Course in International Law (MACIL), der vom 3. bis 13. August in München stattfindet. Das diesjährige Thema lautet: „Today’s World Order in Disruption: The End of International Law as We Know It?“

Rund 25 Studierende und Nachwuchsjuristinnen und -juristen aus verschiedenen Ländern nehmen jährlich teil. In sechs bis acht Einheiten behandeln international renommierte Dozentinnen und Dozenten Teilfragen eines größeren völkerrechtlichen Themas. Die Teilnehmenden diskutieren dabei nicht nur mit den Lehrenden, sondern bringen unterschiedliche Rechtstraditionen und Erfahrungen zusammen. „Dadurch entsteht ein besonders vielfältiges und internationales Programm, das weit über das hinausgeht, was Studierende im regulären Universitätsalltag häufig erleben“, sagt Professor Christian Walter, Inhaber des Lehrstuhls für Völkerrecht und Öffentliches Recht. Aus dem Austausch entstehen häufig Kontakte und Freundschaften.

MACIL gibt es seit 14 Jahren. Die internationale Sichtbarkeit zeigt sich auch in der Zusammenarbeit mit dem europäischen Masterprogramm International Law of Security, Peace and Sustainable Development. Viele ehemalige Teilnehmende arbeiten später in internationalen Organisationen, der Diplomatie oder der Wissenschaft. Für die Zukunft soll laut Walter die Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz, Praxisbezug und persönlichem Austausch weiter gestärkt werden.

Mehr Informationen unter: https://www.macil-misu.de

Starke Nachfrage nach Open Science

Eine hybride Summer School organisiert das interdisziplinäre Open Science Center der LMU vom 7. bis 11. sowie am 14. und 15. September 2026. „Jedes Jahr vermitteln wir ein kompaktes Grundlagenpaket, das Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern den Einstieg in transparente und replizierbare Forschung erleichtert“, sagt Dr. Malika Ihle. Wissenschaftliche Integrität sei heute wichtiger denn je. Entsprechend groß sei die Nachfrage: Sie übersteige die Zahl der verfügbaren Plätze regelmäßig um mehr als das Doppelte.

„Nach der Summer School werden die Teilnehmenden häufig zu engagierten Fürsprecherinnen und Fürsprechern von Open Science in ihren Departments oder sogar fakultätsübergreifend“, sagt Ihle. Deshalb liegt ein Schwerpunkt auch 2026 auf der Ausbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Die Organisation der Schools ist aufwändig, über die Jahre haben strukturierte Vorlagen die Arbeit jedoch erleichtert. 2023 erhielt Ihle mit ihrem Team einmalig 15.000 Euro aus dem LMU-Fonds zur Förderung der Lehre. Der Großteil der Arbeit wird dennoch ehrenamtlich geleistet. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Mehr Informationen unter: https://www.osc.lmu.de/events/events/2026-09-07-lmu-open-science-summer-school.html

Teilnehmende aus aller Welt

Die Munich International Summer University (MISU) bündelt englischsprachige Summer Schools der LMU. Sie richten sich vor allem an internationale Studierende, Promovierende und junge Berufstätige. Die Kurse dauern zwischen zwei und zehn Wochen, finden in kleinen Gruppen statt und werden durch ein Kulturprogramm ergänzt.

Die Sommerprogramme starten im Juli und August. Sie decken Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften ebenso ab wie Wirtschaft und Recht. Ergänzend bietet das International Office vom 4. bis 28. August Sommer-Sprachkurse an.

MISU wird seit 28 Jahren von ehemaligen LMU-Studierenden organisiert, die im International University Club Munich (IUCM) zusammengeschlossen sind. „Von der Gründung der MISU bis zur Unterbrechung durch die Corona-Pandemie stieg die Zahl der Teilnehmenden kontinuierlich“, sagt Susanne Gerlach vom IUCM. „Und glücklicherweise steigen die Zahlen seit 2022 wieder.“ Eine Herausforderung bleibe derzeit, bezahlbaren Wohnraum für die Teilnehmenden aus rund 80 Ländern zu finden.

Neben den persönlichen Begegnungen im kulturellen Begleitprogramm hebt Gerlach besonders das European Studies Programme des Geschwister-Scholl-Instituts für Politikwissenschaft hervor. „Politische Veränderungen in der Welt ermöglichen es den Studierenden aus vielen Nationen, in einem Kurs Gegensätze und Gemeinsamkeiten zu entdecken. So können sie ein besseres Verständnis füreinander entwickeln.“

Mehr Informationen unter: https://www.lmu.de/en/study/all-degrees-and-programs/programs-for-international-visiting-students/munich-international-summer-university/

Kulturelle Spuren von Migration

Wie haben Migrationen aus Tschechien und der Ukraine Bayern geprägt? Dieser Frage widmet sich die bayerisch-tschechische Sommerschule „‚Osteuropäisches‘ Bayern im 20.-21. Jahrhundert: Kulturelle und literarische Spuren von Migrationsbewegungen“, die vom 27. bis 31. Juli 2026 an der LMU und an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW) stattfindet.

Im Mittelpunkt stehen die historischen und kulturellen Verflechtungen zwischen Bayern und Ostmitteleuropa. Die Teilnehmenden untersuchen, welche Spuren Migrationsbewegungen in Literatur und Kultur hinterlassen haben und wie dieses Erbe bis heute sichtbar ist. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf bislang wenig beachteten Perspektiven von Frauen und Kindern im Exil und in der Migration.

„Die Sommerschule fördert den Austausch zwischen bayerischen und tschechischen Studierenden, Universitäten und Kulturinstitutionen“, sagt Juniorprofessorin Dr. Svetlana Efimova, die das Programm gemeinsam mit Dr. Lucie Antošíková von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit Prof. Dr. Renata Cornejo von der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústí nad Labem organisiert. Gefördert wird die Sommerschule von der Bayerisch-Tschechischen Hochschulagentur (BTHA) aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst in Kooperation mit der LMU, der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und dem Adalbert Stifter Verein. Drei Programmpunkte sind auch für die interessierte Öffentlichkeit geöffnet.

Wonach suchen Sie?