Tag der Archive: Ausstellungen zu Flucht, Exil und Neuanfang in der Unibibliothek
06.03.2026
Eine Sammelausstellung in der LMU-Universitätsbibliothek zeigt am 7. März Lebenswege von Forschenden im Exil während des Nationalsozialismus.
06.03.2026
Eine Sammelausstellung in der LMU-Universitätsbibliothek zeigt am 7. März Lebenswege von Forschenden im Exil während des Nationalsozialismus.
Wie Forschende Flucht, Exil und Neuanfang erlebten, zeigt die Sammelausstellung „Forschung in Bewegung. Dokumente und Fotografien aus Münchner Wissenschaftsarchiven“ am 7. März in der Universitätsbibliothek der LMU. Vier wissenschaftliche Einrichtungen präsentieren dort die Lebenswege von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die während des Nationalsozialismus ins Ausland fliehen mussten. Die Ausstellungen finden im Rahmen des bundesweiten „Tags der Archive“ statt, der in diesem Jahr unter dem Motto „Alte Heimat – neue Heimat“ steht.
„In den vier kleinen Ausstellungen werden am Samstag inhaltliche Schätze rund um das Thema Exil zu sehen sein“, erklärt die Leiterin des Universitätsarchivs Dr. Susanne Wanninger. „Dazu haben sich das Archiv des Deutschen Museums, das Referat für Nachlässe und Autographen der Bayerischen Staatsbibliothek, das Archiv der Technischen Universität München (TUM) und die Abteilung Historische Sammlungen der Universitätsbibliothek am Tag der Archive erstmals an der LMU zusammengetan.“
Die Ausstellung „Exilanten und ihre Rückkehr an die LMU“ der Abteilung Historische Sammlungen der Universitätsbibliothek der LMU beleuchtet das Schicksal von 31 Professoren und sieben Privatdozenten, die im Zuge des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ ihre Stellung an der LMU verloren. Bei den meisten war ihre jüdische Herkunft der Grund. Rund zwei Drittel der Betroffenen gingen ins Exil, sieben kehrten nach 1945 nach Deutschland zurück. Einige, darunter die Juristen Karl Löwenstein und Hans Nawiasky sowie der Chemiker Georg-Maria Schwab, nahmen in München wieder ihre Lehrtätigkeit auf.
Die Ausstellung fragt unter anderem, warum manche Hochschullehrenden bereits bei der Wiedereröffnung der Universität im Frühjahr 1946 wieder im Dienst standen, andere jedoch erst Jahre später. Im Fokus stehen auch die Hürden, mit denen Professoren und Privatdozenten bei ihrer Rückkehr nach München zu kämpfen hatten. Gezeigt werden ausgewählte Dokumente aus den Beständen der Referate „Altes Buch“ und „Universitätsarchiv“. Das Referat „Altes Buch“ bietet zudem Führungen durch sein Nachlassmagazin an, das sonst nicht öffentlich zugänglich ist, um 10 Uhr, 13 Uhr und 16 Uhr.
Das Archiv des Deutschen Museums zeigt in der Universitätsbibliothek der LMU die Ausstellung „Forschen und Leben in Zeiten des Umbruchs. Der Chemiker August Kekulé (1829–1896) und die Physikerin Charlotte Houtermans (1899–1993)“. Briefe und Bilder aus den Nachlässen der beiden Forschenden illustrieren die abenteuerliche Flucht der Physikerin in die USA und etwa den Moment der Eingebung, in dem Kekulé die Ringstruktur des Benzols erkannte.
Das Referat für Nachlässe und Autographen der Bayerischen Staatsbibliothek präsentiert am Tag der Archive die Ausstellung „First Letters – Emigrierte Altertumswissenschaftler schreiben nach Deutschland 1945–1947“. Und das Archiv der TUM beteiligt sich mit der Veranstaltung „Brain Drain – Lebenswege von Angehörigen der TH München zwischen 1933 und 1945“. Exemplarisch werden dabei Lebenswege von Studierenden und Hochschullehrern der Technischen Hochschule München – wie die TUM damals hieß – vorgestellt. Diese mussten ihre Alma Mater unter dem nationalsozialistischen Regime verlassen und im Ausland eine neue wissenschaftliche Heimat suchen.
Die vier Ausstellungen sind am Samstag, 7. März, von 10 bis 17 Uhr in der Ausleih- und Ausstellungshalle der Universitätsbibliothek der LMU (Zugang über das Universitätshauptgebäude, Geschwister-Scholl-Platz 1) zu sehen.