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Tag für gute Lehre 2021: Forschung als Kristallisationspunkt

06.07.2021

Am 9. Juli werden im Rahmen des Tags für gute Lehre wieder Forscherpreise an hervorragende Studierende und Lehrinnovationspreise an Lehrende vergeben. Für Professor Oliver Jahraus, Vizepräsident für Lehre, erfüllt die Verleihung mehrere Funktionen.

Professor Oliver Jahraus ist Vizepräsident für den Bereich Studium an der LMU.

Herr Professor Jahraus, was verstehen Sie unter guter Lehre?

Professor Oliver Jahraus: Gute Lehre findet an Fakultäten und in den Fächern statt. Dabei orientiert sie sich an der hervorragenden Forschung, die dort geleistet wird, und ist immer auf die eine oder andere Art mit ihr verbunden. Die Forschung ist der Kristallisationspunkt für die Lehre. Und ohne die Forschung zu thematisieren, habe ich gar keine Möglichkeit, über Lehre nachzudenken.

Der Vizepräsident für Lehre ist also tatsächlich nicht der ganz richtige Adressat für diese Frage. Ich persönlich sehe meine Aufgabe eher darin, das Gespräch darüber, was gute Lehre ausmacht, zu moderieren. Ich will Menschen zusammenbringen, die sich unter den spezifischen Bedingungen einer der größten und erfolgreichsten Forschungsuniversitäten um gute Lehre bemühen und verdient machen.

Das Programm Lehre@lmu ist mit Ende des bundesweiten „Qualitätspakts Lehre“ ausgelaufen. Welche Rolle spielt vor diesem Hintergrund der Tag für gute Lehre?

Der Tag für gute Lehre soll nicht nur als Motivations-, sondern auch als Monitoring-Instrument funktionieren. Denn wo gelehrt wird, also in den Fächern und Fakultäten, ist auch das Thema gute Lehre immer präsent. Mit den Einsendungen für die Forscherpreise für Studierende und der Lehrinnovationspreise für Lehrende bekommen wir einen guten Überblick darüber, was in den Fakultäten läuft, und ich muss sagen: Es ist ganz beeindruckend zu erfahren, welche Forschungsprojekte angegangen werden und in welchem Lehrkontext sie entstehen!

Das heißt, die Fakultäten und Fächer sind sehr bestrebt, den Studierenden die Perspektiven ihrer Forschung zu vermitteln?

Nicht nur das. Dort werden Räume geschaffen, in denen sich Studierende schon in einer frühen Studienphase, zum Beispiel in der Bachelorphase, mit eigenen Projekten befassen können. So gibt es Arbeiten, die sich etwa mit der Untersuchung von Ökosystemen in anderen Teilen der Erde oder mit Eutererkrankungen bei Kühen befassen. Das finde ich wirklich toll.

Eines ist ganz klar: Mit dem Wegfall der Förderung durch Qualitätspakt Lehre endet nicht die gute Lehre! Die Menschen, die schon Lehre@lmu geprägt und vorangebracht haben, bleiben bei der Sache. Mehr noch: Es gibt zahlreiche neue und fakultätsübergreifende Formate, etwa zur „Künstlichen Intelligenz in der Hochschulbildung“, in denen das Thema Lehre einen großen Stellenwert einnimmt – vom Engagement der dezentralen Einrichtungen wie dem MZL, dem Center for Leadership und People Management oder ProFil ganz zu schweigen.

Wie werden die Forscherpreise und Lehrinnovationspreise jetzt finanziert?

Im Kern bleiben etwa die Lehrinnovationspreise, mit denen die Ideen von Lehrenden honoriert werden, bestehen: Das Preisgeld von je 10.000 Euro wird dabei mit dem Ziel einer Reinvestition in weitere innovative Ideen vergeben.

Worüber ich mich sehr gefreut habe, ist, dass wir die Unterstützung der Münchener Universitätsgesellschaft gewinnen konnten. Ihre Förderung ermöglicht, dass wir statt bisher vier nun fünf Lehrinnovationspreise vergeben können. Die MUG übernimmt zudem die Finanzierung von fünf Forscherpreisen für Studierende. Die anderen fünf (in diesem Jahr ausnahmsweise sechs) werden von der Universität übernommen. Ich bin der Universitätsgesellschaft sehr dankbar, dass sie in die Förderung eingestiegen ist. Sie hat damit ihr Förderspektrum erweitert; es reicht von den Studierenden (Deutschlandstipendium) über Bachelor- und Masterstudierende und über Habilitanden und Promovenden bis hin zu den innovativ Lehrenden.

Wer wählt die Preisträger aus beiden Kategorien aus?

Die Jury für die Forscherpreise besteht aus Vertreterinnen und Vertretern aller Fächersäulen der LMU, also den Natur-, Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie der Medizin. Ebenso sind fast alle Statusgruppen vertreten – vor allem Studierende. Die Jury für die Lehrinnovationspreise ist identisch mit dem Ausschuss für Studium und Lehre. Auch nicht-wissenschaftliches Personal, unter anderem aus der Studienberatung, ist beteiligt. Diese Personen verfügen über einen hervorragenden Einblick in die Studienrealität.

Wie ist die Meinung der Studierenden zur Lehre im Allgemeinen und zu den Preisen im Besonderen?

Ich habe die vergangenen Monate viel mit Studierenden gesprochen, insbesondere zur Lehre in Zeiten von Corona. Natürlich ist das ein selektives Bild, das aber doch einen guten Eindruck vermittelt. Das Thema der guten Lehre ist den Studierenden sehr wichtig. Sie bringen sich entsprechend stark ein. Und da ist das Feedback ganz überwiegend positiv. Dabei hilft natürlich auch, dass bei der Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger Studierende beteiligt sind und eine gewichtige Stimme in beiden Jurys haben. Die Studierenden sind, wie das nur an einer Forschungsuniversität möglich ist, die Schnittstelle zwischen Forschung und Lehre.

Es ist also ein wichtiges Ziel, weiter für die Preise und die gute Lehre zu werben?

Auf jeden Fall! Wie gesagt, gibt es einen guten Einblick in die Aktivitäten, die an der LMU laufen. Deswegen will ich noch viel mehr dafür werben. Ich weiß zwar, dass ich es den Jurys schwerer mache, wenn noch mehr sehr gute Einreichungen von Konzepten und Arbeiten kommen. Der Diskussionsbedarf wächst natürlich, und ich persönlich finde es schwer, die besten Arbeiten auszuwählen. Ich fand alle Einreichungen preiswürdig! Aber schließlich sind die Mittel begrenzt. Es ist aber doch eines der schönsten Luxusprobleme an der LMU, die richtigen Preisträgerinnen und Preisträger auszuwählen.

Am 9. Juli ist der Tag für gute Lehre an der LMU!

Neben der Verleihung der Forschungspreise für exzellente Studierende und der LMU-Lehrinnovationspreise wird es bei der virtuellen Veranstaltung auch Science Pitches geben. In den Kurzvorträgen geben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der LMU Einblicke in ihre Forschung.

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