Träumen für die Zukunft
06.07.2026
„Join the future!“: Beim Festival der Zukunft präsentierte „MyMachine“ Traummaschinen von Münchner Grundschulkindern – umgesetzt mit Studierenden.
06.07.2026
„Join the future!“: Beim Festival der Zukunft präsentierte „MyMachine“ Traummaschinen von Münchner Grundschulkindern – umgesetzt mit Studierenden.
Um 13 Uhr ist an diesem Sonntag einiges los auf der Museumsinsel. Draußen lockt eine Hüpfburg in Roboteroptik, überall sind kleine Messe- und Workshop-Stände aufgebaut. Drinnen werden auf Bühnen Vorträge zu Biohacking, Gaming und KI gehalten, so auch die Präsentation des MyMachine-Projekts. Uta Hauck-Thum, Professorin für Grundschulpädagogik und -didaktik an der LMU, steht am Eingang der Theater-Stage. „So, alle zu MyMachine!“, animiert sie die Leute, den Raum zu betreten.
Die Ränge füllen sich mit aufgeregtem Publikum. Nach einer kurzen Anmoderation folgt ein Filmclip zur Vorstellung der Projektidee und -umsetzung. Professor Michael Decker, Generaldirektor des Deutschen Museums, erklärt darin, ihm sei aufgefallen, dass im Museum bisher nur „alte Maschinen“ stünden, er bräuchte dringend neue. Ob die Kinder ihm dabei wohl helfen würden?
So begann die Arbeit an den Traummaschinen: Kinder aus verschiedenen Münchner Grundschulen entwickelten diese über ein Jahr mithilfe von Lehramtsstudierenden der LMU sowie Museumspädagoginnen. Dafür wurden zunächst Ideen aller Schülerinnen und Schüler gesammelt und dann demokratisch ausgewählt. Studierende der TUM übersetzten die finalen Entwürfe daraufhin in digitale Modelle. Unter der Leitung von Alexander Schauer und Stefan Reindl wurden an der Berufsschule Altötting schließlich die Prototypen, teils als 3D-Drucke, „in echt“ gebaut.
Nun werden die Ergebnisse von Herrn Schauer und Moderatorin Caro Matzko präsentiert. Da ist zum Beispiel RoTu, eine Roboterschildkröte, die bis zu 80 km/h schnell schwimmen und mithilfe von KI Müll im Meer erkennen soll. Sehr beliebt bei den Kindern: ein Aufräumroboter in knalligem Lila, der gleichzeitig Süßigkeiten herausgibt. Außerdem gibt es einen Regenschirmhut, der sich bei Kontakt mit Wasser automatisch aufspannt, einen Getränkespender, der verhindert, dass Kinder zu viel Cola trinken, ein Fußballtor, das Bälle durch Luftdruck automatisch zurückschießt, sowie einen Futterautomaten für Straßentiere, der durch eine KI-Kamera zwischen Hunden und Katzen unterscheiden und ihnen das entsprechende Futter ausgeben kann. Zur Begeisterung aller wurde dies durch Piaggio, einen ehemaligen Straßenhund aus Italien, live vorgeführt.
Begeistert sind neben dem Publikum auch alle Teilnehmenden. Die enge Zusammenarbeit, auch unter den Studierenden der LMU und TUM, habe viel Spaß gemacht. Die Moderatorin fragt, ob es sich bei dem Projekt um ein einmaliges Event handle. Uta Hauck-Thum verneint: „Das ist hoffentlich die Schule der Zukunft.“ Sie appelliert, Kindern und ihren Ideen mehr Raum zu geben. Notwendig dafür seien motivierte Studierende, mehr interessierte Berufsschulen und natürlich auch Sponsoren und Sponsorinnen. „Wir bleiben dran und es geht weiter.“
Während nach dem Vortrag alle wieder nach draußen wuseln, um sich die Maschinen noch einmal von Nahem anzusehen, bleibt der Eindruck eines Vorhabens, das Hoffnung macht auf eine Zukunft voller kreativer Technologien und einen kindlich-verspielten Blick auf die Welt, der so manches Problem lösbar erscheinen lässt.