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Zwei LMU-Forscher mit Heinz Maier-Leibnitz-Preis ausgezeichnet

27.03.2026

Mit Benjamin Loy und Kami Alexander Pekayvaz werden zwei Wissenschaftler für ihre herausragende Forschung in Literaturwissenschaft und Medizin geehrt.

Professor Loy mit blauem Anzug und hellem Hemd vor neutralem Hintergrund

Professor Benjamin Loy | © David Klein

Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis gilt als wichtigste Auszeichnung für Forschende in der frühen Karrierephase in Deutschland. Die Preise werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft vergeben und sind jeweils mit 200.000 Euro dotiert.

Der Romanist Professor Benjamin Loy hat die Grenzen klassischer Nationalliteraturen erweitert und befasst sich in seiner Forschung intensiv mit der sogenannten „neuen“ Weltliteratur aus Lateinamerika. Seine Arbeit zeigt unter anderem, wie literarische Werke Vorstellungen von Gesellschaft modellieren und wie Texte aus dem Globalen Süden etablierte westliche Vorstellungen von Literatur und Wissenskategorien hinterfragen. Am Beispiel von Autoren wie Roberto Bolaño untersucht Loy transkulturelle Erzählformen, die Erfahrungen von Kolonialismus, Gewalt und alternativen Weltdeutungen ästhetisch verarbeiten.

„Literatur ist nach wie vor ein zentrales Medium, in dem Gesellschaften weltweit verhandeln, wer sie sind, wo sie herkommen und welche gemeinsamen Zukünfte für unsere Welt vorstellbar sind“, so Benjamin Loy. „Den Preis verstehe ich daher in erster Linie als einen Auftrag, dieses kritische Potenzial von Literatur in Zeiten reaktionärer politischer Tendenzen über meine Forschungen immer wieder neu zu erschließen und insbesondere für Studierende und Öffentlichkeit anschaulich zu machen.“

Dr. Kami Alexander Pekayvaz | © LMU Klinikum

Geehrt wurde zudem der Mediziner Dr. Kami Alexander Pekayvaz, der im Bereich der kardiovaskulären Forschung neue Maßstäbe setzt. Seine Arbeiten verbinden klinische Praxis mit modernster Systembiologie: Mithilfe von Multi-Omics-Analysen konnte er zeigen, wie das Immunsystem und das Herz – etwa im Fall eines Herzinfarkts – eng miteinander interagieren. Seine Forschung liefert wichtige Erkenntnisse über die Entstehung von Arteriosklerose und Thrombosen und könnte perspektivisch neue Wege für personalisierte Therapien sowie präzisere Prognosen von Krankheitsverläufen eröffnen.

„Das Ziel dieser Arbeiten ist es, mittels der Untersuchung humanen Materials Immunmechanismen zu beschreiben und die tatsächliche Relevanz dieser Schlüsselerkenntnisse im Krankheitsmodell mechanistisch weiter aufzuarbeiten, um neue diagnostische und therapeutische Optionen in der kardiovaskulären Medizin zu ermöglichen", erläutert Pekayvaz seine ausgezeichnete Forschung.

Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis wird seit 1977 jährlich an besonders talentierte Forschende verliehen, die bereits früh ein eigenständiges wissenschaftliches Profil entwickelt haben. Benannt ist er nach dem Physiker Heinz Maier-Leibnitz. Ziel der Auszeichnung ist es, herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf ihrem weiteren Karriereweg zu fördern und ihnen zusätzliche Freiräume für innovative Forschung zu eröffnen.

Die feierliche Preisverleihung findet am 11. Juni in Berlin statt.

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