„Aber alle denken daran.“ Jüdische Autorschaft und Zensur in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
„Die einen werfen mir vor, daß ich ein Jude sei; die andern verzeihen mir es; der dritte lobt mich gar dafür; aber alle denken daran." Mit diesen Worten benennt Ludwig Börne die unentrinnbare Markierung jüdischer Autorschaft im 19. Jahrhundert.
Die Tagung untersucht, wie jüdische Autorinnen und Autoren vom späten 18. Jahrhundert bis zum Vormärz von Zensurbehörden beobachtet, reguliert und beeinflusst werden. Im Krisenjahr 1819 – zwischen Hep-Hep-Unruhen und Karlsbader Beschlüssen – verschärft sich ein Regime, das Emanzipationsversprechen und antijüdische Ressentiments miteinander verschränkt. In den Blick kommen Eingriffe in Manuskripte und Theateraufführungen, Strategien verschlüsselten Schreibens, Selbstzensur, polemische Gegenöffentlichkeiten und Verlagsstrategien unter Zensurdruck.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website des SFB Vigilanzkulturen.