01 Aug
31 Jul

Ausstellung: Vernetzt. Verstrickt. Verwoben.

Öffnungszeiten / Beginn:

1. August 2020 - 31. Juli 2022

»Vernetzt, Verstrickt, Verwoben« ist in Kooperation mit dem Institut für Ethnologie der LMU München entstanden. Die Ausstellung wurde von Studierenden im Rahmen eines Seminars in Zusammenarbeit mit dem Museum Fünf Kontinente kuratiert. Sie stellt exemplarisch indigene Bekleidungstraditionen vor und nimmt dabei auch historische und aktuelle Entwicklungen sowie das Sammeln selbst in den Blick.

Facettenreiche Kleidungsstücke

Bekleidung und Schmuck aus verschiedenen Zeiten und Regionen Lateinamerikas zeigen in diesem Ausstellungsraum die Ästhetik und künstlerische Bandbreite indigener Kreativität. Gleichzeitig stellen sie Wege vor, die Herausforderungen der Umwelt und des Zusammenlebens zu meistern. Kleidung kann vor Kälte oder Hitze schützen, verhüllen oder Blicke anziehen, sie kann abgrenzen oder einschließen und die Zugehörigkeit zu einer Gruppe zeigen. Sie kann Weltbilder, Machtverhältnisse oder wirtschaftliche Situationen spiegeln, geschichtliche Entwicklungen und Aushandlungsprozesse sichtbar machen, sie kann sich wandeln und zugleich Kontinuitäten transportieren.

Aus den sogenannten Molas fertigen die Guna traditionelle Blusen Foto: Marietta Weidner, Museum Fünf Kontinente

Vitrine mit Maskengewändern der Karihona, die der Ethnologe Helmut Schindler von seiner Forschungsreise an den Río Vaupés in Kolumbien mitgebracht hat (rechts bis Mitte) und aus der Sammlung Spix und Martius vom Beginn des 19. Jhs. (links). Foto: Marie-Theres Wandinger

„Die Studierenden zeigen sehr viel Eigeninitiative“, freut sich Dozentin Krämer de Huerta (links im Bild) über die Seminarteilnehmenden. Foto: Museum Fünf Kontinente

Abya Yala – Land in voller Blüte

Oft setzen indigene Denkerinnen und Aktivisten dem als eurozentrisch kritisierten Begriff Amerika die Bezeichnung Abya Yala, „Land in voller Blüte“, aus der Sprache der Guna im heutigen Panama entgegen. Abya Yala steht programmatisch für den Kampf um Selbstbestimmung und Menschenrechte und für die vielfältigen Antworten indigener Gemeinschaften auf den Zugriff globaler Märkte auf ihre Lebenswelten und Ressourcen. Heute allerdings sind bereits errungene Rechte erneut in Gefahr und der zunehmende Druck auf indigene Gemeinschaften erreicht existenzbedrohende Ausmaße.

Blick auf Menschen und Kulturen

In der Ausstellung werden nicht einfach nur die vielfältigen Bekleidungstraditionen indigener Gruppen präsentiert, die exemplarisch für acht Regionen Lateinamerikas stehen. Design, unterschiedliche Farben und Formen stehen zwar vordergründig im Fokus, anhand der Objekte soll jedoch auch der Blick auf Kulturen und Menschen zugelassen werden, die derzeit mit extremen Herausforderungen konfrontiert sind.

Die Ausstellungsstücke suchten die Studierenden selbst im Depot des Museums Fünf Kontinente aus. „Die Entscheidung fiel uns gar nicht so leicht, weil es so viele spannende und interessante Objekte dort gibt“, erzählt Ira Eue, die eine Vitrine mit Maskengewändern der Karihona Kolumbiens für die Ausstellung gestaltet. Für sie ist das Praxisseminar eine ideale Ergänzung zu ihrer Forschung.

Weitere Informationen finden Sie in einem Interview mit den Studierenden und auf der Website des Museums Fünf Kontinente.

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