Am 10. Mai 1933, wenige Wochen nach der Machtübergabe an die Nazis, beteiligten sich 50.000 Münchnerinnen und Münchner (großenteils mit akademischem Hintergrund) an der Bücherverbrennung auf dem Königsplatz in München, die von Studierenden der Münchner Universitäten und dem Rektor der LMU inszeniert wurde. Verbrannt wurden Bücher von Autorinnen und Autoren wie Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Sigmund Freud, Erich Kästner, Irmgard Keun, Heinrich Mann, Erich Mühsam, Erich Maria Remarque, Anna Seghers, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Arnold Zweig und Stefan Zweig.
Ab März 1933 wurden in Deutschland (in mehr als 60 Städten) und später in den besetzten Ländern Bücher und Bibliotheken verbrannt und vernichtet.
Zum Gedenken an die Bücherverbrennung lesen Menschen aus vielfältigen Bereichen der Münchner Stadtgesellschaft aus damals verbrannten Büchern.
Am 10. Mai 2026 lesen Eva Haverkamp-Rott und Alexander Reutlinger (beide LMU) um 12:15 Uhr.
„Ich möchte mit einem Text von Robert Musil daran erinnern, dass die Lebenswege vieler Menschen und kulturelle Errungenschaften durch die Bücherverbrennung vernichtet wurden. Es ist ein aktuelles Thema, denn auch heute zeigen rechtsextreme und autoritäre Strömungen, dass sie politisch unliebsame Literatur, Kunst und Wissensbestände zerstören oder der Öffentlichkeit den Zugang erschweren möchten“, sagt Professor Alexander Reutlinger vom Lehrstuhl für Wissenschaftstheorie am Munich Center for Mathematical Philosophy (MCMP).
Informationen zu vergangenen Lesungen finden Sie auf der Website lesungausverbranntenbuechern.de