Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (Master/Hauptfach)

Beschreibung des Studienfachs

Die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (AVL) erforscht literarische Verfahren in ihren historischen und globalen Ausprägungen, oft im Anschluss an Ästhetik, Rhetorik und Narratologie. Die Aufgabe des Faches ließe sich zusammenfassen als: theoriegeleitete Untersuchung dessen, was Literatur war, ist oder sein könnte, auf der Grundlage von Texten aus möglichst vielen Epochen und in möglichst vielen verschiedenen Sprachen. Diese Untersuchung ist nicht von der Frage zu trennen, was nicht (oder nicht immer, oder nur aus einer bestimmten Perspektive) Literatur ist. Die Konzentration auf den Text selbst und die Erschließung seiner Kontexte hängen daher auf dialektische Weise zusammen. Historische oder andere Kontexte sind weder einfach aus literarischen Texten herauszulesen, noch spiegeln diese ihre Kontexte einfach ab. Und diese Kon-Texte sind zu großen Teilen ihrerseits Texte (Texte des Glaubens, Texte der Macht, Texte des Wissens, etc.). Für die Literaturwissenschaft bedeutet dies, dass sie, gerade wenn sie das Literarische zu fassen sucht, den Kontakt mit einer ganzen Enzyklopädie von Formen des Wissens suchen kann und in manchen Fällen sogar muss – mit wissenschaftlichen Disziplinen wie Botanik, Geographie oder Neurologie, aber auch weniger stark institutionalisierten Wissenspraktiken wie Alchemie, Psychoanalyse oder Ratgeberliteratur. Sie alle können zu einem bestimmten, im engeren Sinne literarischen Text in eine Relation treten, die in einer neuen Lektüre zu beschreiben ist. So entstehen immer neue Spielräume des Lesens, denn schließlich lautet die frohe Botschaft der Literaturwissenschaft: Eine letzte, die endlich richtige Lektüre gibt es nicht.

Zugangsvoraussetzungen

Bachelor-Abschluss im Fach \\"Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft\\" oder gleichwertiger Abschluss des Erststudiums in einem verwandten Fach mit Mindestnote 2,3 lektürefähige Sprachkenntnisse in Deutsch, Englisch und einer weiteren Sprache Teilnahme am Eignungsfeststellungverfahren

Erwünschtes Profil

Wichtige Voraussetzungen sind die Fähigkeit zur genauen und kritischen Lektüre literarischer und theoretischer Texte in deutscher und englischer Sprache, studierfähige mündliche und schriftliche Deutschkenntnisse (insbesondere die Fähigkeit zum grammatisch und stilistisch einwandfreien Ausdruck in deutscher Sprache) sowie die Fähigkeit zum Verständnis, zur kritischen Überprüfung und klaren Darlegung schlüssiger wissenschaftlicher Argumentationen.

Fakten auf einen Blick

Studiengang
Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (Master)
Abschlussgrad
Master
Fachtyp
Hauptfach
Regelstudienzeit
4 Fachsemester

Der Studiengang im Detail

Der vom Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der LMU München eingerichtete Master-Studiengang \\"Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft\\" (im Umfang von 120 ECTS) ist auf vier Semester angelegt. Er umfasst das Hauptfach \\"Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft\\" (90 ECTS), für das etwa 2/3 der Arbeitszeit zu rechnen sind, sowie einen Schwerpunkt aus dem Angebot des fakultätsübergreifenden 'Gemeinsamen Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Profilbereichs'. Für den Profilbereich (30 ECTS) sind etwa 1/3 der Arbeitszeit zu rechnen.

Studienverlauf

Der MA-Studiengang \\"Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft\\" vertieft die Gegenstände, Fragestellungen und Arbeitsweisen dieser Disziplin. Dafür ist im Hauptfach die regelmäßige, aktive und vorbereitete Teilnahme an verschiedenen, aufeinander aufbauenden Lehrveranstaltungen aus folgenden Schwerpunkten erforderlich:

Grundlagen der literaturwissenschaftlichen Forschung Forschungsfragen zur Literatur- und Kulturtheorie Forschungsfragen zur Text- und Medienanalyse Abschluss

Bei der Aufnahme können im Zuge des Eignungsverfahrens Auflagen gemacht werden, die im 1. Semester den Besuch einer bestimmten Veranstaltungsgruppe vorschreiben.

Voraussetzung für den Erhalt der ECTS-Punkte ist die Teilnahme an Prüfungen zu jeder einzelnen Veranstaltung. Für jede Prüfung ist eine gesonderte Anmeldung in LSF erforderlich; die Termine für diese Anmeldung (einige Wochen nach Beginn der Vorlesungszeit) werden bekanntgegeben. Mögliche Prüfungsformate sind von der Prüfungsordnung vorgeschrieben und werden gegebenenfalls von den DozentInnen der einzelnen Lehrveranstaltungen genauer eingegrenzt. Neben Thesenpapieren und Essays bestehen sie vor allem in der Verfertigung von drei Hausarbeiten.

Im 4. Semester gilt der Arbeitsschwerpunkt der Verfertigung einer wissenschaftlichen MA-Hausarbeit (im Umfang von ca. 70 Seiten). Die Fertigstellung der Arbeit wird von einem Examenskolloquium begleitet, in dem die Arbeit vorgestellt und diskutiert wird. Zusätzlich gibt es eine mündliche Abschlussprüfung (Disputation).

Deutsch. Einzelne Veranstaltungen in konkreter Wahlpflicht können auch auf Englisch angeboten werden. Flüssige Lektürefähigkeit im Englischen sowie in einer weiteren Fremdsprache sollen im Verlauf des Studiums erreicht werden, falls sie zu Beginn des Studiums noch nicht beherrscht werden.

Durch das gestaffelte Angebot kann je nach Qualifikationswunsch und wissenschaftlicher Befähigung der Studierenden das Studium mit voller Konzentration auf Literaturwissenschaft bis zum Erwerb des Dr. phil. fortgeführt werden. Ein überdurchschnittlich guter Abschluss des MA-Studiums \\"Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft\\" (Mindestnote: gut) ermöglicht unmittelbar eine Bewerbung bei der Graduate School Language and Literature der Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften.