Anglistik (Bachelor/Hauptfach)

Beschreibung des Studienfachs

Im Bachelor Studiengang Anglistik beschäftigt man sich wissenschaftlich mit der englischen Sprache, der Literatur und der Kultur Großbritanniens, Irlands und auch der englischsprachigen Commonwealth Länder.

Im Rahmen des Pflichtprogramms studiert man sowohl Sprachwissenschaft als auch Literaturwissenschaft:

Die LITERATURWISSENSCHAFT befasst sich mit englischsprachigen literarischen Texten, die seit dem 16.Jahrhundert entstanden sind. Sie analysiert Dramen, Romane, Erzählungen, Gedichte, Essays, usw. aber auch nicht-schriftliche Kunstformen wie z.B. Filme. Dabei fragt sie einerseits danach, wie diese Texte „gebaut“ sind: Sie analysiert z.B. die Sprache, die Struktur oder den Stil von Texten und fragt z.B. danach, was daran als typisch für eine bestimmte Zeit oder Epoche oder für eine bestimmte Form oder Gattung oder einen Autor oder eine Autorengruppe gelten kann. Über die detaillierte Einzelanalyse eines Textes, eines Autors oder einer Gattung hinaus werden die Texte auch in ihren geschichtlichen, kulturellen, medialen und literaturgeschichtlichen Zusammenhängen beschrieben.

Die MODERNE SPRACHWISSENSCHAFT oder auch LINGUISTIK oder auch SYNCHRONE SPRACHWISSENSCHAFT beschäftigt sich mit dem heutigen Englisch, so wie es in den verschiedensten englischsprachigen Regionen der Welt und in verschiedenen Medien gesprochen und geschrieben wird. LinguistInnen analysieren z.B. die sprachlichen Besonderheiten von E-Mails und Chats, von Werbung und Zeitungstexten, die Unterschiede zwischen britischem und amerikanischem Englisch oder auch dem Englisch, wie es in Indien und Afrika gesprochen wird, fragen aber z.B. auch nach dem Zusammenhang zwischen Sprache und Kognition, danach, wie wir Wörter im Gehirn speichern und abrufen, wie wir Laute produzieren, wie Sprache erlernt wird, wie Emotionen und Höflichkeit Sprache beeinflussen oder auch, wie Verstehen funktioniert.

Die HISTORISCHE SPRACHWISSENSCHAFT oder auch DIACHRONE SPRACHWISSENSCHAFT befasst sich zum einen mit der Entwicklung der englischen Sprache von ihren Anfängen bis zu ihrem heutigen Zustand. SprachhistorikerInnen interessieren sich für z.B. für die Frage, wie und unter welchen Einflüssen sich das sog. Altenglisch, das in der Zeit zwischen 450 und 1150 gesprochen wurde, zum Mittelenglisch der Zeit von etwa 1150 bis 1500 gewandelt hat, wie sich grammatikalische Phänomene (etwa die Verlaufsform) über die Jahrhunderte hinweg entwickelt und verändert haben, welche Rolle dabei Einflüsse aus anderen Sprachen spielten.

Innerhalb der Historischen Sprachwissenschaft beschäftigt man sich aber auch mit der mittelalterlichen englischen Literatur, man spricht dann von MEDIÄVISTIK. Hier geht es um Texte, die bis etwa 1500 entstanden sind. Dazu gehören z.B. auch alte Chroniken, Epen (Beowulf), Ritterromanzen (man denke nur an King Arthur und seine Tafelrunde) oder andere Erzählformen wie z.B. Chaucers Canterbury Tales.

Tätigkeits- und Berufsfelder

Wer erfolgreich Anglistik studiert hat, ist LänderexpertIn (Großbritannien, Irland, Commonwealth); er oder sie ist darüber hinaus auch noch ExpertIn für alle Tätigkeiten, die mit der Aufbereitung, Vermittlung und Präsentation von Texten, von Wissen und von Information zu tun haben. Außerdem verfügen Anglisten und Anglistinnen durch ihre Ausbildung über ein hohes Maß an interkultureller Kompetenz und, last but not least, natürlich auch über ausgezeichnete Englischkenntnisse. Das heißt, mit einem anglistischen Abschluss eröffnet sich ein breites Feld von Tätigkeiten in unterschiedlichsten sprach-, informations- und textbezogenen, kultur- und medienorientierten Berufsfeldern, und dies nicht nur in Deutschland, sondern auch in der englischsprachigen Welt. Neben der Arbeit in Verlagen, Pressereferaten, Kulturprojekten, Journalismus oder dem Übersetzen können das auch noch ganz andere Berufsfelder sein, die Sie vielleicht erst durch Praktika während des Studiums kennenlernen. Denn was man in Verlauf eines Anglistikstudiums vor allem auch lernt, ist selbstständiges und selbstorganisiertes Arbeiten sowie flexibles Denken und (nicht nur) geistige Mobilität – Qualifikationen also, die in weiten Bereichen der Berufswelt gefragt sind, egal, um welchen Beruf es sich konkret handelt.

Erwünschtes Profil

Das Anglistikstudium setzt ein aktives Interesse an fremden Sprachen, Literaturen und Kulturen voraus, das sich auch in der Bereitschaft zur Lektüre und kritischen Analyse unterschiedlichster Arten von Texten niederschlägt. Das Studium erfordert zudem eine gut ausgeprägte Fähigkeit zu selbständigem Denken und Arbeiten. Darüber hinaus wird eine hohe Bereitschaft zur Vervollkommnung der vorhandenen guten Englischkenntnisse sowohl im Schriftlichen als auch im Mündlichen vorausgesetzt.

Fakten auf einen Blick

Studiengang
Anglistik (Bachelor)
Abschlussgrad
Bachelor of Arts (B.A.)
Fachtyp
Hauptfach
Regelstudienzeit
6 Fachsemester

Bewerbung und Zulassung

Formale Studienvoraussetzung
Hochschulzugangsberechtigung
Link zum Fach
https://www.anglistik.uni-muenchen.de

Der Studiengang im Detail

Das Studium umfasst die Bereiche Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft und Sprachpraxis; außerdem können, je nach individueller Schwerpunktsetzung in den Wahlpflichtmodulen, auch Credit Points über das Fach \\"Didaktik der englischen Sprache und Literatur\\" oder auch über den Erwerb von Schlüsselqualifikationen eingebracht werden.

Im Lauf der sechs Semester absolvieren Sie zehn Pflichtmodule sowie vier Wahlpflichtmodule (die Sie aus einer Gruppe von bis zu sieben Modulen auswählen). Die Module setzen sich aus unterschiedlichen Arten von Lehrveranstaltungen (LV) zusammen: Vorlesungen, Übungen, Seminaren. Bei den meisten Modulen wird am Ende des Semesters jede LV separat abgeprüft (Modulteilprüfung – MTP); einige Module prüfen alle LV, die zum Modul gehören, in einer gemeinsamen Prüfung ab (Modulprüfung – MP). Im BA-Hauptfach Anglistik machen Sie durchschnittlich etwa fünf derartige Prüfungen pro Semester.

Nähere Informationen s. https://www.anglistik.uni-muenchen.de/studiengaenge/bachelor/index.html

Die Lehrveranstaltungen finden teilweise auf Deutsch, teilweise auf Englisch statt. Die Sprache, in der eine Veranstaltung angekündigt wird, gibt einen Hinweis auf die hier jeweils dominierende Unterrichtssprache.