Bioinformatik (Master/Hauptfach)

Beschreibung des Studienfachs

Die Bioinformatik ist ein junges, aufstrebendes Fach, das versucht, mit Methoden der Informatik Antworten auf Fragen der Biowissenschaften zu geben. Ohne den Einsatz moderner Computertechnologien und mathematischer Modelle wäre es heutzutage nicht mehr möglich, die neuartigen und rapide wachsenden Datenmengen zu analysieren, die bei der Forschung in allen Lebenswissenschaften (Biologie, Biochemie, Chemie, Pharmazie, Medizin sowie Bio- und Lebensmitteltechnologie) anfallen. Bioinformatik-Methoden waren beispielsweise der Schlüssel zur Sequenzierung des menschlichen Genoms, die auch in der Öffentlichkeit große Beachtung gefunden hat. Mittlerweile sind neue, weiterführende Fragen in den Mittelpunkt gerückt. So wollen Forscher erkennen, welche Funktionen Gene besitzen, wie sie interagieren und wie sie reguliert werden, und erhoffen sich dabei bedeutende Impulse für die Medizin, die Pharmaforschung und die Biologie. Für diese Arbeiten werden also Experten mit den Fähigkeiten eines Informatikers und den Kenntnissen eines Biowissenschaftlers benötigt. Deshalb bieten die Ludwig-Maximilians-Universität München und die Technische Universität München gemeinsam seit dem Wintersemester 2000/2001 die Studiengänge Bioinformatik an.

Tätigkeits- und Berufsfelder

Wer Bioinformatik studiert, qualifiziert sich sowohl für den praktischen Einsatz in der industriellen Forschung als auch für die informationstechnisch-orientierte Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften. Für die Pharmaindustrie und Molekulare Medizin ist die Bioinformatik eine Schlüsseltechnologie, und insbesondere junge Biotechnologieunternehmen sind auf Mitarbeiter angewiesen, die spezifische interdisziplinäre Kenntnisse haben. Da die Methoden der Bioinformatik bereits industriell eingesetzt werden, es aber nur wenige Absolventen dieser fachübergreifenden Disziplin gibt, ist der Bedarf an ausgebildeten Bioinformatikern groß.

Erwünschtes Profil

Einerseits ist die Fähigkeit zum abstrakten, logischen und exakten Denken gefragt, andererseits muss man in der Bioinformatik auch mit unvollständigen und widersprüchlichen Daten und Modellen umgehen können. Das erfordert Flexibilität und Kreativität. Gute Englischkenntnisse sind wichtig, denn dies ist die Fachsprache. Einen Großteil der Lehrbücher und fast die gesamte Fachliteratur gibt es nur in Englisch, und auch im späteren Berufsleben wird die Kommunikation stark vom Englischen geprägt sein.

Fakten auf einen Blick

Studiengang
Bioinformatik (Master)
Abschlussgrad
Master
Fachtyp
Hauptfach
Regelstudienzeit
4 Fachsemester

Bewerbung und Zulassung

Formale Studienvoraussetzung
Hochschulzugangsberechtigung
Besondere Zulassungsvoraussetzungen

Bitte mit der Fachstudienberatung Kontakt aufnehmen

Link zum Fach
http://www.bioinformatik-muenchen.de

Der Studiengang im Detail

Die Inhalte des Master-Studiengangs liegen fächerübergreifend in den drei Bereichen: Biologie/Biochemie, Informatik/Mathematik/Statistik sowie naturgemäß mit einem deutlichen Schwerpunkt in Bioinformatik. In den ersten drei Semestern sind neben dem Master-Praktikum in Bioinformatik (12 Credits) als Pflichtmodul weitere Wahlmodule in Bioinformatik, Biologie/Biochemie, und Informatik/Mathematik/Statistik zu absolvieren. Insgesamt sind 120 Credits zu erzielen, wobei im Bereich Bioinformatik mindestens 75 Credits (inklusive Master-Praktikum und Master-Arbeit), im Bereich Biologie/Biochemie mindestens 15 Credits und im Bereich Informatik/Mathematik/Statistik mindestens 15 Credits zu erwerben sind. Die restlichen 15 Credits können zur eigenen Schwerpunktbildung aus den Bereichen Bioinformatik, Biologie/Biochemie oder Informatik/Mathematik/Statistik erworben werden. Im letzten Semester ist die 6-monatige Master-Arbeit (30 Credits) vorgesehen.

Vorwiegend Deutsch, teilweise Englisch