Meteorologie (Master/Hauptfach)

Beschreibung des Studienfachs

Der Masterstudiengang Meteorologie vertieft das Wissen und den Umgang mit den Methoden der Physik der Atmosphäre und bietet einen weiten Bereich von Wahlvorlesungen zur Spezialisierung aus den Forschungsgebieten des Meteorologischen Instituts München sowie des Instituts für Physik der Atmosphäre am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen.

Die Meteorologie ist ein Teilgebiet der Physik, das sich mit den atmosphärischen Prozessen im Hinblick auf Wetter und Klima beschäftigt. Für das Verständnis der atmosphärischen Prozesse ist ein fundiertes Wissen aus verschiedenen Teilgebieten der Physik erforderlich, insbesondere aus der Strömungsmechanik, der Thermodynamik und der Strahlungsübertragung. Die Meteorologie gliedert sich in die mathematisch orientierte Theoretische Meteorologie und die Experimentelle Meteorologie, die sich mit der Beobachtung und Interpretation der atmosphärischen Prozesse beschäftigt.

Die Atmosphäre mit Land, Ozean, Eis und Vegetation ist ein komplexes System, das sich mit physikalischen Gesetzmäßigkeiten erfassen lässt. Zu diesem System gehören:

  • solare und terrestrische Strahlung als wichtigste Antriebsquelle der atmosphärischen Dynamik,
  • Energieumsätze in der Atmosphäre und am Boden,
  • Bewegungsvorgänge in der Atmosphäre auf verschiedenen Skalen (vom Zentimeter Bereich bis zur globalen Skala),
  • die Wechselwirkung der Atmosphäre mit der Erdoberfläche (Land, Ozean, Eis und Vegetation),
  • orographisch erzeugte Phänomene, Turbulenz und ihre Wechselwirkungen,
  • numerische Simulation und Prognose des Wetters und Klimas inklusive Datenassimilation,
  • Verifikation sowie Grenzen der Vorhersagbarkeit,
  • die Beschreibung und Erklärung des Klimas in Vergangenheit und Gegenwart sowie die Prognose des zukünftigen Klimas,
  • anthropogene Einwirkungen auf das System Atmosphäre - Biosphäre,
  • Stoffkreisläufe der meteorologisch bedeutsamen und umweltrelevanten Spurenstoffe einschließlich des Wassers mit Verteilungen, Quellen, Senken, Transporten, Phasenumwandlungen, chemischen und photochemischen Reaktionen.

Im Verlauf des Studiums sollen folgende grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden:

  • Fähigkeit des physikalischen Denkens,
  • Kenntnis der fachlichen Grundlagen und Zusammenhänge,
  • der wesentlichen Verfahren und wissenschaftlichen Methoden der Meteorologie sowie die auf diesen Kenntnissen aufbauende Befähigung zur selbstständigen Arbeit,
  • Urteilsfähigkeit in fachübergreifenden meteorologischen Fragen.

Zum Studium gehören das Erlernen des Umgangs mit Messgeräten und der Erwerb von Kenntnissen über Messmethoden (In-situ- und Fernerkundungsmethoden). Die Mathematik und die Physik sind Voraussetzung und Grundlage für Beschreibung und zum Verständnis meteorologischer Probleme und Zusammenhänge. Im Studium wird die Lösung komplexer Zusammenhänge mithilfe mathematischer, numerischer und statistischer Modelle vermittelt. Der größte Teil der Lehrveranstaltungen des Masterstudiengangs wird aus den Forschungsgebieten der Meteorologie gebildet. Weiterer wichtiger Bestandteil des Studiums stellt das Masterarbeits-Projekt dar, das sich in eine praktische Phase und in die Erstellung der Masterarbeit gliedert. Meteorologie zu studieren heißt, sich auch mit vielen angrenzenden Wissenschaften zu beschäftigen (u.a. Medizin, Chemie, Biologie). Die Meteorologie beeinflusst nahezu alle Lebensbereiche und ist somit von außerordentlicher Wichtigkeit für das Leben auf der Erde.

Tätigkeits- und Berufsfelder

Der Studienabschluss im Master befähigt zu einem Einsatz in einem, für ein Physik-orientiertes Studium typischen, breiten Aufgabenfeld. Etwa die Hälfte aller Abgänger bleibt dem Kernthema des Studiums nah verbunden: Arbeitgeber sind Wetter- und Klimaforschung, Wetterdienste und Wetterberatung, Wettermedien, Umweltbehörden, Umweltmesstechnik als auch Erdbeobachtungssatelliten-Betreiber. Der Themenbereich Wetter/Klima/Atmosphäre ist aber auch bei Energieversorgern und -erzeugern (vor allem Solar- und Windenergie) und in der Versicherungswirtschaft etabliert. Mit den im Studium erworbenen zusätzlichen Fähigkeiten, die über das Kernthema hinaus gehen - allgemeine Physik und Mathematik, Umgang mit großen numerischen Modellen, Datenverarbeitung und -darstellung, Programmierung - gibt es aber auch Betätigungsfelder bei Softwareentwicklern, technischen Entwicklungsabteilungen, technischer Überwachung, Datenzentren, Wirtschaftsberatern oder als quereinsteigender Lehrer für Mathematik und Physik.

Fakten auf einen Blick

Studiengang
Meteorologie (Master)
Abschlussgrad
Master of Science (M.Sc.)
Fachtyp
Hauptfach
Regelstudienzeit
4 Fachsemester

Bewerbung und Zulassung

Formale Studienvoraussetzung
Hochschulzugangsberechtigung
Zulassungsmodus 1. Semester
Eignungsverfahren
Zulassungsmodus höheres Semester
Eignungsverfahren
Zugangsdetails

Voraussetzung für die Immatrikulation in diesen Masterstudiengang ist der Nachweis eines berufsqualifizierenden Hochschulabschlusses oder eines gleichwertigen Abschlusses aus dem Inland oder Ausland in einer der Fachrichtungen Physik, Astrophysik, Meteorologie oder in einer anderen mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachrichtung sowie die erfolgreiche Teilnahme an einem Eignungsverfahren. Der Antrag auf Bewerbung zum Eignungsverfahren ist für das jeweils folgende Wintersemester bis zum 15. Juli und für das jeweils folgende Sommersemester bis zum 15. Januar einzureichen (Ausschlussfrist). Weitere Informationen hier.

Link zum Fach
https://www.physik.uni-muenchen.de

Ihr Weg zum Studienplatz

Der Studiengang im Detail

Die Module des Masterstudiums sind so gestaltet, dass der Studienbeginn sowohl im Winter- als auch im Sommersemester möglich ist. Um für den Masterstudiengang zugelassen zu werden, ist eine Bewerbung über die Fakultät für Physik nötig.

Studiumsaufbau

Das Studium besteht aus Leistungen im Umfang von 120 ECTS Punkten. Im Vorlesungsprogramm des Master Meteorologie sind 60 ECTS Punkte (=40 SWS) zu belegen, in der Regel innerhalb des ersten Jahres. Die Masterarbeit im zweiten Jahr umfasst weitere 60 ECTS Punkte.

Wir empfehlen folgende Verteilung auf die Vorlesungsbereiche:

  1. Pflichtvorlesungen (je 9 ECTS) 18 ECTS
  2. zentrale Wahlpflichtvorlesungen mit Übungen (je 6 ECTS)
  3. mind. 18 ECTS kleine Wahlpflichtvorlesungen (je 3 ECTS) bis zu 18 ECTS
  4. Meteorologischem Seminar (Pflicht, Literaturseminar) 3 ECTS
  5. Schlüsselqualifikation (z.B. Programmierkurs) 3 ECTS
SUMME Vorlesungen 60 ECTS

Masterarbeitsprojekt (Einarbeitungsphase und Masterarbeit) 60 ECTS

GESAMTSUMME 120 ECTS

Vorlesungen im Einzelnen - Thematische Schwerpunkte:

In Klammern sind zur Orientierung einige Vorlesungen thematischen Schwerpunkten zugeordnet. Denkbare Schwerpunktbildungen sind „Wetter und Datenassimilation“ (W+D) und „Atmosphäre und Klima“ (A+K).

A. Pflichtvorlesungen (beide WiSe)

  • Fortgeschrittene Dynamik der Atmosphäre (9 ECTS, W+D)
  • Fortgeschrittene Physik der Atmosphäre (9 ECTS, A+K)
B. Thematisch zentrale Wahlpflichtvorlesungen (alle SoSe)
  • Numerische Wettervorhersage mit Übungen (6 ECTS, W+D)
  • Datenassimilation mit Übungen (6 ECTS, W+D)
  • Wolken: Mikrophysik und Konvektion mit Übungen (6 ECTS, A+K)
  • Fortgeschrittene Beobachtungsmethoden mit Übungen (6 ECTS, A+K)
  • Klimaphysik und Klimamodellierung (6 ECTS, A+K)
C. Kleine Wahlpflichtvorlesungen (WiSe und SoSe) Aus dem gesamten Angebot der Meteorologie wählbar:
  • Fortgeschrittene Dynamik der Atmosphäre Teil 2 (W+D)
  • Atmosphärische Modellierung (W+D)
  • Dynamik der Stratosphäre I und II (W+D)
  • Aktive Fernerkundung - Radar/Lidar (A+K)
  • Monte Carlo Strahlungstransport (A+K)
  • Die mittlere Atmosphäre als Teil des Klimasystems (A+K)
  • Luftverkehr und Klima (A+K)
  • Einführung in die globale Modellierung (A+K)
  • Tropische Zyklone
  • Grenzschichtmeteorologie
  • Humanbiometeorologie
  • Statistische Methoden für Meteorologen I+II
  • Atmosphärische Chemie

Alle Wahlpflichtveranstaltungen (Bereiche B+C) sind dabei allen Modulen P4, P5, P6, P7 im Sinne der Studienordnung zugeordnet und können dort eingebracht werden.

Der Masterstudiengang findet grundsätzlich in englischer Sprache statt.

Angebote zur Studienorientierung