Informatik (Lehramt Gymnasium/Unterrichtsfach)

Beschreibung des Studienfachs

Informatik beschäftigt sich mit der automatischen Verarbeitung von Information. Die Teildisziplinen der Informatik betrachten dieses Thema von unterschiedlichen Seiten. Im Rahmen des Lehramtsstudiums begegnet man einigen davon:

Die Theoretische Informatik untersucht, welche Aufgaben sich überhaupt berechnen lassen – unabhängig von der Art des Rechengeräts – und wie lange man für bestimmte Aufgabenarten braucht (Berechenbarkeit und Komplexität). Ein wichtiges Konzept ist dabei das der formalen Sprache, die durch eine Grammatik beschrieben wird – ein Konzept, das auch in der Sprachwissenschaft verwendet wird.

In der Algorithmik lernt man wichtige Rechenverfahren ("Algorithmen") und die ihnen zugrundeliegenden Entwurfsprinzipien kennen. Ein Beispiel ist die Berechnung der kürzesten Route in einem Verkehrsnetzwerk oder das Sortieren großer Datenmengen. Verschiedene Algorithmen werden in ihrer Geschwindigkeit verglichen, und ihre Effizienz hängt oft auch davon ab, in welchen Datenstrukturen die zu verarbeitenden Daten vorliegen: als Feld, Liste oder Baum, unsortiert oder bereits geordnet.

Bei der Beschäftigung mit Datenbanksystemen geht man der Frage nach, wie man Daten am besten dauerhaft und effizient speichert. In speziellen Sprachen werden die Datenbanken angelegt, die etwa im Hintergrund der meisten WWW-Seiten laufen. Diese Daten müssen eingegeben und verwaltet werden können, auch quasi-parallel von vielen Benutzern gleichzeitig, ohne dass es zu Konflikten kommt, und vor unerlaubtem Zugriff geschützt werden.

Programmieren heißt vor allem Teamarbeit. Größere Programme entstehen in einer Gruppe mit verteilten Aufgaben und durch planvolles Vorgehen. Der Systementwurf ist ein wichtiger erster Schritt bei der Erstellung von Software: im Rahmen der Softwareentwicklung geht es um Vorgehensweisen und Modelle zu diesem Zweck.

Ein Schwerpunkt der Technischen Informatik ist der Aufbau von Computern und die Funktionsweise ihrer Prozessoren. Weitere Themen sind die maschinennahe Programmierung und die Verwaltung gleichzeitig laufender Prozesse in einem Betriebssystem. Auch die verschiedenen Arten der Vernetzung von Rechnern gehören hierher, vom einfachen Netzwerk zu Hause bis zu den Protokollen des Internet.

Die Fachdidaktik Informatik beschäftigt sich mit der Auswahl und Vermittlung informatischer Inhalte für die Schule. Sie fußt auf der Fachwissenschaft und greift die allgemeinbildenden Aspekte der Informatik heraus. Schwerpunkt ist dabei die Auswahl und der Einsatz von rechnergestützten Hilfsmitteln.

Erwünschtes Profil

Studienanfänger im Fach Informatik sollten keine Scheu vor Computern haben. Programmiererfahrung ist keine nötig – die notwendigen Kenntnisse werden während des Studiums vermittelt. Eine unerlässliche Grundvoraussetzung ist die Fähigkeit zu mathematischem und analytischem Denken, hilfreich sind Grundlagenkenntnisse der englischen Sprache. Typische Aufgaben der Informatik beinhalten eine Analyse der realen Welt, das Abstrahieren davon und das Entwickeln von Modellen und das Umsetzen in einer für den Computer verarbeitbaren Form.
Bei der Entwicklung von Problemlöseverfahren ist Kreativität und Durchhaltevermögen gefragt. Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit, hervorragende Kommunikationsfähigkeit und Freude am Umgang mit jungen Menschen sind ebenso wie große punktuelle Belastbarkeit eine Voraussetzung für den späteren Beruf als Lehrkraft.

Haben Sie die Informationsfilme über die Lehramtsfächer schon gesehen?
Sie bekommen einen Überblick, was im Studium auf Sie zukommt und welche Voraussetzungen Sie mitbringen sollten. Schauen Sie doch mal rein!

Fakten auf einen Blick

Studiengang
Informatik (Lehramt / Gymnasium)
Abschlussgrad
Lehramt Staatsexamen
Fachtyp
Unterrichtsfach
Regelstudienzeit
9 Fachsemester
Mindeststudienzeit
8 Fachsemester

Bewerbung und Zulassung

Formale Studienvoraussetzung
Hochschulzugangsberechtigung
Zulassungsmodus 1. Semester
Freie Studiengänge
Zulassungsmodus höheres Semester
Freier Zugang
Link zum Fach
https://www.ifi.uni-muenchen.de

Ihr Weg zum Studienplatz

Der Studiengang im Detail

Veranstaltungsübersicht für Studienbeginn im Wintersemester:

Die dargestellte Reihenfolge der Module ist lediglich eine Empfehlung . Bei dieser Reihenfolge dürfte es auch zeitlich keine Überschneidungen mit anderen Fächern geben. Aber Sie können von der Empfehlung auch abweichen; die Veranstaltungen können auch wiederholt besucht werden.

1. Semester

P 1 Einführung in die Programmierung (9 ECTS)

  • Vorlesung Einführung in die Programmierung
  • Übung zu Einführung in die Programmierung

P 2 Fachdidaktik I (3 ECTS)

  • Grundlagen der Fachdidaktik I (Vorlesung)

2. Semester

P 3 Programmierung und Modellierung (6 ECTS)

  • Vorlesung Programmierung und Modellierung
  • Übung zu Programmierung und Modellierung

P 4 Rechnerarchitektur (6 ECTS)

  • Vorlesung Rechnerarchitektur
  • Übung zu Rechnerarchitektur

3. Semester

P 5 Softwareentwicklungspraktikum (12 ECTS)

  • Softwareentwicklungs-praktikum – Plenum (Übung)
  • Softwareentwicklungs-praktikum – Praxis (Praktikum)

4. Semester

P 6 Formale Sprachen und Komplexität (6 ECTS)

  • Vorlesung Formale Sprachen und Komplexität
  • Übung zu Formale Sprachen und Komplexität

P 7 Algorithmen und Datenstrukturen (6 ECTS)

  • Vorlesung Algorithmen und Datenstrukturen
  • Übung zu Algorithmen und Datenstrukturen

5. Semester

P 8 Datenbanksysteme (6 ECTS)

  • Vorlesung Datenbanksysteme
  • Übung zu Datenbanksysteme

P 9 Softwaretechnik (6 ECTS)

  • Vorlesung Softwaretechnik
  • Übung zu Softwaretechnik

6. Semester

P 10 Vertiefende Themen aus der theoretischen Informatik (6 ECTS)

  • Vorlesung Vertiefende Themen aus der theoretischen Informatik
  • Übung zu Vertiefende Themen aus der theoretischen Informatik

P 11 Vertiefende Themen aus der technischen Informatik (6 ECTS)

  • Vorlesung Vertiefende Themen aus der technischen Informatik
  • Übung zu Vertiefende Themen aus der technischen Informatik

7. Semester

P 12 Informatikseminar (3 ECTS)

  • Seminar zu ausgewählten Themen der Informatik

P 13 Fachdidaktik II (12 ECTS)

  • Grundlagen der Fachdidaktik II (Vorlesung)
  • Fachdidaktisches Praktikum
  • Fachdidaktisches Seminar

8. Semester

P 14 Vertiefende Themen aus Datenbanksysteme und Softwaretechnologie (6 ECTS)

  • Vorlesung Vertiefende Themen aus Datenbanksysteme und Softwaretechnologie
  • Übung zu Vertiefende Themen aus Datenbanksysteme und Softwaretechnologie

P 15 Praktische Programmierung (6 ECTS)

  • Praktikum zur planmäßigen Entwicklung eines Softwaresystems

9. Semester

P 16 Vertiefungsmodul (9 ECTS)

  • Vertiefungsvorlesung
  • Vertiefungsübung
  • Vertiefungsseminar

Freier Bereich

Vorlesungen aus dem Lehrangebot der Bachelor- und Masterstudiengänge in Informatik, bis zu 6 ECTS

Das Erziehungswissenschaftliche Studium (EWS) umfasst die Fächer Allgemeine Pädagogik, Schulpädagogik und Psychologie. In diesen drei Bereichen müssen insgesamt 36 ECTS-Punkte erbracht werden.
Vgl. hierzu auch die Übersichten zum EWS.

Mit Hilfe der Praktika werden Studierende frühzeitig in das Berufsfeld Schule eingeführt. Um die Eignung und Neigung zu prüfen, sollte idealerweise vor Beginn des Studiums (auch während des Studiums möglich) in Eigenregie ein Orientierungspraktikum absolviert werden. Um die richtige Studienwahl zu treffen, können innerhalb dieses Praktikums unterschiedliche Schularten besucht werden. Während des Studiums sind ein pädagogisch-didaktisches Schulpraktikum und zwei studienbegleitende fachdidaktische Praktika in der Schule zu absolvieren. Zusätzlich muss selbstständig das Betriebspraktikum organisiert werden. Dieses kann dazu genutzt werden, alternative Berufe zu erproben. Für Studierende des Lehramts an Gymnasien sind folgende Praktika zu absolvieren:


  • ein Orientierungspraktikum
  • ein pädagogisch-didaktisches Schulpraktikum im Umfang von 150-160 Unterrichtsstunden (es ist innerhalb von zwei aufeinander folgenden Schulhalbjahren zu absolvieren)
  • ein studienbegleitendes fachdidaktisches Praktikum in einem Ihrer Studienfächer (nicht in Psychologie und nicht in einem Erweiterungsfach).
  • ein achtwöchiges Betriebspraktikum

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des MZL und auf den Seiten der Praktikumsämter Oberbayern West und Oberbayern Ost.

Den Abschluss des Lehramtsstudiums bildet die erste Staatsprüfung, die aus zwei Teilen besteht: aus den Ergebnissen der Modulprüfungen während des Studiums (40 %) und aus dem ersten Staatsexamen (60 %). Sobald die Anzahl von 273 ECTS-Punkten nach den Vorgaben der jeweiligen Studien- und Prüfungsordnungen erreicht ist, kann man zur ersten Staatsprüfung zugelassen werden.
Weitere fachliche Zulassungsvoraussetzungen und die Prüfungsteile zur ersten Staatsprüfung sind der aktuellen Lehramtsprüfungsordnung I (2008) zu entnehmen. Die Anmeldung erfolgt bei der Außenstelle des Prüfungsamtes. (Kontakt siehe unten)

Die „Schriftliche Hausarbeit“ im Umfang von 12 ECTS Punkten ist in einem Fach der gewählten Fächerverbindung oder in den Erziehungswissenschaften (oder ggf. interdisziplinär) während des Studiums anzufertigen. Der genaue Umfang sowie weitere Informationen sind bei dem jeweiligen Fach zu erfragen.

Angebote zur Studienorientierung

Praktika Lehramt an Gymnasien

Informationen zum Orientierungspraktikum, Betriebspraktikum, pädagogisch-didaktischen Schulpraktikum und studienbegleitenden Praktikum

Außenstelle des Prüfungsamts für alle Lehrämter an öffentlichen Schulen

Zuständigkeitsbereich:

Anmeldung, Zulassung und Durchführung der Ersten Staatsexamensprüfung nach der Lehramtsprüfungsordnung I (LPO I) für alle Lehrämter an öffentlichen Schulen

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