Akademische Kultur

Das Schöne an einem Studium im Ausland ist, dass man jede Menge neue Gepflogenheiten und fremde Lebensweisen kennenlernt – dazu gehört natürlich auch die akademische Kultur.

In der Humboldt’schen Tradition legen deutsche Universitäten seit jeher viel Wert auf eigenständiges Denken und Arbeiten. Dieses Ideal war so prägend und erfolgreich, dass zum Beispiel die USA oder Japan es adaptiert haben, als sich dort die Forschungsuniversitäten auszubilden begannen. Wenn Sie mehr über verschiedene Universitätsformen, Abschlüsse und Titel erfahren möchten, können Sie sich unter Study in Bavaria informieren!

Der akademische Kalender

Der akademische Kalender spielt in unserer Tradition und Philosophie, den Studierenden Zeit und Raum zum eigenständigen Denken zu geben, eine große Rolle. An der LMU (und den meisten anderen deutschen Unis) sind die Monate März, August und September offiziell vorlesungsfrei. Diese Zeit werden Sie brauchen, um Ihre Seminararbeiten zu schreiben, eigenständige Forschungsprojekte voranzutreiben, auf Klausuren zu lernen oder ggf. auch Zusatzkurse zu besuchen. Während der Weihnachtsferien (24. Dezember bis 6. Januar) ist die Uni weitgehend geschlossen und es finden keine Kurse oder Vorlesungen statt. An der Medizinischen Fakultät können die Vorlesungszeiten etwas abweichen.

Genaueres finden Sie unter Vorlesungszeiten.

Vorlesungsverzeichnis und Anmeldung

Eine umfassende Liste mit Kurzbeschreibungen aller Vorlesungen, Seminare und Kurse an der LMU finden Sie im Vorlesungsverzeichnis, das im LSF, dem Online-Portal Lehre, Studium, Forschung, veröffentlicht wird. Es wird jeweils etwa zwei Monate vor Semesterbeginn ins Netz gestellt.

Das Vorlesungsverzeichnis gibt nicht in jedem Fall den ECTS (credit point value) für jeden Kurs an – meistens können Sie diese Information jedoch den Homepages der Departments entnehmen. Sie können auch die Studiengangskoordinatoren kontaktieren, um herauszufinden, wie viele Credit Points Sie für einen Kurs bekommen, wenn Sie sich dafür anmelden möchten.

Anmeldung

Wie Sie sich für die entsprechenden Kurse anmelden können, variiert je nach Department (z.B. können Sie sich verschiedentlich direkt bei dem oder der Vorlesenden anmelden). Informieren Sie sich ggf. auf der Webseite Ihres Departments oder sprechen Sie die Studiengangskoordinatoren an. Aber keine Sorge – Sie werden alle nötigen Informationen bekommen, sobald Sie für Ihr Studienfach zugelassen sind.

Studienleistungen

ECTS

An der LMU entspricht die Anrechnung von Studienleistungen für Bachelor- und Masterprogramme der des European Credit Transfer Systems (ECTS). Im Durchschnitt absolvieren Sie 30 ECTS pro Semester: Ein Bachelorstudium erfordert 180 ECTS im Zeitraum von drei Jahren und ein Masterstudium 120 ECTS in zwei Jahren.

Notenspiegel

Die Benotung der Kurse erfolgt nach dem deutschen Benotungssystem (1 - 5, mit 1 als bester und 5 als schlechtester Note). Ein Kurs, der mit der Note 4 oder besser abgeschlossen wurde, gilt als bestanden.

Austauschstudierende:
Nicht bei allen Veranstaltungen werden Noten vergeben (unbenotete Vorlesungen). Wenn Sie Ihrer Heimathochschule Noten vorlegen müssen, damit die in München erbrachten Leistungen anerkannt werden können, besprechen Sie Ihre Möglichkeiten am Anfang des Semesters mit der zuständigen Kursleitung.

Allgemeines Notensystem

  • < 1.00 ausgezeichnet (wird nicht von allen Fachbereichen vergeben)
  • 1.00 – 1.50 sehr gut
  • 1.51 – 2.50 gut
  • 2.51 – 3.50 befriedigend
  • 3.51 – 4.00 ausreichend
  • > 4.00 mangelhaft

Notensystem für Jura

  • 16 – 18 Punkte: sehr gut (ausgezeichnet)
  • 13 – 15 Punkte: gut (weit über dem Durchschnitt)
  • 10 – 12 Punkte: voll befriedigend (besser als der Durchschnitt)
  • 07 – 09 Punkte: befriedigend (trifft die Erwartungen)
  • 04 – 06 Punkte: ausreichend (trifft die Erwartungen, einige Schwächen)
  • 01 – 03 Punkte: mangelhaft (bedeutende Schwächen, nicht akzeptabel)
  • 0 Punkte: ungenügend (überhaupt nicht akzeptabel)

Kursarten

Es gibt eine Reihe von verschiedenen Kursarten, zwischen denen Sie wählen können – und es hilft, sich einen Überblick zu verschaffen, worin sie sich unterscheiden.

  • Vorlesung: In Vorlesungen hören Sie Vorträge von Fakultätsmitgliedern. In den Vorlesungen sitzen häufig sehr viele Studierende – das Audimax der LMU fasst zum Beispiel über 700 Hörerinnen und Hörer. Ihre Anwesenheit wird hier meist nicht kontrolliert und aktive Beteiligung ist schon durch die Größe der Veranstaltungen nur sehr eingeschränkt möglich. Sie können jedoch Fragen stellen. Das in Vorlesungen vermittelte Wissen wird ggf. durch Klausuren abgefragt.
  • Grundkurs: Im Grundkurs konzentrieren Sie sich auf die grundlegenden Fragen und Forschungsmethoden Ihres jeweiligen Fachs. Die geforderte Beteiligung der Studierenden ist von Department zu Department verschieden.
  • Proseminar oder Hauptseminar (Seminar): In Seminaren vertiefen Sie das Wissen, das Sie in den Grundkursen und Vorlesungen erworben haben. Es wird erwartet, dass Sie sich aktiv am Seminar beteiligen. Üblicherweise müssen Sie ein Referat halten und eine Seminararbeit schreiben.
  • Übung: Übungen sind meist fokussierter und interaktiver als andere Seminarformen. Häufig gibt es hier wöchentliche Hausaufgaben, die im Kurs besprochen werden.
  • Kolloquium: Das Kolloquium dient dazu, in einen intensiveren wissenschaftlichen Austausch mit Lehrenden und Kommilitoninnen und Kommilitonen zu treten. Sie haben häufig einen interdisziplinären Charakter und sind grundsätzlich unbenotet.
  • Tutorium: Tutorien finden in Kleingruppen statt und widmen sich spezifischen Themen oder Fragen, meist in Vorbereitung auf Klausuren. Die Teilnahme ist freiwillig und wird nicht benotet.