Sonderanträge bei der Bewerbung

Bei der Bewerbung für zulassungsbeschränkte Studiengänge können Sonderanträge wie Härtefallantrag und Nachteilsausgleiche bezüglich Note und Wartezeit gestellt werden.

Härtefallantrag

Ein Härtefallantrag dient dazu, bei der Bewerbung um einen zulassungsbeschränkten Studienplatz besondere Umstände geltend zu machen, die eine sofortige Zulassung zum Studium oder einen Studienortwechsel erfordern. Eine Nichtzulassung zum gewünschten Studiengang würde dabei eine außergewöhnliche Härte bedeuten.

Wann liegt eine besondere Härte vor?

Ein Härtefall liegt vor, wenn es gesundheitliche, soziale oder familiäre Gründe gibt, die eine sofortige Aufnahme des Studiums erforderlich machen, zum Beispiel:

  • Erkrankungen mit einer Tendenz zur Verschlimmerung, die eine sofortige Aufnahme des Studiums erfordern
  • Fehlende Möglichkeiten einer sinnvollen Überbrückung der Wartezeit aufgrund der Behinderung oder chronischen Erkrankung
  • Eingeschränktes Berufsfeld aufgrund der Behinderung oder chronischen Erkrankung

Bewerbung und fachärztliches Gutachten

Der Härtefallantrag wird im Zuge des normalen Bewerbungsverfahrens gestellt. Hierfür ist ein fachärztliches Gutachten erforderlich, das bestimmten formalen und inhaltlichen Anforderungen entsprechen muss. Es soll:

  • Aussagen über Entstehung, Schwere, Behandlungsmöglichkeiten der Erkrankung sowie den prognostizierten Krankheitsverlauf enthalten.
  • auch für medizinische Laien nachvollziehbar sein.

Hilfreich ist zudem die Vorlage des Schwerbehinderten-Ausweises und des Feststellungsbescheids.

Im Ausländer-Zulassungsverfahren sind Härtefallanträge nur für Ausländer mit einer EU-Staatsangehörigkeit oder für diejenigen mit deutschem Abitur möglich.

Härtefallquote

Bezüglich der Anerkennung eines Härtefalls werden strenge Maßstäbe angelegt. Nur zwei Prozent der Studienplätze werden über diese Vorabquote vergeben, ohne dass weitere Auswahlkriterien wie Abiturnote oder Wartezeit beachtet werden. Die Anerkennung eines Härtefalls garantiert also nicht, dass Sie einen Studienplatz zugesprochen bekommen, da die Quote bereits ausgeschöpft sein kann.

Antrag auf Nachteilsausgleich

Ferner gibt es die Möglichkeit, Nachteile während der Ausbildungszeit, die zur Hochschulzugangsberechtigung führt, durch eine Anpassung der Durchschnittsnote beziehungsweise der Wartezeit auszugleichen.

Für Studiengänge mit Voranmeldeverfahren, Studienorientierungsverfahren oder Eignungsfeststellungsverfahren gibt es keine Möglichkeit, einen Härtefallantrag zu stellen, da diese nicht zulassungsbeschränkt sind. Allerdings können Sie einen Antrag auf Nachteilsausgleich bezüglich der Durchführung der Eignungsfeststellung stellen.

Unter gewissen Umständen können Sie zudem einen Nachteilsausgleich bei Prüfungen einfordern.

Weitere Informationen

  • Bei weiteren Fragen bezüglich der Sonderanträge (Härtefall, Nachteilsausgleich durch Verbesserung der Durchschnittsnote oder Verbesserung der Wartezeit) informieren Sie sich bitte im Dokument „Ergänzende Informationen zur Bewerbung“ der Stiftung für Hochschulzulassung. Die Kriterien der Stiftung werden auch an der LMU München bei der Bewertung von Härtefallanträgen und Anträgen auf Nachteilsausgleich für örtlich zulassungsbeschränkte Studiengänge herangezogen.
  • Für weitere offene Fragen zur Bewerbung, zum Härtefallantrag, zur Zulassung allgemein oder für eine Orientierungsberatung wenden Sie sich bitte an den Studien-Informations-Service (SIS) der Zentralen Studienberatung oder bei behinderungsspezifischen Fragen an die Beratungsstelle für Studierende mit Beeinträchtigung der Zentralen Studienberatung.