Blockbücher: Religiöse Comics des 15. Jahrhunderts
11.06.2026
Die UB zeigt fast 600 Jahre alte Blockbüchern in ihrer Ausstellung.
11.06.2026
Die UB zeigt fast 600 Jahre alte Blockbüchern in ihrer Ausstellung.
Die Universitätsbibliothek (UB) lädt aktuell zu einer Zeitreise in die Frühphase des Buchdrucks ein. Noch bis 28. Juni sind in der Ausstellungshalle Werke aus der Blockbüchersammlung der UB zu entdecken – der drittgrößten in ganz Deutschland.
Blockbücher stammen aus der Frühdruckzeit. Sie wurden auf Holztafeln gedruckt. Dabei gab es zwei Arten der Herstellung. Entweder wurden Bild und Text aus Holz geschnitten oder, in der zweiten Variante, die Bilder gedruckt und der Text von Hand geschrieben.
Das erste Verfahren wurde in China bereits im 7. Jahrhundert zur Zeit der Tang-Dynastie entwickelt. In Europa kamen die Blockbücher erst im 15. Jahrhundert auf. Inhaltlich dominierten religiöse Thematiken: Bibelgeschichten, Gebete oder moralische Lehrstücke, die zugleich belehrten. Mit ihnen sollte der Bedarf an geeigneter Literatur für eine breite Masse gedeckt werden.
Die Bücher mussten ihre Themen hauptsächlich über Bildsprache transportieren, um auch die Bevölkerungsschichten zu erreichen, die des Lesens nicht mächtig waren. Sie gaben den Lesenden Orientierung und sollten ihnen ermöglichen, sich schon zu Lebzeiten auf den Tod und das Jenseits vorzubereiten.
Weltweit sind nur knapp 40 Titel in 100 Blockbuch-Ausgaben bekannt, noch weniger haben die Jahrhunderte in gutem Zustand überlebt. Umso bemerkenswerter ist die Sammlung der Unibibliothek: Mit neun Titeln in elf Ausgaben beherbergt die UB die drittgrößte Blockbuchsammlung Deutschlands – nur die Bayerische Staatsbibliothek und das Berliner Kupferstichkabinett verfügen über größere Bestände.
Wer die Blockbücher erleben möchte, sollte nicht zu lange warten. Laut Sven Kuttner wird es in den nächsten 20 Jahren voraussichtlich keine weitere Ausstellung zu den Büchern geben.
Die Ausstellung läuft vom 16. März bis zum 28. Juni 2026.