Wie didaktisch mit neuen (digitalen) Lerngewohnheiten umgehen?
Kommt Ihnen folgende Situation bekannt vor? Während Sie versuchen für Ihr Fach hochrelevante Inhalte zu vermitteln, stellen Sie fest, dass die Studierenden parallel chatten, scrollen oder unverblümt Mails beantworten. Auch im Unialltag bewegen sich Studierende in einer digitalen Aufmerksamkeitsökonomie, in der sie ständig „on“ sind. Die damit einhergehende Dauerkommunikation prägt ihre Lerngewohnheiten und verändert, wie sie Lehrformate auf- und annehmen. Im Workshop analysieren wir zunächst, wie solche Dynamiken die Aufmerksamkeit im Seminarraum konkret beeinflussen und welche Herausforderungen sich daraus für Ihre Lehrpraxis ergeben. Anschließend lernen Sie ein Spektrum didaktischer Ansätze kennen: von Formaten, die gezielt mit «Tik-Tok-Logiken» arbeiten, bis hin zu bewusst analog gestalteten Settings, in denen Bewegung, Embodiment und kooperative Lernformen im Mittelpunkt stehen. In einem ausführlichen Austausch mit anderen Lehrenden entwickeln und diskutieren Sie eigene Unterrichtseinheiten, erproben Ideen in der Gruppe und erhalten praxisnahe Rückmeldungen. So entsteht ein Repertoire an Ansätzen, das Sie befähigt, Lehrveranstaltungen so zu gestalten, dass sie neue digitale Routinen aufnehmen und zugleich analoge Räume für fokussiertes, vertieftes Lernen eröffnen.
Hauptnutzen / Leitziel:
Die Teilnehmenden gewinnen ein vertieftes Verständnis dafür, wie digitale Aufmerksamkeitsökonomien das Lernverhalten von Studierenden prägen, und entwickeln konkrete, erprobungsfähige Lehrkonzepte, mit denen sie Aufmerksamkeit zurückgewinnen und fokussiertes Lernen in ihren Veranstaltungen fördern.
Lernziele:
Die Teilnehmenden...
- Die Teilnehmenden analysieren, wie digitale Mediennutzung Lernverhalten, Beteiligung und kognitive Verarbeitung in Lehrveranstaltungen beeinflussen.
- Die Teilnehmenden reflektieren ihre Lehrpraxis und leiten daraus zentrale didaktische Anpassungen für Aktivierung und Strukturierung ab.
- Die Teilnehmenden entwickeln lernförderliche Lehrsettings, die digitale Routinen und analoge Methoden zur Förderung vertieften Lernens integrieren.
- Die Teilnehmenden konzipieren im kollegialen Austausch Unterrichtseinheiten und formulieren didaktische Gestaltungsideen für Lehrveranstaltungen.
Vorbereitung:
Bitte bringen Sie für den Workshop eine konkrete Unterrichtseinheit mit, die Sie didaktisch (neu) konzipieren möchten. Idealerweise liegt diese Veranstaltung etwa drei bis vier Wochen nach dem Kurstermin. Optional können Sie bereits eigene Ideen oder Experimente mitbringen, die Sie gerne ausprobieren würden und im Rahmen des Workshops mit anderen Lehrenden diskutieren und weiterentwickeln möchten.
Trainerinnen- und Trainer-Info:
Dr. Daniel Kunzelmann ist ausgebildeter Trainer für digitale Medien. Sein Portfolio umfasst wissenschaftlich fundierte und anwendungsorientierte Trainings rund um die Themen Didaktik, Zeitkompetenz und Selbstmanagement. Seit 2013 lehrt und forscht er an der Universität Basel. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt liegt auf den negativen Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Zufriedenheit, unser Wohlbefinden und unsere Produktivität.
Richtlinien des Zertifikats Hochschullehre Bayern:
Dieser Kurs ist für das Zertifikat Hochschullehre der bayerischen Universitäten (Grundstufe/Aufbaustufe) mit folgenden Arbeitseinheiten (AE) anrechenbar:
- Bereich A (Lehr-Lernkonzepte): 8 AE
Teilnahmegebühren:
- Externe von Musikhochschulen: 25 € pro Arbeitseinheit (insg. 200€)
- Externe ohne Uni-Zugehörigkeit: 65 € pro Arbeitseinheit (insg. 520€)
Anmeldung:
Hier finden Sie das Anmeldeformular.