26 Mär
27 Mär

Wachen und Erinnern in religiösen Gemeinschaften der Vormoderne (1300–1700)

Termin:

26. März 2026 - 27. März 2026

Ort:

Schloss Fürstenried Forst-Kasten-Allee 103 81475 München

Tagung des Teilprojekts A07

Die Tagung nimmt das Zusammenspiel von Wachen und Erinnern in religiösen Gemeinschaften in den Blick. In religiösen Gemeinschaften der Vormoderne spielte Wachsamkeit eine zentrale Rolle, zum Beispiel in der Introspektion als Kontrolle des eigenen Geistes und der gegenseitigen Beobachtung innerhalb der Gemeinschaft zum Zweck der Kontrolle und Disziplinierung. Wachsamkeit umfasst dabei unterschiedliche Praktiken des Wachens, etwa Er-Wachen, Be-Wachen oder Über-Wachen. Erinnern bezeichnet das Bewahren, Rekonstruieren und Deuten von Vergangenem. In religiösen Gemeinschaften umfasste es u.a. Rituale wie das Totengedenken oder die Kodifikation gemeinschaftlicher Erfahrungen.

Die Verbindung von Wachen und Erinnern verweist auf grundlegende Mechanismen der Identitätsbildung, Traditionspflege und sozialen Kohäsion, die für Gemeinschaften unterschiedlicher Religionen und Konfessionen von Bedeutung waren. Denn diese Praktiken vermittelten zwischen individueller Frömmigkeit und kollektiver Gedächtniskultur. Wachen und Erinnern ergänzten sich dabei und trugen sowohl in körperlicher als auch in geistiger Hinsicht zum Gemeinschaftsleben bei; ihrer wechselseitigen Verbindung wurde bislang jedoch noch wenig Bedeutung beigemessen. Bei der Tagung gilt unsere Aufmerksamkeit den spezifischen Ausdrucksformen und Funktionen des Wachens und Erinnerns in verschiedenen religiösen Traditionen und ihrem Einfluss auf soziale und kulturelle Strukturen. Durch die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Thema möchten wir neue Perspektiven auf die Verbindung von Wachen und Erinnern entwickeln und diskutieren.

Kontakt

John Hinderer John.Hinderer@lmu.de

Tamara Klarić Tamara.Klaric@lrz.uni-muenchen.de