- Sprache:
- Latein
- Herkunftsort:
- Österreich, Benediktinerstift Melk
- Entstehungszeit:
- Datierung der gezeigten Handschrift: Drittes Viertel des 15. Jahrhunderts; Datierung des Werks (De liberorum educatione von Eneas Silvius Piccolomini): 1450
- Transkription:
- Quis enim recte loquendi peritiam
habet, nisi poetas uiderit, historicos et oratores
perlegerit? Quod rationis est, quod vetustatis,
quod auctoritatis ac consuetudinis, in grammatica
unde nisi ab his sumitur? - Übersetzung:
- Wer hat denn Erfahrung darin, richtig zu sprechen, wenn er nicht zumindest einen Blick auf die Dichter geworfen, die Historiker und Redner aber gründlich gelesen hat? Woher sonst nimmt man das, was in der Grammatik als vernünftig, althergebracht, anerkannt und gebräuchlich gilt, wenn nicht von ihnen?
(Abgeänderte Übersetzung von Friedrich Wotke) - Ansprechpartner:
- Sebastian Gassmann
- Zugehöriges Projekt:
- Antike Autoritäten in neuen politischen und gesellschaftlichen Kontexten
Weiterführende Informationen:
Eneas Silvius Piccolomini (später: Papst Pius II.) stellte 1450 den sog. „Erziehungsbrief“ an den kaum zehnjährigen böhmisch-ungarischen König Ladislaus fertig. Er enthält ein ausführliches humanistisches Erziehungsprogramm, das nicht nur Kindererziehung ganz allgemein, sondern vor allem die für ein königliches Kind passende Erziehung behandelt. Neben einer Vielzahl von Themen legt Piccolomini dabei besonderen Wert auf die sprachliche Bildung: Ein König, der nicht richtig lesen und schreiben könne, sei lediglich ein gekrönter Esel.
Die gezeigte Stelle handelt von der Bedeutung der Lektüre maßgeblicher Autoren, besonders aus der Antike, für eine gute Bildung in der lateinischen Grammatik
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