Die LMU in der Exzellenzinitiative – eine Bilanz

Die LMU wurde als eine der erfolgreichsten Universitäten während der kompletten Laufzeit der Exzellenzinitiative in allen Förderlinien gefördert.

Die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zielte darauf ab, Spitzenforschung zu fördern sowie den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken und international sichtbarer zu machen.

Das Programm hat das deutsche Hochschul- und Wissenschaftssystem tiefgreifend verändert. Finanziell gefördert wurden Projekte in drei Förderlinien: Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte.

Mit vier Exzellenzclustern, vier Graduiertenschulen und ihrem Zukunftskonzept zählt die LMU zu den erfolgreichsten deutschen Universitäten in der Exzellenzinitiative. Von 2006 bis 2019 wurde die LMU in allen drei Förderlinien gefördert. Das Zukunftskonzept LMUexcellent nutzte die LMU dabei als zentrales Instrument, um international attraktive Rahmenbedingungen für Forschung, Rekrutierung und Nachwuchsförderung zu schaffen sowie exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf allen Karrierestufen zu gewinnen und damit ihre internationale Sichtbarkeit signifikant zu steigern.

Im Wettbewerb um das Nachfolgeprogramm der Exzellenzinitiative – der Exzellenzstrategie – war die LMU erneut erfolgreich und konnte den Titel „Exzellenzuniversität“ sowie – gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) – vier Exzellenzcluster einwerben.

1. Förderlinie: Graduiertenschulen

Graduiertenschulen dienten der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. In strukturierten, interdisziplinär ausgerichteten Promotionsprogrammen wurden hervorragende Doktorandinnen und Doktoranden aus dem In- und Ausland bestmöglich auf eine wissenschaftliche Karriere vorbereitet.

An der LMU wurden insgesamt vier Graduiertenschulen in den Lebens-, Geistes- und Sozialwissenschaften eingerichtet.

2. Förderlinie: Exzellenzcluster

In fachübergreifenden Verbünden wurde – in enger Kooperation mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft – international sichtbare Spitzenforschung betrieben und etabliert. Die Exzellenzcluster waren damit auch ein wichtiger Bestandteil der strategischen Planung der Universität und dienten der Profilschärfung.

An der LMU wurden vier Exzellenzcluster gefördert. Zudem war die LMU an einem Exzellenzcluster der TUM maßgeblich beteiligt.

3. Förderlinie: Zukunftskonzept LMUexcellent

Die LMU gehört zu den forschungsstärksten Universitäten Deutschlands. Mit dem Zukunftskonzept LMUexcellent ist es ihr gelungen, ihre Attraktivität weiter zu erhöhen, exzellente Forschung gezielt zu fördern, die Schwerpunktbildung voranzutreiben und dadurch ihr wissenschaftliches Profil nachhaltig zu schärfen. Auch Dank der Förderung im Rahmen der Exzellenzinitiative zählt die LMU heute zu den internationalen Spitzenuniversitäten.

Die Universität hat die Nachwuchsförderung durch grundlegende Reformen nachhaltig verbessert, die Instrumente zur Rekrutierung hervorragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgebaut und die Governance-Strukturen der LMU weiter professionalisiert. Außerdem hat die LMU im Rahmen von LMUexcellent ein innovatives Konzept zur forschungsorientierten Lehre entwickelt.

Gleichstellung und Inklusion sowie Internationalität haben als Leitprinzipien alle Maßnahmen geprägt, die an der LMU im Rahmen des Zukunftskonzepts umgesetzt wurden. Im Rahmen der aktuellen Förderung der LMU als Exzellenzuniversität werden erfolgreiche Maßnahmen fortgeführt und weiterentwickelt.

Erfolge

In der zwölfjährigen Förderlaufzeit des Zukunftskonzepts LMUexcellent konnten zahlreiche Erfolge erreicht und neue Strukturen etabliert werden.

Um sich im weltweiten Wettbewerb um die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erfolgreich zu positionieren, entwickelte die LMU neue Rekrutierungsinstrumente:

So wurden etwa Berufungsverfahren straffer organisiert und proaktive Berufungsverfahren etabliert. Erfolgreich wurde hierbei auch besonderes Augenmerk auf die Berücksichtigung der Querschnittsthemen Gleichstellung und Inklusion sowie Internationalisierung gelegt: So lag etwa der Frauenanteil bei Neuberufungen 2016-2019 bei 30%, im Vergleich zu 19% 2006-2009.

Zur Rekrutierung herausragender Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler hat die LMU bereits während der ersten Förderphase der Exzellenzinitiative ihr flächendeckendes Tenure-Track-Modell eingeführt und dieses seither kontinuierlich ausgebaut (rund 250 Berufungen zwischen 2006 und 2019). Die Mittel aus der Exzellenzinitiative wurden auch dafür genutzt, strategisch wichtige Positionen so auszustatten, dass es für herausragende Forscherinnen und Forscher aus aller Welt noch attraktiver wurde, an der LMU zu forschen und zu lehren.

Im Rahmen dieser Instrumente konnten zahlreiche international renommierte Professorinnen und Professoren an die LMU geholt werden. Zusätzlich gewann die LMU durch die Übertragung des Berufungsrechts vom Freistaat Bayern 2009 Autonomie bei Berufungen.

Mit ihrem Zukunftskonzept LMUexcellent förderte die LMU international herausragende Spitzenforschung. Sie erhöhte damit ihre weltweite Sichtbarkeit und vertiefte die Zusammenarbeit mit ihren internationalen Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft.

Im Fokus von LMUexcellent stand die Etablierung konkurrenzfähiger Rahmenbedingungen für die Spitzenforschung. Es wurden verschiedene Förderinstrumente eingerichtet, darunter insbesondere der Investitionsfonds, der Anschubfinanzierungen zur Unterstützung innovativer Forschungsprojekte und der Einwerbung von groß angelegten nationalen und internationalen Drittmittelprojekten bietet, wie beispielsweise SFBs oder den ERC-Grants. Zwischen 2014 und 2019 wurden durch den Investitionsfonds erfolgreiche Drittmittelvorhaben aus allen Fachbereichen der Universität unterstützt, in deren Rahmen ein Gesamtfördervolumen von fast 160 Mio. Euro eingeworben werden konnte.

Darüber hinaus wurden internationale Schlüsselkooperationen mit ausländischen Spitzenuniversitäten neu eingerichtet bzw. weiter vertieft, darunter kürzlich eine strategische Partnerschaft mit der University of Cambridge. Als Forum für den Austausch über Fächer- und Ländergrenzen hinweg hat sie überdies das Center for Advanced Studies (CAS) etabliert, an dem u.a. bereits mehr als 500 Visiting Fellows zu Gast waren. Mit dem Center for Leadership and People Management hat die LMU zudem eine Einrichtung geschaffen, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei ihren spezifischen Führungsaufgaben gezielt unterstützt.

Mit dem LMU Academic Career Program gelang es der LMU, exzellente Forschungs- und Qualifizierungsbedingungen für herausragende Nachwuchskräfte auf allen Stufen der wissenschaftlichen Karriere – von der Promotion bis hin zur Professur – zu schaffen.

Ergänzt wurde das Programm durch den Aufbau neuer Maßnahmen und Services wie das CAS Young Center, das Graduate Center und im Rahmen von LMU Mentoring.

  • Promotion: Im Zuge der Exzellenzinitiative hat die LMU die Qualifikationsbedingungen für Promovierende optimiert. Als zentrale Koordinations-, Beratungs- und Serviceeinrichtung zum Thema Promotion wurde das Graduate Center eingerichtet, das Promovierende in ihrer Karriereplanung und Profilentwicklung unterstützt und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Einrichtung strukturierter Promotionsprogramme berät. Zwischen 2008 und 2019 hat die LMU die Anzahl strukturierter Promotionsprogramme von 13 auf über 40 gesteigert. Neben Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsangeboten (bislang mehr als 550 Veranstaltungen) werden Promovierende durch die Förderung der Organisation eigener Veranstaltungen oder durch Abschlussstipendien für die Endphase der Promotion in ihrer Karriereentwicklung unterstützt.
  • Postdoc-Phase: Die LMU konnte zahlreiche erfolgreiche Maßnahmen etablieren, die Postdocs bei der Herausbildung eines kompetitiven Forschungsprofils durch die Entwicklung wissenschaftlicher Unabhängigkeit sowie internationaler Vernetzung und Mobilität unterstützen. So wurden etwa bis 2019 durch Anschubfinanzierungen im Nachwuchsförderungsfonds erfolgreiche Drittmittelprojekte im Rahmen renommierter Nachwuchsförderprogramme wie DFG Emmy Noether-Nachwuchsgruppen oder ERC Starting Grants mit einem eingeworbenen Gesamtfördervolumen von bislang mehr als 22 Mio. Euro unterstützt. Mit den LMU Research Fellowships wurden von 2009 bis 2019 insgesamt 65 exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus aller Welt an die LMU geholt. Im Jahr 2017 wurde das Programm zudem durch die Einwerbung von Kofinanzierungs-Mitteln des Marie Skłodowksa Curie COFUND-Programms der EU verstärkt. Das Nachwuchsprogramm Junior Researchers in Residence des Center for Advanced Studies (CAS) ermöglicht wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Stipendiatinnen und Stipendiaten der LMU ein Forschungssemester am CAS.
  • Tenure-Track-Phase: Als eine der ersten Universitäten in Deutschland hat die LMU bereits vor über fünfzehn Jahren ein Tenure-Track-Modell entwickelt, das inzwischen nahezu flächendeckend einen planbaren Karriereweg zur unbefristeten Professur bietet (rund 250 Berufungen zwischen 2006 und 2019; zwischen 2015 und 2019 wurden 92% aller W2-Professorinnen und -Professoren auf Tenure-Track-Professuren berufen). Die LMU hat das Tenure-Track-Modell kontinuierlich ausgebaut. So wurde die Vergabe von Tenure Track Professuren an Forschungspreisträgerinnen und -träger, insbesondere ERC Starting Grantees ermöglicht. Zudem ist bei besonderen in Ausnahmefällen der Aufstieg auf eine W3-Professur möglich. Verschiedene Beratungs-, Informations- und Qualifizierungsangebote (u.a. des Center for Leadership and People Management) unterstützen Tenure-Track-Professorinnen und -Professoren bei ihrer weiteren Karriereentwicklung und der Etablierung als unabhängige Forscherpersönlichkeiten.

In beiden Förderphasen des Zukunftskonzepts hat die LMU ihre Strategiefähigkeit unter Beweis gestellt und dabei Governance-Strukturen und -Prozesse entwickeln, die ihre Autonomie stärken und zu im internationalen Maßstab hervorragenden Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre beitragen. Wissenschaftsfreiheit und Exzellenz waren hierbei stets handlungsleitende Prinzipien für die LMU. Zusätzlich fußt ihre Governance auf einer ausgewogenen Balance von bottom-up und top-down Elementen, die wissenschaftlichem Wettbewerb und den inneruniversitären Dialog einbeziehen. Die zentralen Querschnittsthemen Gleichstellung und Inklusion sowie Internationalisierung wurden hierbei durch die Hochschulleitung in alle Fördermaßnahmen und Entscheidungsprozesse stets systematisch einbezogen.

Unlängst ist Digitalisierung als weiteres Querschnittsthema hinzugekommen.

Um optimale Rahmenbedingungen für Spitzenforschung zu gewährleisten, wurde das Beratungs- und Serviceangebot für Promovierende, Nachwuchskräfte und etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen der Förderung stark ausgebaut und auf die jeweiligen Zielgruppen zugeschnitten. Die LMU bietet nun ein umfangreiches und zielgruppenorientiertes Spektrum an Service- und Beratungsleistungen an. Zudem wurden neue Strukturen geschaffen, wie u.a.:

Besonders erfolgreiche Maßnahmen und Instrumente aus allen drei Förderlinien werden im Rahmen des eigens geschaffenen Nachhaltigkeitsprogramm der Universität und im Rahmen von deren Förderung als Exzellenzuniversität fortgeführt. So wurden Professuren und weitere Stellen für wissenschaftliches und nicht-wissenschaftliches Personal, die im Rahmen der Graduiertenschulen und Exzellenzcluster der Universität neu geschaffen wurden, sowie erfolgreiche Förder- und Serviceinfrastrukturen, die im Rahmen von LMUexcellent entwickelt wurden, weitgehend in die Grundfinanzierung der Universität übernommen.