LMU-Lateinamerika-Netzwerk

Das Lateinamerika-Netzwerk ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der LMU. Innerhalb eines regional-strategisch angelegten und institutionell gestützten Rahmens treiben sie die thematische Zusammenarbeit mit relevanten Partnern in der Region Lateinamerika voran.

Ziele des Lateinamerika-Netzwerks

  • Synergien und Anknüpfungsmöglichkeiten schaffen.
  • Die Sichtbarkeit der LMU in Lateinamerika stärken.
  • Die Sichtbarkeit Lateinamerikas an der LMU steigern.
  • Kooperative Lateinamerikaforschung ermöglichen.

Lateinamerika-Forschung an der LMU

Von Ethnologie bis Paläontologie - die LMU kooperiert in Forschung, Studium und Lehre mit wissenschaftlichen Einrichtungen in allen Ländern Lateinamerikas. Folgende Forschungsprojekte geben Ihnen einen ersten Einblick in die Vielfalt der Kooperationsaktivitäten an der LMU.

Aufnahme eines Markts in Tepito in Mexiko-Stadt mit vielen Bewohnern

Markt in Tepito (Mexiko/Stadt)

© Eveline Dürr (LMU)

Institut für Ethnologie

Das Münchner Institut für Ethnologie ist im deutschsprachigen Raum eines der personalstärksten des Fachs und weist eine große Bandbreite regionaler Foci auf. Dabei bildet die kulturwissenschaftliche Forschung zu den Amerikas (neben Süd- und Zentralasien, West- und Ostafrika, sowie Ozeanien) einen wesentlichen Schwerpunkt.

In Bezug auf Lateinamerika werden aktuell vorrangig vier Themenbündel verfolgt: Mensch-Umwelt-Beziehungen, urbane Lebenswelten und Ethnolinguistik sowie in Zusammenspiel mit dem Ozeanien-Focus transpazifische Kulturbeziehungen, Netzwerke und Migration.

Aktuelle Feldforschungen finden in Mexiko, Bolivien, Peru, Chile und Kolumbien statt. 2019 haben Eveline Dürr und Henry Kammler mit der „Einführung in die Ethnologie Mesoamerikas – Ein Handbuch zu den indigenen Kulturen“ (Waxmann) das erste in deutscher Sprache edierte Überblickswerk für diese Region vorgelegt.

Ein buntes Wandbild Etnias in Rio de Janeiro.

Etnias - die Völker der Welt: Wandbild in Rio de Janeiro (Brasilien)

© Ricardo Borrmann

Institut für Amerikanistik

Das Amerika-Institut der LMU wurde 1949 gegründet und ist damit das älteste Institut seiner Art in Deutschland. Es bietet den Bachelor-Studiengang „Nordamerika-Studien“ und einen Masterstudiengang in „American History, Culture and Society“ an. Die Programme des Amerika-Instituts vermitteln grundlegende sowie vertiefende Kenntnisse der sozialen, kulturellen, literarischen, ökonomischen und politischen Geschichte und Gegenwart der Vereinigten Staaten von Amerika. Jedoch werden auch Kanada und das vielschichtige Verhältnis der USA zu Lateinamerika in Lehre und Forschung (insbesondere Argentinien und Brasilien) berücksichtigt.

Seit April 2018 befassen sich Ursula Prutsch und Clemens van Loyen mit den sozialen, geschichtlichen und kulturpolitischen Umbrüchen bei der Verwandlung der Hafenregion von Rio de Janeiro in eine „Vitrine neoliberaler Stadtpolitik“. Sie erarbeiten die urban-ethischen Debatten dieses Transformationsprozesses, die quer zum Marketing-Diskurs der Stadtregierung verlaufen und den Forderungen der Hafenbewohner, insbesondere afrobrasilianischer Herkunft, Nachdruck verleihen.

Aufnahme von Menschen in einem Raum in Peru, die sich einen Vortrag anhören.

Pilot-Kurs: Occupational Health in Rural Areas of Latin America

© Center for International Health (LMU)

Center for International Health

Als eines von fünf Zentren für Hochschulexzellenz in der Entwicklungszusammenarbeit wurde das Center for International Health an der LMU (CIHLMU) im Jahr 2009 gegründet. Ziel ist es, die Gesundheitsbedingungen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen durch die Förderung der medizinischen Ausbildung und Forschung zu verbessern.

Mit finanzieller Unterstützung vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) bildet das Zentrum medizinisches Fachpersonal in sechs Bereichen vor Ort aus: Internationale Arbeitssicherheit und -gesundheit, Medizinische Ausbildung, Infektionskrankheiten und Tropenmedizin, Humanitäre Hilfe, Pädiatrie und Psychische Gesundheit. Im Zuge dessen hat das CIHLMU zahlreiche Programme und Projekte in Lateinamerika, Afrika und Asien etabliert und zählt bereits Alumni in mehr als 25 Ländern.

Lehre
In Lateinamerika finden im Rahmen des CIHLMU zahlreiche Aktivitäten statt, die sich vor allem auf den Bereich „Internationale Arbeitssicherheit und -gesundheit“ konzentrieren. Hier geht es zum einen um den Aufbau von Kapazitäten und die Ausbildung von Fachpersonal zur Verbesserung der lokalen Arbeitsbedingungen. In den letzten zehn Jahren wurden im Rahmen eines Masterstudiengangs, von Weiterbildungsprogrammen sowie Präsenz- und Online-Kursen in Arbeitssicherheit und -gesundheit moderne Lehrmethoden vermittelt und innovative Lehrpläne unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten entwickelt.

Forschung
In Zusammenarbeit mit den lateinamerikanischen Partnern wurden Forschungs- und Interventionsprojekte zu den Arbeitsbedingungen in verschiedensten Sektoren und Regionen durchgeführt, z. B. Fischer und Taucher in Chile, Lehrer in Bolivien, Bauarbeiter in Argentinien, Feuerwehrleute in Guatemala, aber auch lateinamerikanische Au-Pairs in Deutschland. Außerdem wurde ein Pilotprojekt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von informellen Arbeitern in ländlichen Kommunen Lateinamerikas durchgeführt, das nun vom Team in Lateinamerika selbstständig weitergeführt werden soll. Wie in diesem Projekt hat das vom CIHLMU ausgebildete Fachpersonal – vom Alumnus bis zur Professorin – in vielen Projekten nun die Leitung übernommen und führt die Ausbildungs- und Forschungsaktivitäten vor Ort hauptverantwortlich weiter.

Aufnahme von Kindern in einem Klassenzimmer in einer Dorfschule in Guatemala.

Dorfschule in Guatemala

© Prof. Dr. Reinhard Markowetz (LMU)

Department Pädagogik und Rehabilitation

Um die Bildung und die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Guatemala zu gewährleisten, wurden internationale Abkommen (UN, 2007, 2015) und nationale Gesetze (1996) unterzeichnet. Es muss jedoch noch viel getan werden, um ein inklusives Bildungsmodell im Land zu etablieren. Deshalb unterzeichneten die LMU und die Universidad de San Carlos de Guatemala (USAC) im Jahr 2017 eine Kooperationsvereinbarung, um wichtige Maßnahmen in der guatemaltekischen Bildung voranzutreiben.

Seitdem können die Studierenden des Lehrstuhls für Pädagogik bei geistiger Behinderung und bei Verhaltensstörungen in Guatemala Praktika absolvieren oder an Studienfahrten teilnehmen. Bis heute waren Lehrstuhlinhaber Professor Reinhard Markowetz und Dr. André Gomes viermal in Guatemala. Dabei wurden intensive Fortbildungen mit Dozenten, Lehrkräften und Eltern durchgeführt. Für März 2020 bereitet der Lehrstuhl eine neue Studienfahrt vor, bei der 13 Studierende teilnehmen und vor Ort Workshops über das Thema Autismus-Spektrum-Störung organisieren werden.

Vor der Erstellung eines regionalen Aktionsplans war es wichtig, Forschung mit den folgenden Zielen zu betreiben:

  • Phase I:
    Die Bedürfnisse, Herausforderungen, Interessen, Kritikpunkte und Forderungen der Lehrkräfte erkennen, die das Bildungssystem und insbesondere die inklusive Bildung in Guatemala betreffen. Die Art und Weise der Weiterbildung identifizieren und die Möglichkeiten der persönlichen und/oder Online-Weiterbildung gewährleisten, um eine integrative Bildung zu fördern.
  • Phase II:
    Entwicklung eines Online- und Präsenztrainingsprogramms unter Berücksichtigung der in der ersten Phase der Studie vorgestellten Anforderungen der Lehrer.

Diese Forschung soll die Kompetenzen und Fähigkeiten der Lehrkräfte im Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit sonderpägogischen Förderbedarf verbessern.

Ansprechpartnerin für das Lateinamerikanetzwerk an der LMU

Susanne Rößler

Referat Internationale Angelegenheiten

Auslandsstudienberatung, Hochschulpartnerschaften, LMUexchange

E-Mail schreiben

+49 89 2180-3859

Repräsentanz der LMU in São Paulo

In Lateinamerika wird die LMU durch eine wissenschaftliche Vertreterin in Brasilien repräsentiert.

Prof. Leticia Fröhlich Archangelo, PhD

Referat Internationale Angelegenheiten

Auslandsvertretung Brasilien (Sao Paulo)

E-Mail schreiben

Deutsches Wissenschafts- und Innovationshaus in São Paulo

Die LMU ist mit dem Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses in São Paulo assoziiert. Über das DWIH hat die LMU Zugang zu aktionsstarken Netzwerken im Bereich universitärer Forschung und Bildung in Brasilien. Dadurch soll eine neue Dynamik bei der Weiterentwicklung von wissenschaftlichen Kontakten entstehen. Die LMU kann zudem an den Kontakt- und Informationsveranstaltungen teilnehmen, die vom DWIH São Paulo organisiert werden, und hat einen zusätzlichen, direkten Kanal zu den Stakeholdern in der Region.