LMU-Lateinamerika-Netzwerk

Das Lateinamerika-Netzwerk ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der LMU. Innerhalb eines regional-strategisch angelegten und institutionell gestützten Rahmens treiben sie die thematische Zusammenarbeit mit relevanten Partnern in der Region Lateinamerika voran.

LMU-Lateinamerika-Netzwerk Online-Dialoge

Oktober – Dezember 2021

Bei dieser interdisziplinären Veranstaltungsreihe diskutieren lateinamerikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihren Partnern an der LMU, welchen Einfluss die COVID-19-Pandemie auf die jeweiligen Fachdisziplinen hat und vor welchen Herausforderungen sie Gesellschaft und akademische Gemeinschaft stellt.

Diese Veranstaltung richtet sich an Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die am Austausch und der Zusammenarbeit mit der Region Lateinamerika interessiert sind. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Diese Veranstaltung findet auf Zoom in englischer Sprache statt.

Ziele des Lateinamerika-Netzwerks

  • Synergien und Anknüpfungsmöglichkeiten schaffen.
  • Die Sichtbarkeit der LMU in Lateinamerika stärken.
  • Die Sichtbarkeit Lateinamerikas an der LMU steigern.
  • Kooperative Lateinamerikaforschung ermöglichen.

Lateinamerika-Forschung an der LMU

Von Ethnologie bis Paläontologie – die LMU kooperiert in Forschung, Studium und Lehre mit wissenschaftlichen Einrichtungen in allen Ländern Lateinamerikas. Folgende Forschungsprojekte geben Ihnen einen ersten Einblick in die Vielfalt der Kooperationsaktivitäten an der LMU.

Aufnahme eines Markts in Tepito in Mexiko-Stadt mit vielen Bewohnern

Markt in Tepito (Mexiko/Stadt)

© Eveline Dürr (LMU)

Institut für Ethnologie

Das Münchner Institut für Ethnologie ist im deutschsprachigen Raum eines der personalstärksten des Fachs und weist eine große Bandbreite regionaler Foci auf. Dabei bildet die kulturwissenschaftliche Forschung zu den Amerikas (neben Süd- und Zentralasien, West- und Ostafrika, sowie Ozeanien) einen wesentlichen Schwerpunkt.

In Bezug auf Lateinamerika werden aktuell vorrangig vier Themenbündel verfolgt: Mensch-Umwelt-Beziehungen, urbane Lebenswelten und Ethnolinguistik sowie in Zusammenspiel mit dem Ozeanien-Focus transpazifische Kulturbeziehungen, Netzwerke und Migration.

Aktuelle Feldforschungen finden in Mexiko, Bolivien, Peru, Chile und Kolumbien statt. 2019 haben Eveline Dürr und Henry Kammler mit der „Einführung in die Ethnologie Mesoamerikas – Ein Handbuch zu den indigenen Kulturen“ (Waxmann) das erste in deutscher Sprache edierte Überblickswerk für diese Region vorgelegt.

Ein buntes Wandbild Etnias in Rio de Janeiro.

Etnias - die Völker der Welt: Wandbild in Rio de Janeiro (Brasilien)

© Ricardo Borrmann

Institut für Amerikanistik

Das Amerika-Institut der LMU wurde 1949 gegründet und ist damit das älteste Institut seiner Art in Deutschland. Es bietet den Bachelor-Studiengang „Nordamerika-Studien“ und einen Masterstudiengang in „American History, Culture and Society“ an. Die Programme des Amerika-Instituts vermitteln grundlegende sowie vertiefende Kenntnisse der sozialen, kulturellen, literarischen, ökonomischen und politischen Geschichte und Gegenwart der Vereinigten Staaten von Amerika. Jedoch werden auch Kanada und das vielschichtige Verhältnis der USA zu Lateinamerika in Lehre und Forschung (insbesondere Argentinien und Brasilien) berücksichtigt.

Seit April 2018 befassen sich Ursula Prutsch und Clemens van Loyen mit den sozialen, geschichtlichen und kulturpolitischen Umbrüchen bei der Verwandlung der Hafenregion von Rio de Janeiro in eine „Vitrine neoliberaler Stadtpolitik“. Sie erarbeiten die urban-ethischen Debatten dieses Transformationsprozesses, die quer zum Marketing-Diskurs der Stadtregierung verlaufen und den Forderungen der Hafenbewohner, insbesondere afrobrasilianischer Herkunft, Nachdruck verleihen.

Aufnahme von Menschen in einem Raum in Peru, die sich einen Vortrag anhören.

Pilot-Kurs: Occupational Health in Rural Areas of Latin America

© Center for International Health (LMU)

Center for International Health

Als eines von fünf Zentren für Hochschulexzellenz in der Entwicklungszusammenarbeit wurde das Center for International Health an der LMU (CIHLMU) im Jahr 2009 gegründet. Ziel ist es, die Gesundheitsbedingungen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen durch die Förderung der medizinischen Ausbildung und Forschung zu verbessern.

Mit finanzieller Unterstützung vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) bildet das Zentrum medizinisches Fachpersonal in sechs Bereichen vor Ort aus: Internationale Arbeitssicherheit und -gesundheit, Medizinische Ausbildung, Infektionskrankheiten und Tropenmedizin, Humanitäre Hilfe, Pädiatrie und Psychische Gesundheit. Im Zuge dessen hat das CIHLMU zahlreiche Programme und Projekte in Lateinamerika, Afrika und Asien etabliert und zählt bereits Alumni in mehr als 25 Ländern.

Seit 2021 widmet sich das Center for International Health in einem interdisziplinären Verbund dem Thema „One Health“. Das übergeordnete Ziel ist es, die Gesundheitsbedingungen weltweit zu verbessern, indem die strukturellen Gesundheitsprobleme, die durch die Lebensumwelt verursacht werden, verstanden und kontextspezifische Lösungen in einem ganzheitlichen und partizipativen Ansatz der Entwicklungszusammenarbeit entwickelt werden. Dazu arbeitet das CIHLMU mit Tierärzten, Sozial- und Geowissenschaftlern sowohl der LMU als auch der Partneruniversitäten in neun Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika zusammen.

Im Vordergrund steht die interdisziplinäre Ausbildung von Fachkräften - vom Health Extension worker bis zum Doktoranden. Hierbei werden interaktive Lernmethoden eingesetzt, viele von diesen online. Zum Portfolio gehören neben traditionellen Kursen in Moodle unter Einsatz von z.B. H5P, Animationsvideos und 360° Bildern auch ein virtuelles Labor und virtuelle Realitäten. Forschungsprojekte z.B. in den Bereichen der Pandemievorsorge und –auswirkungen, Antibiotikaresistenzen, Wildtierhandel dienen der Vermittlung von Forschungskompetenzen.

Partner in Lateinamerika sind die Universidade Federal do Paraná (Curitiba, Brasilien), die Universidad de San Carlos de Guatemala (Guatemala) und die Universidad Mayor, Real y Pontificia de San Francisco Xavier de Chuquisaca (Sucre, Bolivien). Seit Juni 2021 ist CIH Alumna Dr. María Teresa Solis Soto Gastprofessorin des CIH an dieser Universität. Daneben ist unser Alumninetzwerk in acht Ländern Lateinamerikas (von Chile bis Mexiko) aktiv. Viele unserer Alumni unterrichten an lokalen Hochschulen.

Aufnahme von Kindern in einem Klassenzimmer in einer Dorfschule in Guatemala.

Dorfschule in Guatemala

© Prof. Dr. Reinhard Markowetz (LMU)

Department Pädagogik und Rehabilitation

Um die Bildung und die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Guatemala zu gewährleisten, wurden internationale Abkommen (UN, 2007, 2015) und nationale Gesetze (1996) unterzeichnet. Es muss jedoch noch viel getan werden, um ein inklusives Bildungsmodell im Land zu etablieren. Deshalb unterzeichneten die LMU und die Universidad de San Carlos de Guatemala (USAC) im Jahr 2017 eine Kooperationsvereinbarung, um wichtige Maßnahmen in der guatemaltekischen Bildung voranzutreiben.

Seitdem können die Studierenden des Lehrstuhls für Pädagogik bei geistiger Behinderung und bei Verhaltensstörungen in Guatemala Praktika absolvieren oder an Studienfahrten teilnehmen. Bis heute waren Lehrstuhlinhaber Professor Reinhard Markowetz und Dr. André Gomes viermal in Guatemala. Dabei wurden intensive Fortbildungen mit Dozenten, Lehrkräften und Eltern durchgeführt. Für März 2020 bereitet der Lehrstuhl eine neue Studienfahrt vor, bei der 13 Studierende teilnehmen und vor Ort Workshops über das Thema Autismus-Spektrum-Störung organisieren werden.

Vor der Erstellung eines regionalen Aktionsplans war es wichtig, Forschung mit den folgenden Zielen zu betreiben:

  • Phase I:
    Die Bedürfnisse, Herausforderungen, Interessen, Kritikpunkte und Forderungen der Lehrkräfte erkennen, die das Bildungssystem und insbesondere die inklusive Bildung in Guatemala betreffen. Die Art und Weise der Weiterbildung identifizieren und die Möglichkeiten der persönlichen und/oder Online-Weiterbildung gewährleisten, um eine integrative Bildung zu fördern.
  • Phase II:
    Entwicklung eines Online- und Präsenztrainingsprogramms unter Berücksichtigung der in der ersten Phase der Studie vorgestellten Anforderungen der Lehrer.

Diese Forschung soll die Kompetenzen und Fähigkeiten der Lehrkräfte im Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit sonderpägogischen Förderbedarf verbessern.

Ansprechpartnerin für das Lateinamerika-Netzwerk an der LMU

Susanne Rößler

Referat Internationale Angelegenheiten

Auslandsstudienberatung, Hochschulpartnerschaften, LMUexchange

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+49 89 2180-3859

Repräsentanz der LMU in São Paulo

In Lateinamerika wird die LMU durch eine wissenschaftliche Vertreterin in Brasilien repräsentiert.

Prof. Leticia Fröhlich Archangelo, PhD

Referat Internationale Angelegenheiten

Auslandsvertretung Brasilien (Sao Paulo)

E-Mail schreiben

Deutsches Wissenschafts- und Innovationshaus in São Paulo

Die LMU ist mit dem Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses in São Paulo assoziiert. Über das DWIH hat die LMU Zugang zu aktionsstarken Netzwerken im Bereich universitärer Forschung und Bildung in Brasilien. Dadurch soll eine neue Dynamik bei der Weiterentwicklung von wissenschaftlichen Kontakten entstehen. Die LMU kann zudem an den Kontakt- und Informationsveranstaltungen teilnehmen, die vom DWIH São Paulo organisiert werden, und hat einen zusätzlichen, direkten Kanal zu den Stakeholdern in der Region.

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