EU-Forschungsprojekte

Die EU-Forschungsförderung erfolgt in mehrjährigen Rahmenprogrammen zur Förderung von Forschung und Innovation. Aktuell läuft das achte Rahmenprogramm „Horizont 2020“ (2014-2020) mit einem Etat von rund 75 Milliarden Euro. Das kommende Rahmenprogramm „Horizont Europa“ (2021-2027) wird momentan vorbereitet.

Horizont 2020

„Horizont 2020“ bündelt erstmalig alle EU-Programme zur Förderung von Forschung sowie Innovation und integriert das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT). Die Unterprogramme sind in drei Säulen gegliedert:

Säule I „Wissenschaftsexzellenz“ zielt auf die Förderung exzellenter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der ERC fördert dabei Pionierforschung in neuen Forschungsfeldern, mit den Marie Skłodowska-Curie-Maßnahmen werden Mobilität und Karriereentwicklung unterstützt und ein weiteres Programm dient der Förderung von Infrastrukturen.

Säule II „Führende Rolle der Industrie“ umfasst die Förderung von Industrie- und Schlüsseltechnologien durch anwendungsorientierte Verbundforschung, den Zugang zu Risikofinanzierung sowie Innovationen in kleinen oder mittleren Unternehmen.

Säule III „Gesellschaftliche Herausforderungen“ umfasst sieben gesellschaftspolitisch vorrangige Aufgabenbereiche, zu deren Bewältigung Forschung und Innovation maßgeblich durch länderübergreifende Verbundforschungsprojekte beitragen.

Bislang haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der LMU mit 221 Projekten an Horizont 2020 beteiligt und dabei Forschungsmittel in Höhe von rund 189 Millionen Euro eingeworben (LMU-Anteil). Sie waren in 104 internationalen Verbundprojekten beteiligt, davon siebenmal in koordinierender Funktion. Als exzellente Volluniversität schneidet die LMU besonders gut in Säule I „Wissenschaftsexzellenz“ ab: Dort wurden 80 ERC-Projekte und 73 Marie Skłodowska-Curie Projekte eingeworben.

(Stand: Juli 2020)

Horizont Europa

„Horizont Europa“ bündelt nahezu alle laufenden forschungs- und innovationsrelevanten Förderprogramme der Europäischen Kommission und gliedert sich ähnlich wie das Vorgängerprogramm Horizont 2020 in drei Programmbereiche, die den Innovationsprozess von der Idee bis zum marktfähigen Produkt abbilden. Die Reihenfolge der drei zentralen Programmsäulen wurde dahingehend geändert, dass sie nun den Innovationsprozess von der Idee zum marktfähigen Produkt abbildet:

In Säule I „Wissenschaftsexzellenz“ finden sich Programme zur themenoffenen (Individual-)Förderung: der Europäische Forschungsrat (ERC), die Marie Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA), sowie die Förderung von Forschungsinfrastrukturen.

Säule II umfasst sechs Cluster für die Förderung von Verbundforschung in den gesellschaftspolitisch relevanten Themenfeldern:

  • Gesundheit
  • Kultur, Kreativität und eine inklusive Gesellschaft
  • Zivile Sicherheit für die Gesellschaft
  • Digitalisierung, Industrie und Weltraum
  • Klima, Energie und Mobilität
  • Lebensmittel, Bioökonomie, natürliche Ressourcen, Landwirtschaft und Umwelt

Neu in dieser Säule ist die „missionsgetriebene Forschung“: ambitionierte und gut sichtbare Forschungs-Missionen sollen gemeinsam von Bürgerinnen und Bürgern, Stakeholdern, dem Europäischen Parlament und Mitgliedsstaaten definiert und umgesetzt werden.

In Säule III sind die Programme mit Schwerpunkt Innovationsförderung und Marktaufnahme verortet: der Europäische Innovationsrat (EIC), die „Europäischen Innovationsökosysteme“ sowie das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT).

7. Forschungsrahmenprogramm

Das 7. Forschungsrahmenprogramm (7. FRP) der EU lief von 2007 bis 2013 und wies ein Gesamtfördervolumen von 54,4 Milliarden Euro auf. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der LMU haben sich mit 225 Projekten äußerst erfolgreich daran beteiligt und dabei insgesamt Forschungsmittel von 131,8 Mio. Euro (LMU-Anteil) eingeworben. Mit 38 eingeworbenen ERC-Projekten (14 Starting Grants und 24 Advanced Grants) hat die LMU im 7. FRP die höchste Anzahl an ERC-Grants unter den deutschen Universitäten akquiriert. In Europa lag die LMU damit an elfter Stelle.

Auch im Marie Curie-Programm war die LMU mit 66 eingeworbenen Projekten deutschlandweit führend.

Betrachtet man alle Verbundprojekte, dann zeigt sich die hervorragende internationale und intersektorale Vernetzung der LMU. Die LMU war insgesamt in 147 internationalen Verbundprojekten beteiligt, davon 22-mal in koordinierender Funktion. Sie kooperierte dabei mit über 900 akademischen Partnern in Europa und über 100 außereuropäischen akademischen Partnern. Die Anzahl der Kooperationspartner aus der freien Wirtschaft belief sich auf über 200.

Deutschlandweit war die LMU somit unter den erfolgreichsten fünf Institutionen (Fraunhofer, Max-Planck-Gesellschaft, DLR, TU München, LMU) für EU-Einwerbungen und unter den Volluniversitäten auf Platz 1.

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