EU-Forschungsförderung

Die EU-Forschungsförderung erfolgt in mehrjährigen Rahmenprogrammen zur Förderung von Forschung und Innovation. Im Rahmenprogramm „Horizont 2020“ (2014-2020) kamen 282 Vertragsunterzeichnungen mit der Europäischen Kommission zustande. Seit Januar 2021 läuft das neue Programm "Horizont Europa" (2021-2027).

Horizont Europa

Das europäische Forschungsrahmenprogramm „Horizont Europa“ (2021-2027) bündelt nahezu alle laufenden forschungs- und innovationsrelevanten Förderprogramme der Europäischen Kommission und gliedert sich ähnlich wie das Vorgängerprogramm Horizont 2020 in drei Programmbereiche, die den Innovationsprozess von der Idee bis zum marktfähigen Produkt abbilden. Die Reihenfolge der drei zentralen Programmsäulen wurde dahingehend geändert, dass sie nun den Innovationsprozess von der Idee zum marktfähigen Produkt abbildet:

In Säule I „Wissenschaftsexzellenz“ finden sich Programme zur themenoffenen (Individual-)Förderung: der Europäische Forschungsrat (ERC), die Marie Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA), sowie die Förderung von Forschungsinfrastrukturen.

Säule II umfasst sechs Cluster für die Förderung von Verbundforschung in den gesellschaftspolitisch relevanten Themenfeldern:

  • Gesundheit
  • Kultur, Kreativität und eine inklusive Gesellschaft
  • Zivile Sicherheit für die Gesellschaft
  • Digitalisierung, Industrie und Weltraum
  • Klima, Energie und Mobilität
  • Lebensmittel, Bioökonomie, natürliche Ressourcen, Landwirtschaft und Umwelt

Neu in dieser Säule ist die „missionsgetriebene Forschung“: ambitionierte und gut sichtbare Forschungs-Missionen sollen gemeinsam von Bürgerinnen und Bürgern, Stakeholdern, dem Europäischen Parlament und Mitgliedsstaaten definiert und umgesetzt werden.

In Säule III sind die Programme mit Schwerpunkt Innovationsförderung und Marktaufnahme verortet: der Europäische Innovationsrat (EIC), die „Europäischen Innovationsökosysteme“ sowie das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT).

Horizont 2020

Das achte Forschungsrahmenprogramm der EU „Horizont 2020“ lief von 2014-2020 und bündelte erstmalig alle EU-Programme zur Förderung von Forschung und Innovation, und integrierte das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT).

Die Unterprogramme waren in drei Säulen gegliedert: Säule I „Wissenschaftsexzellenz“ (z.B. die Programme ERC, MSCA), Säule II „Führende Rolle der Industrie“ und Säule III „Gesellschaftliche Herausforderungen“, die sieben gesellschaftspolitisch vorrangige Aufgabenbereiche als Verbundforschung bewältigte.

Mit einem gesamten Fördervolumen von rund 215 Mio. Euro warben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der LMU 282 Projekten (signed grants) in Horizont 2020 ein. Sie waren in 128 internationalen Verbundprojekten beteiligt, davon 10 mal in koordinierender Funktion.

Als exzellente Volluniversität schnitt die LMU besonders gut in Säule I „Wissenschaftsexzellenz“ ab: Dort wurden 98 ERC-Projekte und 97 Marie Skłodowska-Curie Projekte eingeworben.

(Stand: Juli 2020)

7. Forschungsrahmenprogramm

Das 7. Forschungsrahmenprogramm (7. FRP) der EU lief von 2007 bis 2013 und wies ein Gesamtfördervolumen von 54,4 Milliarden Euro auf. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der LMU haben sich mit 232 Projekten äußerst erfolgreich daran beteiligt und dabei insgesamt Forschungsmittel von 133 Mio. Euro (LMU-Anteil) eingeworben. Mit 45 eingeworbenen ERC-Projekten (16 Starting Grants und 29 Advanced Grants) hat die LMU im 7. FRP die höchste Anzahl an ERC-Grants unter den deutschen Universitäten akquiriert. In Europa lag die LMU damit an elfter Stelle.

Auch im Marie Curie-Programm war die LMU mit 65 eingeworbenen Projekten deutschlandweit führend.

Betrachtet man alle Verbundprojekte, dann zeigt sich die hervorragende internationale und intersektorale Vernetzung der LMU. Die LMU war insgesamt in 149 internationalen Verbundprojekten beteiligt, davon 22-mal in koordinierender Funktion. Sie kooperierte dabei mit über 900 akademischen Partnern in Europa und über 100 außereuropäischen akademischen Partnern. Die Anzahl der Kooperationspartner aus der freien Wirtschaft belief sich auf über 200.

Deutschlandweit war die LMU somit unter den erfolgreichsten fünf Institutionen (Fraunhofer, Max-Planck-Gesellschaft, DLR, TU München, LMU) für EU-Einwerbungen und unter den Volluniversitäten auf Platz 1.

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