Forschung

Wir forschen zu Bildung, Teilhabe und Technologie im Kontext geistiger Behinderung. Hier finden Sie unsere Projekte, Abschlussarbeiten und Publikationen im Überblick.

Forschungsprojekte am Lehrstuhl

Mittels Eye-Tracking wird untersucht, wie Schüler:innen mit geistiger Behinderung Bilderbücher wahrnehmen, mit Blick auf Förderung, Diagnostik und Didaktik.

Motivation
Die kontinuierlich steigende Zahl von Schüler:innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf stellt seit Jahren eine zentrale Herausforderung für das deutsche Bildungssystem dar. Besonders im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung zeigt sich ein signifikanter Anstieg der sogenannten Förderrelation: Bundesweit hat sich diese von 0,6 % im Jahr 1994 auf 1,4 % im Jahr 2022 mehr als verdoppelt (Dworschak, 2024; Klauß, 2012; Speck, 2013). In Bayern wurde in den Jahren 2023 und 2024 ein sprunghafter Zuwachs festgestellt, der sich wohl weder durch demografische Entwicklungen noch durch die bislang moderat steigenden Förderrelationen hinreichend erklären lässt.

Projektziele
Ziel des Projekts ist die empirische Analyse des sprunghaften Anstiegs der Schüler:innenzahlen im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Bayern sowie möglicher Ursachen. Es wird untersucht, inwiefern veränderte diagnostische Praktiken, institutionelle Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Entwicklungen zu dieser Dynamik beitragen. Mittels quantitativer sowie qualitativer Forschung werden statistische Trends, Kohortenmerkmale sowie personen- und umweltbezogene Aspekte des Feststellungsprozesses analysiert und trianguliert.

Methodisches Vorgehen
In dem Projekt werden quantitative und qualitative Zugänge kombiniert. Es umfasst:

  1. Profunde statistische Analysen zur Entwicklung der Schüler:innenzahlen im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Bayern.
  2. Repräsentative Kohortenanalysen auf Basis des SFGE-II-Instruments zur Beschreibung individueller Merkmale und Unterstützungsbedarfe.
  3. Dokumentenanalysen und ergänzende Diagnostik zur Prüfung der personenbezogenen Zuschreibungskriterien.
  4. Interviews mit Fachkräften und weiteren Stakeholdern zur Bedeutung umweltbezogener und systemischer Faktoren.
  5. Triangulation aller Daten zur Ableitung konsistenter Erklärungs- und Handlungsperspektiven.

Projektzeitraum: 09/2025 - 09/2028

Projektverantwortlich: Prof. Dr. Christoph Ratz, Prof. Dr. Wolfgang Dworschak und Prof. Dr. Zentel

Projektmitarbeiter:innen: Henrik Frisch, Waltraud Röscher und Susanne Seddigh

Das Projekt wird durch das bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus gefördert.

Gemeinsam mit Jun.-Prof.in Dr. Laura Avemarie werden exekutive Funktionen von Kindern mit geistiger und/oder Hörbehinderung erforscht.

Was brauchen Jugendliche mit geistiger Beeinträchtigung für eine inklusive Kinder- und Jugendarbeit? Das Projekt (gefördert von der Aktion Mensch) geht dieser Frage praxisnah und subjektorientiert nach.

Im EU-Projekt Insension (Horizon 2020) wurde eine technologiegestützte responsive Umgebung geschaffen, die Menschen mit schwerer und mehrfacher Behinderung zu mehr Selbstbestimmung und Selbstständigkeit zu verhelfen.

Der bestehende Leitfaden zur Förderdiagnostik bei Kindern mit schwerer Behinderung (Fröhlich & Haupt, 2004) wurde überarbeitet und an aktuelle Anforderungen angepasst.

Im Projekt SynKid erforschen wir mithilfe videobasierter Analysen, wie Eltern und Kinder in standardisierten Spielsituationen nonverbal miteinander interagieren. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen der Qualität dieser Interaktionen, dem familiären Zusammenleben und der Lebensqualität zu verstehen.