Prof. Dr. Magnus Treiber
Institut für Ethnologie, Fakultät für Kulturwissenschaften
Institut für Ethnologie, Fakultät für Kulturwissenschaften
Nach mehreren Jahren in Bayreuth und in Addis Ababa lehre ich seit 2016 am Institut für Ethnologie der Universität München. Ich arbeite insbesondere zu Flucht, Migration und politischem Konflikt mit einem regionalen Fokus auf dem Horn von Afrika, aber auch zu Fragen globaler Asymmetrie und Verantwortung.
Am Horn von Afrika mehren sich nicht nur multiskalare Konflikte um Ressourcen, auch einfache Land-Stadt-Migrationen und etwaige Weiterwanderungen haben inzwischen häufig eine ihrer Ursachen in klimatischen Verschlechterungen: Die Folgen von Dürren wie von Überschwemmungen können landwirtschaftlich oft nicht ausbalanciert werden. Gleichzeitig tragen bäuerliche und viehzüchtende Familien für diese Auswirkungen globaler Klimaveränderungen kaum Verantwortung.
Während meiner Forschung zur „Migration aus Eritrea“ (2017), habe ich nicht zuletzt gelernt, welche Rolle die vielfältige Zerrüttung von Lebenswelten für den Schritt in die Migration spielt, wie sich darüber Weltbezüge und Transnationalität gestalten. Globalen Verflechtungen, dem Entstehen und Wirken von Asymmetrien wie der Möglichkeit, dennoch zu lernen und zu verstehen, gehe ich auch in fachgeschichtlichen Projekten - etwa zur II. Freiburger Molukken Expedition - in methodischen Überlegungen und konzeptionellen Entwürfen (https://www.berghahnjournals.com/view/journals/migration-and-society/8/1/migration-and-society.8.issue-1.xml) nach. Als Ethnologie bin ich Mitglied im interdisziplinären Projekt „Gerechtigkeitstheoretische Analysen zu Klimawandel und Migration“, das vom LMU-Nachhaltigkeitsfonds getragen wird.
Mit ihrem empirisch interessierten Blick auf vielfach verflochtene Lebenswelten kann die Ethnologie einen kulturwissenschaftlichen Beitrag leisten, um empirischen Wandel ethnographisch zu dokumentieren, Öffentlichkeit zu schaffen und die politische Verantwortung wie die Gestaltung der Zukunft nachfolgender Generationen zu diskutieren. Das gemeinsame Bewohnen desselben Planeten zieht Fragen nach Gerechtigkeit, Miteinander und Nachhaltigkeit nach sich, die beständig neu diskutiert und ausgehandelt werden müssen.
…Interesse an migrationsbezogenen Themen, wirtschaftsethnologischen Fragen, Diskussionen um Zukunft und Miteinander.