Das 3R-Prinzip
Das 3R-Prinzip steht für verantwortungsvolle Wissenschaft: Reduktion von Tierversuchen und Belastungsminimierung verbessern den Schutz von Versuchstieren und sichern zugleich verlässliche Forschungsergebnisse.
Das 3R-Prinzip steht für verantwortungsvolle Wissenschaft: Reduktion von Tierversuchen und Belastungsminimierung verbessern den Schutz von Versuchstieren und sichern zugleich verlässliche Forschungsergebnisse.
An der LMU und am Klinikum ersetzen wir beispielsweise bereits seit vielen Jahren einen Teil der Tierversuche durch den Einsatz von Organoiden oder Tumorsphäroiden in der Forschung. Auch in der Ausbildung von Studierenden der Tier- und Humanmedizin setzen wir zunehmend auf Dummies und Lehrvideos. In der Ausbildung der Humanmedizin können wir inzwischen sogar vollständig auf den Einsatz von Tieren verzichten.
An der LMU und dem Klinikum kommen in der Forschung regelmäßig moderne bildgebende Verfahren wie intravitale Mikroskopie, MRT, CT und katheterbasierte Techniken zum Einsatz. Sie ermöglichen es, ein und dasselbe Tier zu verschiedenen Zeitpunkten – etwa in unterschiedlichen Krankheits- oder Genesungsphasen – wiederholt zu untersuchen, sodass weniger Tiere benötigt werden und zugleich präzisere, vergleichbare Ergebnisse entstehen. Mit dem neu eröffneten Interdisciplinary Center for Advanced Imaging and Intervention (ICON) bündeln LMU und Klinikum ihre Expertise in genau diesen innovativen bildgebenden und interventionellen Verfahren weiter.
An der LMU und am Klinikum legen wir großen Wert auf eine bestmögliche Tierhaltung und den Einsatz besonders schonender Versuchsmethoden. In der Haltung setzen wir auch auf Tunnel-Handling sowie auf Trainingsmethoden, die eine freiwillige „Mitarbeit“ der Tiere im Versuch fördern. Tiere im Versuch werden – teils mehrmals täglich – sorgfältig auf Anzeichen von Belastung überprüft, damit bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden können, etwa zur rechtzeitigen Behandlung von Schmerzen.
An LMU und LMU Klinikum setzen sich alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit den Beschäftigten in der Tierhaltung für die konsequente Umsetzung des 3R-Prinzips ein. In allen Forschungsprojekten, in denen Tiere in Versuchen eingesetzt werden, arbeiten die Beteiligten daran, das Wohlbefinden der Versuchstiere zu verbessern und dabei die Qualität der wissenschaftlichen Forschung zu steigern.
Mit zell- und genomikbasierten Ansätzen machen wir Prozesse der Entwicklung und Regeneration sichtbar. Zum Beispiel untersuchen wir Humangewebe und weiteres Probenmaterial von Patienten und gesunden Probanden, um mithilfe von Omics-Analysen Biomarker zu identifizieren – selbstverständlich ausschließlich nach entsprechender Genehmigung.
Organe aus dem Labor – z. B. Knochenmark im Miniaturformat – bilden komplexe Gewebe realitätsnah nach und eröffnen neue Testmöglichkeiten.
Gegen resistente Tumoren: neue Therapieansätze plus patientennahe 3D-Modelle, die Wirksamkeit schneller und realitätsnäher prüfen.
Gewebe gezielt „bauen“: Bioprinting und Mikrofluidik schaffen kontrollierte In-vitro-Systeme für Forschung und Testung.
Realistisch üben ohne Tier: Ein Pferde-Rektalisierungsmodell verbessert Skills, Sicherheit und Ausbildungspraxis.