Vbw-Studie zur digitalen Bildung an bayerischen Hochschulen vorgestellt
Vor einem breiten Fachpublikum stellte Prof. Dr. Frank Fischer (Inhaber des Lehrstuhls für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie) am 20. März 2026 bei einer Veranstaltung der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. in München die Ergebnisse der neuen Studie „Digitale Bildung an bayerischen Hochschulen zwischen Konsolidierung und Künstlicher Intelligenz“ vor. Im Anschluss wurden die Ergebnisse mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Hochschulpraxis diskutiert.
Die Studie wurde im Auftrag der vbw von der Universität Augsburg (Lehrstuhl für Learning Analytics and Data Mining) und der LMU München (Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie) durchgeführt.
Die mittlerweile dritte Studie im Hochschulkontext untersucht die Entwicklung der digitalen Hochschullehre in Bayern seit dem Ende der Corona-Pandemie und analysiert erstmals systematisch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Studium und Lehre. Grundlage sind Befragungen von Dozierenden, Studierenden und Hochschulleitungen an staatlichen bayerischen Hochschulen. Damit liefert die Studie wichtige Impulse für Entscheidungen und Strategien zur Weiterentwicklung digitaler Hochschulbildung in Bayern.
Link zur Studie: www.vbw-bayern.de/hochschulen_digitale_bildung
Die kürzlich veröffentlichte Studie zur digitalen Bildung an bayerischen Hochschulen zeichnet ein differenziertes Bild: Nach den Umbrüchen der Corona-Pandemie hat sich die digitale Infrastruktur deutlich stabilisiert und wird von Studierenden wie Lehrenden so positiv bewertet wie nie zuvor. Gleichzeitig bleibt digitale Teilhabe ein zentrales Thema, da nicht alle Studierenden gleichermaßen über geeignete technische Ausstattung verfügen.
In der Lehre selbst zeigt sich eine gewisse Beharrungstendenz. Digitale Medien sind zwar fest etabliert, werden jedoch überwiegend für eher traditionelle Formate wie Präsentationen oder einfache Übungen genutzt. Anspruchsvollere, lernwirksame Einsatzszenarien bleiben bislang die Ausnahme. Entsprechend verläuft auch die Weiterentwicklung der Lehr- und Lernkultur nur schrittweise.
Ein neuer Schwerpunkt der Studie liegt auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Sowohl Studierende als auch Dozierende nutzen im Frühjahr 2025 KI-Tools (insbesondere ChatGPT) vor allem zur Vor- und Nachbereitung von Lehrveranstaltungen. Die Integration in die eigentliche Lehre ist hingegen noch gering ausgeprägt. Gleichzeitig bestehen Unsicherheiten hinsichtlich Datenschutz, Teilhabe und didaktischem Mehrwert. Die Einstellungen gegenüber KI sind deutlich ambivalenter als gegenüber klassischen digitalen Medien.
Auch bei der Qualifizierung der Lehrenden zeigt sich Entwicklungsbedarf: Zwar gibt es mehr medienbezogene Fortbildungsangebote, diese greifen KI jedoch bislang nur begrenzt auf und wirken insgesamt noch nicht als treibende Kraft für Innovation.
Die Studie leitet daraus mehrere Handlungsempfehlungen ab. Neben der Sicherstellung digitaler Teilhabe für alle Studierenden rücken insbesondere der systematische Aufbau von KI-Kompetenzen, die didaktisch sinnvolle Integration digitaler Technologien sowie eine stärker bedarfsorientierte Fortbildungskultur in den Fokus. Ziel ist eine Hochschullehre, die sowohl akademisches Wissen als auch praxisrelevante Kompetenzen fördert und Studierende zu einer reflektierten Nutzung digitaler und KI-gestützter Werkzeuge befähigt.