10 Jun

Franz Schuberts „Schöne Müllerin“ und ihre Berliner Vorgeschichte

Termin:

Mi.:
20 Uhr (Eintritt ab 19:30 Uhr)

10. Juni 2026

Ort:

LMU Hauptgebäude, Große Aula (Raum E 120) Geschwister-Scholl-Platz 1 80539 München

Das Institut für Musikwissenschaft der LMU lädt zum großen Institutskonzert am Mittwoch, 10. Juni 2026 ein: Nach seiner umjubelten „Winterreise“ vom letzten November kehrt Julian Prégardien, der aktuell wohl beste Schubert-Tenor, am Mittwoch, 10. Juni 2026, zurück in die wunderschöne Große Aula und singt nun den anderen großen Liederzyklus von Schubert: „Die schöne Müllerin“. Begleitet wird er diesmal vom phänomenalen Pianisten Kristian Bezuidenhout, wieder auf dem wunderbar farbigen, 1825 in Wien von Nannette Streicher gebauten oberschlägigen Hammerflügel des Instituts.

Damit nicht genug: Der erste Teil des Konzerts bringt mit einem von Prégardien und Johannes Held verfassten Liederspiel die Wurzeln von Wilhelm Müllers Gedichtzyklus über die Schöne Müllerin auf die Bühne, mit Liedern von Mendelssohn, seiner Schwester Fanny und Ludwig Bergers zu den ersten Müllerin-Gedichten, die der Dichter 1817 in einem Berliner Salon zusammen mit anderen (darunter Brentano) und dem Komponisten Ludwig Berger zu einem Liederspiel über „Rose, die Müllerin“ verwoben hatte. Mitgewirkt hatte auch Luise Hensel, die Wilhelm Müller damals vergeblich umwarb und insgeheim als „Müllerin“ bedichtete, sowie ihr Bruder Wilhelm Hensel, der später Fanny Mendelssohn heiratete (und auch Luises Portrait auf dem Flyer geschaffen hat).

Mit einer Einführung von Julian Prégardien wird das kleine, neugeschaffene Liederspiel vom Bariton und Schauspieler Johannes Held zusammen mit Studierenden der Hochschule für Musik und Theater München präsentiert. Franz Schuberts großer, teilweise im Krankenhaus komponierter Liederzyklus stellt der Berliner Salonkultur dann die ganz andersartige, emotional an die Grenzen gehende Wiener Musik entgegen, endend mit dem Entschluss des Müllerburschen zum Tod im Bach, als sich die „schöne Müllerin“ lieber dem Jäger zuwendet: „ich hab das Grün so gern!“

Der Eintritt zum Konzert ist frei, um Spenden wird gebeten.