Collegium MuWicum
Eine Initiative von Studierenden gründete im Wintersemester 2006/07 am Institut für Musikwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München ein aus Chor und Orchester bestehendes Ensemble: das Collegium MuWicum. Als Ergänzung des musikwissenschaftlichen Studiums sollte das gemeinsame Musizieren wieder stärker in den Fokus rücken. Ein Vorhaben, das regen Zuspruch fand und in den ersten Jahren eine so positive Entwicklung nahm, dass das Ensemble 2009 als Lehrveranstaltung in das Curriculum des Bachelor-Studiengangs für Haupt- und Nebenfächler aufgenommen wurde. Seitdem hat das Ensemble eine breite Palette an Programmen vom Barock bis hin zur Moderne erarbeitet. Häufig wird den Konzertbesuchern dabei weniger bekanntes Repertoire geboten, wovon auch die Mitwirkenden profitieren. Die Semesterabschlusskonzerte in der Großen Aula der LMU werden immer wieder ergänzt durch öffentliche Aufführungen in München, wie etwa der Glyptothek, oder an den Orten, an welchen die Ensembles ihr Probenwochenende verbringen.
Wir bedanken uns sehr herzlich für Ihre Spende am Ende des Konzerts oder per Überweisung an den Verein zur Förderung der Musikwissenschaft München e.V., der das Collegium MuWicum großzügig unterstützt.
Programm:
Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901)
Messe G-Dur op. 151 St. Crucis
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
Ein Sommernachtstraum, Suite
Großer Auszug aus der Schauspielmusik in Bearbeitung, op.61
1. Vorspiel
2. Scherzetto
3. Lied der Elfen
4. Auftritt der Rüpel
5. Zettels Lied
6. Notturno
7. Hochzeitsmarsch
8. Rüpeltanz
9. Epilog
Zettels Lied:
Solistin: Kathrin Beatriz Schimmann Mazeneth (Gesang)
Solist: Emil Möschler (Klavier)
Musikalische Leitung
Chor: Benjamin Graf
Orchester: Emre Kruis
Über
Josef Rheinberger (1839-1901)
Besonders bekannt ist der Liechtensteiner Komponist mit Hauptwirkungsstätte München für seine Verdienste im Bereich der katholischen Kirchenmusik. Als Hofkapellmeister des bayerischen Königs Ludwig II komponierte er lateinische Messen und Motetten, die sich über die Vorschriften der cäcilianischen Kirchenmusikreformer hinwegsetzten. Seine Position als Kompositionslehrer an der Münchner Musikschule und der Akademie für Tonkunst, sowie seine eigenen Erfolge als Komponist brachten ihm einige Auszeichnungen ein, unter anderem das Komturkreuz des Bayerischen Kronenordens und den Ehrendoktor der Universität München.
Die „Missa St. Crucis in G-Dur“ entstand während eines Urlaubs im September 1882 und wurde 1883 in der Allerheiligen-Hofkirche München uraufgeführt.
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
Felix Mendelssohn Bartholdy komponierte die Ouvertüre zu Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ schon mit 17 Jahren. Trotz des Interesses an einer Schauspielmusik zum Theaterstück Shakespeares für die Berliner Bühne seitens Ludwig Devrient 1834, kam es erst 1843 - 17 Jahre nach der Komposition der Ouvertüre - im Auftrag von König Friedrich Wilhelm IV von Preußen zur Entstehung der ergänzenden Bühnenmusik, die das vollständige Schauspiel begleitet. Die aufgeführte Bearbeitung enthält neben dem mit Solisten besetzten „Zettels Lied“ und dem durch den Alt und Sopran des Chores des Collegium Muwicum unterstützen „Lied der Elfen“ auch den „Hochzeitsmarsch“, für den der Komponist besonders bekannt ist.
Benjamin Graf
Der 1984 in der Schweiz geborene Benjamin Graf ist Schulmusiker an einem staatlichen Münchner Gymnasium. Er leitet an seiner Schule verschiedene Chöre und das Blasorchester die „ASAM BRASSers“. Mit der Bläserklasse, die er initiierte und auch leitet, gewann er 2022 den 1. Platz beim bayerischen Bläserklassenwettbewerb. Seine dirigentischen Fertigkeiten erwarb er im Rahmen des Schulmusikstudiums an der Münchner Musikhochschule bei Professor Adt und Professor Steidler. Nach Beendigung seines Studiums besuchte er Dirigierfortbildungen bei Professor Nikolei, Professor Frey und Allan Bergius. Benjamin Graf besuchte das musische Gymnasium bei St. Stephan in Augsburg. In dem seit dieser Zeit auftretenden Männervokalensemble „Augschbuam“ singt er regelmäßig mit professionellen Sängern zusammen. Zu den musikalischen Höhepunkten dieses Ensembles zählt eine vom Auswärtigen Amt finanzierte Konzertreise nach Israel.
Emre Kruis
Der 1984 geborene Münchner Emre Kruis ist Musiklehrer an einem Gymnasium in Sendling. Zu seinen Aufgaben gehörte die Leitung verschiedener Chöre der Mittel- und Oberstufe sowie des Orchesters. Am Humboldt-Gymnasium in Vaterstetten konnte er eine Streicherklasse etablieren. Seine dirigentischen Fertigkeiten erwarb er im Rahmen des Schulmusikstudiums an der Münchner Musikhochschule bei Professor Adt und Professor Steidler. Eine frühe musikalische Förderung erfuhr er während seiner Schulzeit am Klenze-Gymnasium, in dessen Schulorchester er bereits als Konzertmeister an der Geige mitspielte. Im Rahmen des Studiums gab er Konzerte in Italien, Polen und Argentinien.