Fachbereich Kunstgeschichte
Einrichtungen und Geschichte
Über 100 Jahre Institut für Kunstgeschichte in München: Professuren – Studierende – Engagement
1909
Das „Kunsthistorische Seminar und Kupferstichsammlung der Universität München“ wird gegründet. Erster Lehrstuhlinhaber ist Prof. Berthold Riehl, der berühmt ist für seine Lehre vor Originalen und seine „kunsthistorischen Wanderungen“, z. B. in „Bayerns Donautal“ (1912).
1911
folgt Heinrich Wölfflin auf den Lehrstuhl für Kunstgeschichte. Auf dieser Stelle publiziert er 1915 die „Kunsthistorischen Grundbegriffe“, die in keiner kunsthistorischen Bibliothek fehlen.
1927
bis 1935 übernimmt Wilhelm Pinder den Lehrstuhl. Er gilt mit über 2 Millionen Exemplaren verkaufter Bücher als der meistgelesene Kunsthistoriker überhaupt. Im Dritten Reich stellte er seine Forschung in den Dienst der nationalsozialistischen Ideologie, zu der er sich 1933 öffentlich bekannte.
1935
erhält Hans Jantzen den Ruf nach München und publiziert im selben Jahr „Geist und Schicksal der deutschen Kunst (Schriften zur völkischen Bildung)“ – ein Bekenntnis zum Nationalsozialismus.
1951
1951 löst die Berufung Hans Sedlmayrs nach München Proteste aus: Sedlmayr war 1938–1945 Mitglied der NSDAP und sein Berufsverbot wurde erst 1948 aufgehoben. Ungeachtet dessen war er als Hochschullehrer sehr beliebt. Die Kunstgeschichte ringt mit ihrer Vergangenheit.