Musikwissenschaft - und dann?

Dass geisteswissenschaftliche Studiengänge meist nicht direkt auf jenen Beruf hin ausbilden, den die Absolventen danach ergreifen, ist bekannt. Für die Musikwissenschaft gilt nun die erfreuliche Situation, dass es relativ viele fachlich verwandte Berufsfelder gibt.

Berufsfelder

Alle Kunst- und Kulturbetriebe, die mit Musik zu tun haben, sind potenzielle Arbeitgeber, ob es sich nun um Opernhäuser, Orchester, öffentliche Kulturinstitutionen, Konzertveranstalter, Künstleragenturen und Labels handelt oder um Universitäten, Forschungsinstitute, Verlage, Archive, Museen oder den journalistischen Sektor. In vielen Bereichen sind die Tätigkeiten zudem noch einmal ausdifferenziert in Vermittlung von Inhalten im engeren Sinne, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Eventmanagement, organisatorische Einheiten oder künstlerisch-planerische Abteilungen wie etwa ein künstlerisches Betriebsbüro.

Gerade der Standort München hat mit unzähligen öffentlichen und privaten Arbeitgebern im deutschen Sprachraum nahezu konkurrenzloses Potenzial. Das Fach verfügt über Kontakte zu ehemaligen Absolventen und führt Kooperationsprojekte durch. Der Berufseinstieg über Praktika oder Nebenjobs gelingt hier häufig.

„Die Gutachter:innengruppe ist davon überzeugt, dass für die Studierenden sehr gute berufliche Anschlussmöglichkeiten bestehen.“ (Gutachten Akkreditierung 2023)

Statements einiger Alumni

„Der Bachelorstudiengang Musikwissenschaft an der LMU ist für die berufliche Praxis einer Kulturmanagerin von Vorteil, da er durch seine tiefgehende und methodisch fundierte Auseinandersetzung mit der historischen und kulturellen Dimension von Musik sowie durch das praxisorientierte Modul im Bereich Kulturmanagement eine fundierte Basis für das umfassende Verständnis und die strategische Gestaltung von Kulturprojekten und Programmen bietet. Die Verknüpfung theoretischer Kenntnisse mit praktischen Fähigkeiten ermöglicht es, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis der Kulturarbeit zu transferieren und innovative, kulturelle Initiativen erfolgreich umzusetzen.“

https://www.bayerischer-musikrat.de/

„Besonders erfreulich am Studium der Musikwissenschaft war für mich, gegenüber einem gewissen Mainstream des Musiklebens auch abseitigere Themen kennen zu lernen und Gleichgesinnte zu treffen. Von dem, was ich im Studium gelernt habe, nutze ich so gut wie alles in meinem aktuellen Beruf und lerne immer weiter. Dabei geht es um Aufspüren und Auswerten von Fachliteratur, Verfassen unterschiedlicher Textsorten, historische und biografische Zusammenhänge erkennen, zudem sind auch paläografische Kenntnisse wichtig.“

BSB Musikabteilung

„Als Lektor in einem Musikverlag befasst man sich – oh Wunder – mit Noten. Die Musik findet auf der Zeichenebene statt (und erklingt dabei idealerweise im inneren Ohr). Man packt die Werke mit Bedacht, aber ohne falsche Scheu an, liest Manuskripte, alte und neue Drucke, vergleicht, hinterfragt, ob stimmt, was notiert ist, trifft Entscheidungen, ändert, wo es gute Gründe dafür gibt. Kontextstudien sind dabei notwendig; vor allem aber hat man es immer mit Musik selbst zu tun. Hierfür war das Studium am Institut für Musikwissenschaft der LMU mit seinem Schwerpunkt auf Werkanalyse, Tonsatz und Musiktheorie eine hervorragende Vorbereitung.“

https://www.henle.de/

„Am Studium der Musikwissenschaft in München haben mir das breite Angebot und die fachliche Tiefe der Seminare und Veranstaltungen sehr gut gefallen. Außerdem konnte ich viele wichtige Erfahrungen im strukturierten und wissenschaftlichen Arbeiten sammeln, sei es bei der Richard Strauss-Ausgabe oder später als Doktorand. Für meine Tätigkeit als Dramaturg beim Rheingau Musik Festival waren gute Repertoire-Kenntnisse und das Wissen, wie man schnell an genaue musikwissenschaftliche Informationen kommt, sehr hilfreich. Genaues und strukturiertes Arbeiten sind nun aber auch genauso in meiner Tätigkeit als Inhouse Consultant bei der KfW Bankengruppe von großer Bedeutung.“

Rheingau Musik Festival

KfW Bankengruppe